Vorwerk Kobold VR200 – Der Staubsaugerroboter im Langzeittest

Vorwerk Kobold VR200 – Der Staubsaugerroboter im Langzeittest

Heute kommen wir mal zu einem etwas ungewöhnlichen Testbericht für den coolsten Techblog der Welt – dem Vorwerk Kobold VR200 Staubsaugerroboter. Wie kommt es dazu? Ich wurde vor einer ganzen Weile nach Hamburg eingeladen in den Flagshipstore um das Teil exklusiv unter die Lupe zu nehmen. Netterweise habe ich dann auch noch ein Exemplar mit nach Hause bekommen. Und ja, das darf ich behalten. Nein, das ändert nix an meiner Berichterstattung. So weit kommt es noch.

Einleitung

Fangen wir beim Urschleim an, der Verpackung. Große Box, da drin der Roboter und die diversen Einzelteile wie Seitenbürste, Einsatz für den Filter, Anleitungen, Magnetband und die Ladestation. Unspektakulär, interessiert aber auch keine Sau. Und der Preis ist natürlich auch wichtig. Ganze 749€ verlangt Vorwerk für das neue Stück Technik.

Also fix ausgepackt, den Filter eingesetzt, die Bürste rangeklemmt und schon ist der Kobold VR200 einsatzbereit. Also fast, laut Anleitung lieber erstmal an die Station hängen und warten, bis der Roboter komplett voll ist. Damit der Akku die volle Kapazität erreicht und lange durchhält. Und das wollen wir ja schließlich, oder?

Nach einer Wartezeit von rund drei Stunden (Gefühlt eine Ewigkeit), konnte ich dann total hibbelig das Ding zum ersten Mal losfahren lassen. Dafür gibt es für so Bewegungslegastheniker wie mich extra eine Fernbedienung, muss ich mich wenigstens nicht bücken um die Bude sauber zu machen, perfekt. Und einfacher könnte es wirklich nicht sein: Es gibt einen großen grünen Knopf in der Mitte. Den einfach zweimal drücken und der VR200 legt los.

Die Fernbedienung: Damit ich mich noch weniger bewegen muss!

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Die Fernbedienung hat dann in der oberen Reihe noch drei Knöpfe: Home, Spot und Eco. Wenn der Roboter gerade unterwegs ist und er mittels Start-Taste angehalten wurde, reicht es, kurz die Home-Taste anzutippen und der Vorwerk fährt wieder zurück an seine Basisstation oder den Ausgangspunkt seiner Reise.

Mit der Spot-Taste können wir dem Kobold sagen, dass er nur einen bestimmt Bereich reinigen soll. Dieser umfasst rund 1,20 x 1,50 Meter und beginnt direkt vor dem Staubsauger. Hab ich persönlich bisher quasi noch nie genutzt, aber kann natürlich nützlich sein, wenn man jetzt keinen Bock hat nochmal alles machen zu lassen, der Teil aber unbedingt jetzt sauber gemacht werden muss.

Dafür gibt es dann aber zum Beispiel auch die Funktion, den Roboter mit Hilfe der Pfeiltasten selbst zu steuern. Ich hab mich riesig auf diese Funktion gefreut und war dann leider sehr enttäuscht, weil die Steuerung damit extrem schwammig und kompliziert ist.

Zu guter Letzt haben wir dann noch den Knopf für den Eco-Modus auf der Fernbedienung. Der ist dafür da, dass das Gerät in den Sparmodus schält. Dabei wird es leiser und schafft dann laut Datenblatt 120qm Wohnfläche und eine Einsatzzeit von 90 Minuten. Also schon ordentlich. Damit haben wir dann wohl gleich den Schwenk zum nächsten Punkt: Der Lautstärke.

Lautstärke: Der VR200 klingt wie ein leises, niedliches Flugzeug

Damit ihr die Lautstärke selbst mal so ein bisschen hören könnt, habe ich extra für euch ein super formschönes Video gedreht, das ihr euch oben anschauen könnt. Im Vergleich zum Vorgänger hat Vorwerk übrigens nix an der Lautstärke gedreht. Finde ich persönlich auch völlig in Ordnung, denn im Normalfall soll der VR200 die Bude saugen, wenn ihr eben nicht zu Hause seid.

Ansonsten hat es mich aber auch nicht weiter gestört, wenn der Roboter gerade seinen Dienst verrichtet hat und ich nebenbei TV geschaut habe. Einfach bisschen lauter gemacht und gut ist. Und immer noch sehr viel leiser als mein herkömmlicher Staubsauger. Für mich definitiv kein Kritikpunkt.

