TechNews Testbericht: Sony Xperia Z – Flachbildschirm mit Telefonfunktion

TechNews Testbericht: Sony Xperia Z – Flachbildschirm mit Telefonfunktion

SONY DSC

Vom Reich der Mitte, wo in regelmäßigen Abständen Mobiltelefone explodieren ( TechnNews berichtete ), machen wir einen Sprung über das Japanische Meer in das Land was berühmt für Anime, Ramen, Hentai, Godzilla und den abgefahrensten Technikstuff ist: Wir haben das Alphatier des japanischen Allroundunternehmens Sony unter die Lupe genommen und präsentieren euch hiermit den Testbericht zum Sony Dragonball Z Xperia Z ( Amazonpreis am 30.07.2013: 480,24€ ).

Technische Fakten des Sony Xperia Z

  • 139 mm x 71 mm x 7,9 mm und 146 g schwer
  • 1,5-Ghz-Quadcore-CPU (Snapdragon S4 Pro)
  • 13 Megapixel Rückkamera und Frontkamera mit Full-HD Videofunktion
  • Akku mit 2.330 mAh
  • 5-Zoll Display, 1920 x 1080 (443ppi), Mineralglasdisplay
  • 2 GB RAM, 16 GB interner Speicher, microSD-Slot
  • 3,5mm Klinkenbuchse, microUSB, WLAN, HDMI, DLNA, NFC, MHL, LTE, NFL, DFB, MFG, VHS, HDGDL, EGJ
  • Android 4.1

Erster Eindruck:

Mir sind die ersten wirklichen Smartphones von Sony noch gut in Erinnerung. Das Xperia, Xperia Mini und später das Xperia Arc. Genannte Telefone waren eine Frechheit vor dem Smartphoneherrn ( Hiermit ist nicht Steve Jobs gemeint Anm. d. R.) und dementsprechend waren meine Erwartungen an das Telefon eher gering. Verpackung macht was her und auch das komplette Inlay ist gut verarbeitet. Zubehör wie USB-Kabel, Ladeadapter und Kopfhörer wirken qualitativ sehr hochwertig und sehen durch das schlichte schwarze Design auch gut aus. Nun zum Telefon. Oha. Jeder der mich gefragt hat, was ich über das Handy denke hat zuerst folgenden Sätze gehört: “ Früher bei Pimp My Ride haben die Flachbildschirme in die Kopfstützen eingebaut die kleiner waren“. Den Shaquille O’Neal unter den Handys aus der Verpackung genommen und los geht.

SONY DSC

Handling: 4 Räder und es wäre ein Skateboard

Zum Anfang ein großer Kritikpunkt, welcher sofort ins Auge sticht. Das Ding ist enorm und es ist durchaus nicht untertrieben die (Aus)maße dieses Telefons als biblisch zu betiteln. Somit liegt es wirklich bescheiden in der Hand und im Alltag gab es schon öfters Situationen, in denen mir der Koloss beinah aus der Hand gerutscht wäre und seinen Weg in den Smartphonehimmel gefunden hätte. Das Xperia Z einhändig halten und mit dem Daumen in die oberen Ecken kommen ist relativ unmöglich, außer man besorgt sich eine handelsübliche Wiener und verwendet sie als Daumenaufsatz. Positiv zu vermerken ist, dass Sony es geschafft hat sein XXL-Smartphone relativ leicht zu bauen. So bewegt es sich in der gleichen Gewichtsklasse wie ein Iphone 4 bzw. das im letzten Testbericht vorgestellte Huawei. Weiterhin ist die Verarbeitung wirklich exzellent. Kratzfestes Mineralglas auf Vorder- und Rückseite gepaart mit einem extrem kantigen Design und fest verschlossenen Anschlüssen machen den Todesstern unter den Smartphones zu einem echten Hingucker. Die beiden Tasten aus Aluminium welche an der Seite verbaut wurden tragen ihren Teil dazu bei. Sony verwendet beim Xperia Z ein eigenes UI, welches jedoch nichts mehr mit den hässlichen bläulichen Sony Interfaces zu tun hat, welche bei den alten Xperia-Modellen Verwendung fanden. Es finden sich eigenartige vorinstallierte Apps auf dem Gerät ( Sony Select, Music Unlimited, Video Unlimited, Let’s Start PSM, Sociallife etc.) jedoch ist das Design schlicht gehalten und orientiert sich merklich am reinen Android. Das finden wir gut. Trotz der Größe sorgt die flache Bauweise für ein relativ angenehmes Tragegefühl beim Hosentaschentest.

