ZTE Grand Memo LTE im Test: Dicke Überraschung aus Hosenhausen

ZTE Grand Memo LTE im Test: Dicke Überraschung aus Hosenhausen

zte-grand-memo-lte-front

Der Markt für übergroße Smartphones wird immer größer und größer. Jeder Android-Hersteller hat mindestens ein Gerät im Portfolio, das mehr als 5 Zoll bei der Display-Diagonale misst (außer Motorola). Und so besitzt natürlich selbst der chinesische Smartphone-Hersteller ZTE ein dickes Schiff auf Lager: Das ZTE Grand Memo LTE. Und das testen wir natürlich ausführlich und gucken, ob hinter dem dicken Ding die richtige Technik steht. Denn Frauen stehen auf dicke Dinger und die richtige Technik!

Technische Daten des ZTE Grand Memo LTE:

  • Maße: 158mm x 82mm x 8.9mm und 196 Gramm schwer
  • Display: 5,7 Zoll Display mit 1.280 x 720 Pixel
  • CPU: 1,5 GHz Quadcore APQ 8064 von Qualcomm
  • Arbeitsspeicher: 2 GB RAM
  • Interner Speicher: 16 GB interner Speicher (erweiterbar)
  • Kamera: 13-Megapixel-Sensor mit LED-Blitz und 1 Megapixel vorne
  • Akku: 3.200 mAh Kapazität
  • Betriebssystem: Android 4.1.2
  • Konnektivität: WLAN 802.11 b/g/n, LTE 800/900/1800/2600, Bluetooth 4.0, A-GPS, miniSIM
  • Sonstiges: 50 GB kostenloser Google-Drive-Speicher für 2 Jahre

Lieferumfang: Immerhin coole Kopfhörer

zte-grand-memo-lte-liefer2

Wie beinahe jeder Hersteller von Smartphones, spart auch ZTE am Lieferumfang. Lediglich ein Adapter mit 1,5 Ampere, ein USB-Ladekabel und Flachkabel-In-Ears finden sich neben dem üblichen Papierkram und dem Gerät selbst in der Verpackung. Und ich muss zugeben: Die Kopfhörer gefallen mir. Zwar geben sie nicht den besten Sound, dafür verknoddeln sie sich aber nicht.

zte-grand-memo-lte-headset

Handling: Because fuck you, that’s why

Dicker Prügel, gigantischer Hosenharald, chinesische Schwanzprotese – das sind alles Umschreibungen, die mir spontan zu dem ZTE Grand Memo LTE einfallen. Denn seien wir mal ehrlich: 5,7 Zoll und diese Gehäusemaße sind einfach nur übertrieben groß. Vergleichen wir die Maße mit denen des Note 3 (dessen Display ebenfalls 5,7 Zoll misst) sehen wir, dass das ZTE alleine schon bei der Länge 7 Millimeter mehr misst. Zudem hat es einiges mehr auf den Hüften und gehört mit 196 Gramm eher nicht in eine zarte Frauenhand.

zte-grand-memo-lte-back

Nichtsdestotrotz finde ich das Design recht ansehnlich – die Kanten, wenige Rundungen und die matte Rückseite gefallen meinen Handflächen sehr gut. Sogar das Display ist noch ganz okay, auch wenn HD-Auflösung bei 5,7 Zoll etwas mager ist. Aber ich kann da nicht groß meckern, da mein Note 2 ebenfalls nur HD auf dem Kasten hat. Pixel fallen mir keine auf und die Farben sehen ebenfalls gut aus – nicht zu übertrieben wie die AMOLEDs von Samsung. Insgesamt würde ich das Display als nicht überragend und auch nicht sehr gut, sondern als brauchbar einstufen – trotz des VIEL zu großen Gehäuses.

Seitlich befinden sich der MiniSim- und der microSD-Slot. Die Rückseite kann man leider nicht aufmachen und demzufolge den Akku nicht austauschen. Wer das Handy also unbeabsichtigt baden schickt, der sollte schnell zu den Schraubenziehern greifen.

Ausdauer: Keine Überraschung

Der Akku überraschte mich nun nicht im Test, denn wo 3.200 mAh drauf steht, da erwarte ich dementsprechend viel von. Und so brachte auch das ZTE Grand Memo LTE eine solide Leistung. Im Durchschnitt hab ich es alle zwei Tage geladen, da ich es allerdings nicht so häufig benutzt habe. Wer nur die Standard-Dinge wie (SMS, WhatsApp, Cliphunter, Facebook) damit machen möchte, der schafft es mit Sicherheit dass das Gerät nur alle drei Tage an den Strom muss. Wie der kleine Bruder ZTE Grand X Pro, schaffte auch das Grand Memo LTE eine gute Stand-By-Zeit mit WLAN und Hintergrundprozessen auf Dauer-An.