Saugleistung: Ich bin zufrieden, meine Mama auch (Und das will was heißen)

Kommen wir also zum wohl wichtigsten Punkt: Der Saugleistung.

Ich bin ja wahrlich kein Experte, was das Staubsaugen betrifft. Aber so als absoluter Vollidiot in dem Punkt kann ich euch sagen: Der Boden wird sauber. Dafür sorgt die gute Vorwerk-Technik. Denn wenn das ewig alte Traditionsunternehmen etwas kann, dann Staubsauger bauen. Fragt mal eure Eltern oder Großeltern, die stimmen mir da zu!

Wie gesagt habe ich den Staubsaugerroboter jetzt rund zwei Monate im Einsatz und konnte bisher keinen Abfall in der Saugleistung oder dem Akku feststellen. Es funktioniert weiterhin alles so wie am ersten Tag. Nur ab und zu sollte man die Bürsten dann doch mal reinigen, vor allem wenn man weibliche Wesen beherbergt. Denn dann verfangen sich immer mehr Haare in der Bürste und das kann dann irgendwann logischerweise zu verminderter Leistung führen.

Lustig ist auch, dass der eigene Staub- und Schmutzbehälter mit einem anderen Staubsauger ausgesaugt werden kann. Hab ich nicht gemacht, weil ich meinen Staubsauger dank dem VR200 in irgendeiner tiefen Ecke kurz hinter Mordor vergraben habe. Ausleeren ist trotzdem total easy: Knopf drücken, Behälter rausnehmen, über dem Müll ausklopfen und wieder reinstecken. Fertig. Bei mir lief das Ding teils jeden Tag und ich musste gefühlt einmal die Woche den Behälter leeren.

Es gibt auch eine Funktion im Menü, die euch benachrichtigt, wenn der Behälter voll ist. Zumindest wird das im Menü suggeriert. In der Anleitung steht es dann genauer drin: Alle 90 Minuten meldet euch der VR200, dass ihr eventuell mal den Behälter leeren solltet. Ein Sensor dafür ist leider nicht verbaut.

Damit die Ecken richtig sauber werden, gibt es vorne eine kleine Rundbürste. Bei mir im Test hat das zu weiten Teilen auch ganz gut funktioniert. Wenn der Winkel einer Ecke aber zu spitz wurde oder irgendwelche anderen komischen Ausmaße angenommen hatte, ist es teilweise passiert, dass dort eben nicht gesaugt wurde. Kann ich verschmerzen, ab und zu muss man eben selbst noch Hand anlegen. Höhö.

Sensoren: Laser-Shizzle, Ultraschall-Hassle. Alles mit dabei.

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Damit so ein Saugroboter auch ordentlich funktioniert, steckt da natürlich eine ganze Ladung an Technik drin. Kommen wir also zu den Sensoren, die es dem Roboter ermöglichen recht elegant durch die Wohnung zu manövrieren und dabei kein mittelschweres Chaos anzurichten.

Vorwerk verbaut im Kobold VR200 einen Laserscanner (Oben drauf), einen Wandfolgesensor und drei Bodensensoren. Ersterer tastet den Raum pro Sekunde 1800 mal ab. Dabei wird dann eine interne virtuelle Karte des Raumes angelegt, damit das Teil nicht planlos durch die Gegend steuert, sondern intelligent reinigt. Das seht ihr oben im Video auch ganz gut. Erst wird ein Karree außen ab gefahren und dann wird Stück für Stück innen drin gereinigt. Danach geht es zum nächsten Planquadrat.

Der Wandfolgesensor hat in meinem Test ganz gute Arbeit verrichtet und zu etwa 95% funktioniert. Erkennt er, dass eine Wand da ist, dann werden die Bumper kurzzeitig deaktiviert, damit ordentlich an der Wand lang gefahren werden kann. Ab und zu braucht es aber ein paar Anläufe mehr, bis der VR200 erkannt hat, dass es sich um eine Wand und kein Hindernis handelt. Das führt dazu, dass ab und zu so 1cm Boden ausgelassen wird.

Dann haben wir da noch die Bodensensoren. Die sind logischerweise dafür da, dass uns der Roboter nicht die Treppen runtersegelt.

Alientechnologie sorgt für intelligentes Saugen

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Ich hab es oben schon mal angesprochen und im Video war es auch zu sehen: Der Vorwerk Kobold VR200 reinigt den Raum intelligent, wenn man so sagen möchte. Es werden Planquadrate angelegt und diese Stück für Stück gereinigt. Sollte der Akku zwischenzeitlich unter 50% fallen, fährt der Roboter übrigens brav zurück zur Ladestation, ballert sich den Strom rein bis er wieder voll ist und macht dann dort weiter, wo er aufgehört hat.