Noch ein cooler Punkt. Wer zwischen Taff, Galileo und Catching the Millionaire seiner Pflicht als guter Konsument nachkommt und aufmerksam Werbung schaut der hat sicher folgenden Clip gesehen: Sony beweihräuchert sich und seine technischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte. Darunter TV Geräte, Walkmans und die berühmte Playstation 1. Ganz am Ende sehen wir zwei Touristen welche einem Holi in Indien beiwohnen ( Indien hat jetzt auch Holi Festivals? ). Wirklich interessant ist die Tatsache, dass die beiden Touristen das Telefon nach der Farborgie mit klarem Wasser abspülen. Ein wasserfestes Telefon, ohne die anmutige Schönheit eines Outdoorhandys? Klingt interessant. Tatsächlich ist es möglich das Xperia Z in die Toilette fallen zu lassen ohne dabei Angst haben zu müssen, dass nun ein Totalschaden vorliegt. Wozu das gut sein soll? Dem gemeinen Europäer dürfte dieser Aspekt nicht so wichtig vorkommen, doch für die japanische Bevölkerung ist es enorm wichtig, dass im Notfall ihr Xperia Z ins Meer gehen könnte um dort gegen angreifende Meeresungeheuer zu kämpfen. Originalaufnahmen zeigen wie real diese Gefahr in Japan ist.

Ausdauer: Die Energiekrise von morgen schon heute

SONY DSC

Und nun der große Kritikpunkt. Die Akkulaufzeit. Hardcore Prozessor und ein Display was neben der Chinesischen Mauer vom Weltall aus erkennbar ist fordern ihren Tribut. Wird das Telefon ganz normal genutzt so kommt man mit viel Mühe über den Tag. Als gelangweilter Student, oder 9 to 5 Arbeiter in einem Großraumbüro besteht hierzu jedoch keine Chance. Um Kritik abweisen zu können hat sich Sony was schlaues ausgedacht. Den Stamina- und Akkuschonmodus. Mit diesen kleinen Tools konnte ich im Dauertest ( WhatsApp, Telefonie, SMS, Email, Facebook, Fotos, etc.) eine relativ humane Nutzungsdauer herausschlagen. Bei einem Testtag, welcher 7:30 begann, hat sich der Akku bis 13:30 auf 62% abgenutzt. 20:00 Uhr waren dann noch 25% übrig und 23:00 ganze 7%. Beim Stamina-Modus werden mobile Daten und Wi-Fi deaktiviert sobald der Bildschirm ausgestellt wird. Hierbei kann der Nutzer jedoch einigen Programmen Ausnahmen gestatten ( z.B. WhatsApp oder Facebook MSG ). Für Leute ohne jegliches Interesse daran was für einen Stuss seine sozialen Verpflichtungen fabrizieren ist diese Funktion natürlich irrelevant. Der Akkuschonmodus besteht darin, dass bestimmte Funktionen automatisch deaktiviert werden sobald ein bestimmter Grenzwert erreicht wurde. Android sei Dank kann hier wieder alles selbst eingestellt und auf die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden. Trotz dieser interessanten Funktionen ist die Akkulaufzeit das ultimative Killerargument gegen den Transformer. Hater Fanboys Einige Stimmen werden nun behauptet, dass durch die interessanten Energieoptionen das Telefon völlig normal genutzt werden kann und wir Koitus mit unseren Müttern vollziehen würden, weil wir dies hier dennoch kritisieren. Realistisch betrachtet sieht es jedoch so aus: Wäre Sony ein Autohersteller, so hätte es das Auto leichter und den Motor effizienter gestalten können. Stattdessen wurde eine 5000 Watt benzinbetriebene Subwooferanlage, ein Kühlhaus für Rinderhälften und eine Karosserie aus dem Zeug, was Nibbler aus Futurama auskackt, eingebaut. Um hier dennoch die Reichweite zu erhöhen wurde ein Bordcomputer entwickelt, welcher die Hälfte des Autos lahmlegt, falls wir einen Wochentag haben der mit „M“ oder „S“ anfängt. Leider ist der Akku nicht austauschbar, was jedoch hier nicht als kritisch zu sehen ist, da dies bei einem wasserdichten Telefon nicht anders realisierbar zu sein scheint.