Mulitmedia: Nette Features

Bei den Features packt ZTE ein paar nette Inhalte mit unter die Android-Oberfläche. Zum einen gibt es da die ZTE-Widgets wie etwa die Uhr, den Timer und den Kalender. Das Uhr-Widget reißt nun keine Oma mehr aus dem Rollstuhl, dafür ist der ZTE-Timer ein sehr cooles Gimmick. Das Widget legt ihr euch auf einen Homescreen und dreht – ähnlich wie bei der App Timely – einfach am Rad und wartet bis der Zeiger wieder auf Null ist und euch die Ohren blutig piepst. Der Kalender überzeugte mich von allen Widgets am meisten. Er erinnerte mich sehr stark an den S Planner von Samsung und bietet im Grunde die gleichen Features, sieht dabei cooler aus und ist ein wenig interaktiver nutzbar (wischen, etc.).

Für ohrgasmischen Sound jubelte ZTE dem Grand Memo LTE noch Dolby Sound unter. Damit könnt ihr verschiedene Modi auswählen, die den Sound so anpassen wie ihr ihn gerne haben möchtet. Was da nun der Vorteil gegenüber normalen Equalizern sein soll erschließt sich mit leider nicht. Es steht halt Dolby Sound drauf – fuck that!

Mit Android 4.1.2 bekommt man leider ein etwas älteres Betriebssystem. Ein Update auf Android 4.4.2 wird es wohl vermutlich nie geben. Damit die Oberfläche nicht ganz so alt aussieht, baut ZTE einen eigenen Launcher drüber, der bunt und schlicht ist. Man hat eine übersichtliche Notification-Leiste mit Schnellzugriffsmöglichkeiten. Alles sehr solide und schickt – aber auch das reißt keine Maus aus ihrem Loch.

Mit der Kamera des Grand Memo LTE habe ich mich sehr schwer getan. Auf der Rückseite prangert in großen Lettern „13 MP“ und da erwartet man als manipuliertes Medienkind eine gewisse Qualität der Bilder. Wer im Unterricht aufgepasst hat, der weißt jedoch, dass es nicht auf die Anzahl der Pixel ankommt, sondern auf das sensorspezifische und das videospezifische Processing. Und hier scheint ZTE nicht viel Geld in die Hand genommen zu haben, denn die Bilder wirken insbesondere bei schlechtem Licht nur noch verrauscht und verwaschen. Wenn genügend Licht vorhanden ist sind die Bilder noch brauchbar, aber so bald es daran mangelt, macht sogar das Moto G vergleichbar gute Bilder.

Das Grand Memo LTE bietet natürlich LTE für alle drei in Deutschland verfügbaren Frequenzen an. Leider konnte ich den Speed nicht testen, weil ich zum einen keinen Vertag mit LTE-Support habe und o2 zum anderen gar keine Abdeckung für mein Kaff bietet.

Leistung: Ruckelt teils wie Bolle

Ich weiß ehrlich gesagt nicht wer dieser Bolle ist, aber da gibt es doch dieses Sprichwort? Bei der Leistungsbewertung zeigt das ZTE Grand Memo LTE keine gute Leistung und fällt immer wieder negativ mit nervigen Rucklern auf. Sei es bei dem normalen hin- und herswitchen zwischen den Homescreens oder beim CandyCrush zocken – ständig verspüre ich eine innere Unruhe in mir und möchte das Gerät auf den Boden donnern. Wenn ich mir ein Smartphone kaufe, dann soll es gefälligst flüssig bedienbar sein. Benchmarks habe ich keine für euch, denn die sind so aussagekräftig wie ein Papierflieger.

Fazit: Wer es groß und günstig mag

zte-grand-memo-lte-back

Betrachten wir einmal alle Features des ZTE Grand Memo LTE und den Markt-Preis von rund 199 Euro. Für den Preis bekommt man wirklich recht brauchbare Technik, einen ausdauernden Akku und ein riesiges Display. Ich sehe darin das perfekte Senioren-Handy, denn wenn man die Schriftgröße auf GROSS stellt, dann sehe ich jeden Buchstaben aus zwei Meter Entfernung. Mir persönlich ist das Grand Memo LTE denooch viel zu groß und klobig und die Kamera zu schlecht. Im Endeffekt legt jeder Mensch seine Maßstäbe sowieso anders und muss für sich selbst entscheiden, welche Größe, Austattung zu welchem Preis vernünftig ist. Wer nur ein günstiges Einsteiger-Gerät möchte, dem rate ich eher zum Moto G.

The following two tabs change content below.

Florian Fritz

Essperimentalphysiker
Philanthrop und Handyfetischist der ersten Stunde. Alles begann mit dem Sagem MC-939. Später folgten das Siemens MT50, Sony Ericsson K300, BenQ Siemens S88, Motorola Defy, Samsung Galaxy Note 2 und das neue, dicke Ding in seiner Hose ist das OnePlus One. In seiner Freizeit identifiziert er liebend gerne Smartphones in freier Wildbahn und ruft deren technische Daten aus dem Gedächtnis ab. Über Twitter findet ihr noch mehr geilen Shizzle von mir.