Durch das intelligente Herumfahren soll die Reinigung vor allem effizienter stattfinden. Klingt für mich logisch, allerdings habe ich keinen Vergleich zu anderen Saugrobotern die das ganze im Chaosprinzip erledigen. Hat bei mir in den meisten Fällen ohne Murren funktioniert. Ab und zu wurde aber mal ein Raum ausgelassen und ich weiß nicht so richtig warum.

Damit kommen wir auch schon zu einem recht wichtigen Punkt:

Ist der Vorwerk VR200 Kobold für jede Wohnung geeignet?

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Dazu gibt es von mir ein klares Jain. Mit höherem Teppich kam der Kobold bei mir im Test zum Beispiel nicht sonderlich gut klar. Auf dem Teppich wurde er schlagartig langsam, bis er irgendwann stehen geblieben und ist mit Piepen darauf aufmerksam gemacht hat, dass es hier nicht weitergeht. Dafür gibt es zum Glück 4,5 Meter Magnetkabel in der Verpackung, die für genau solche Fälle vorgesehen ist.

Also fix zurechtgeschnibbelt und unter den Teppich gelegt und schon fährt er nicht mehr drauf rum. Ansonsten könnte es noch Probleme geben, wenn ihr irgendwelche komischen Abstufungen in der Butze haben solltet. Ich hab zum Beispiel zum Bad eine etwas größere Schwelle. Dank Steighilfen schafft der Roboter zwar bis zu 2cm, aber das reicht eben auch nicht für alles.

Laut Produktmanager kann es auch in großen, leeren Räumen passieren, dass der Kobold die Orientierung verliert. Konnte ich jetzt leider nicht testen, da ich gerade etwas unpässlich an großen, leeren Räumen bin.

Wer übrigens „normalen“ Teppich hat, sollte keine Probleme bekommen. Hat bei meinen Eltern auch ohne Probleme funktioniert. Oder nennt man das Auslegware? Ich weiß es nicht genau, ist zu Oldschool für mich.

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Und falls ihr, warum auch immer, Kabel in der Bude haben solltet, müsst ihr auch ein wenig aufpassen. Bei mir hat es zwar recht gut funktioniert, dass der VR200 sich selbst wieder auseinander wickelt, aber teilweise kommt es eben doch dazu, dass er sich ordentlich verheddert und dann nix mehr weitergeht. Für mich positiv: So hab ich wenigstens mal den Kabelsalat unter meinem TV beseitigt und alles eine Stufe höher gelegt.

Durch die recht niedrige Bauweise kommt der VR200 bei mir übrigens unter die Küchenmöbel und das Sideboard im Wohnzimmer. Die beiden Orte die extremst selten einen Staubsauger zu Gesicht bekommen. Nämlich beim Einzug und wieder beim Auszug. Jetzt ist es da immer schön sauber. So muss das sein.

Fazit: Kaufempfehlung, wenn man den Preis verschmerzen kann

Wie ihr oben lesen konntet, bin ich wirklich zufrieden mit dem Roboter. Hier und da gibt es noch ein paar Kritikpunkte, wie zum Beispiel das Auslassen von manchen Stellen oder das nicht immer perfekte Eckenreinigen. Leider hab ich keinen Vergleich zu anderen Robotern und weiß jetzt nicht, ob günstigere Modelle genauso gute Resultate liefern.

Und damit sind wir auch schon beim Knackpunkt angekommen. 749€ sind natürlich erstmal eine ganze Stange Geld, die da den Besitzer wechselt. Nur für die Bequemlichkeit. Jetzt kann man das Ganze mathematisch aufarbeiten und sagen: Ihr spart dadurch Zeit. Rechnet die Zeit auf euren ganz eigenen Stundenlohn um und schaut, wann sich der VR200 armotisiert hat.

Für die 749€ gibt es dann aber natürlich auch eine ganze Menge und ich denke, Vorwerk hat hier echt was brauchbares geschaffen. Die Saugmotoren sind über jeden Zweifel erhaben und auch die Technik der Robotik ist wirklich gut.

Kurz gesagt: Geld spielt keine Rolex? Kauft euch das Ding! Ansonsten könnt ihr auch erstmal in einem Vorwerk-Shop eurer Nähe vorbeischießen und das Ding einfach mal für 30 Tage mit nach Hause nehmen. Ganz kostenlos.

Hier geht es übrigens zum Vorwerk-Online-Shop.

Danke fürs Lesen.

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Philipp

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