Multimedia: Eine Schönheit mit Blaustich wie Schlumpfine

Eine völlig überzogene 13 Megapixel Kamera und ein Full-HD Display machen den japanischen Sternenkreuzer zu einer hübschen Multimediamaschine. Videos und Spiele wirken extrem schön auf dem Display und auch die Farben von Icons und Wallpapern sehen sehr stechend und angenehm aus. Hierzu muss nicht einmal die maximale Bildschirmhelligkeit eingestellt sein. Falls jedoch gerade kein Solarium in der Nähe ist kann man den Regler für die Helligkeit auf Anschlag ziehen und sich bequem unterwegs bräunen. Das verarbeitete Display lässt sich auch bei direkter Sonneneinstrahlung verwenden. Jedoch sieht unter gleichen Verhältnissen das Display des Iphone besser aus. Der Sound der verbauten Lautsprecher ist für ein Handy vollkommen okay. Die geschossenen Bilder sind hübsch anzuschauen, jedoch neigt die Kamera dazu unter etwas schwierigen Lichtverhältnissen einen auffälligen Blaustich zu erzeugen. Hier hätte Sony eher auf 5 Megapixel verzichten sollen und stattdessen die Qualität der Kamera/Linse verbessern sollen. Dies ist jedoch meine eigene persönliche Meinung und wer seine Selfies vorm Badspiegel auf Postergröße gestreckt haben will, sollte sich hiervon nicht abschrecken lassen. Standard ist der Kameramodus „Überlegene Automatik“, welcher quasi die ideale Einstellung für Bilder findet. Erinnert vom Namen her an einen möglichen Kollegah-Albumtitel oder einen Schusswaffenmodus.

Leistung: 200 PS auf 10.000 KG

SONY DSC

Mein erster PC um 2004 rum hatte einen 800 MhZ Prozessor und 256 MB Ram. Das Godzillaphone hat einen 1,5 Ghz Quadcore Prozessor und 2 GB Ram. „Aufwendige“ 3D Spiele laufen flüssig und die allgemeine Bedienung geht schön und problemlos von der Hand. Lediglich die Betätigung des Standbyschalters und der Wechsel in den Kameramodus aus der Bildschirmsperre heraus, bereiten dem Telefon Probleme. Mir ist schleierhaft wieso das Telefon knapp 1 Sekunde braucht damit es auf den Tastendruck des Standybbuttons reagiert.  Dadurch ist es mir oftmals passiert, dass ich den Bildschirm aus versehen wieder gesperrt hatte, da ich dachte, dass ich den Button nicht richtig gedrückt hätte. Die Sache mit dem langen Wechsel in den Kameramodus ist auch etwas ärgerlich, vor allem da Sony einen pfeilschnellen Wechsel verspricht und auch damit wirbt. Wie soll ich so bitte einen vernünftigen Schnappschuss von einer Frau in unverschämt knappen Hotpants an der Edeka-Kasse vor mir machen? Trotz guter technischer Daten bleibt ein eher mittelmäßiges Gefühl zurück.

Fazit: Größe ist nicht alles und Technik auch nicht

Der Testbericht fällt eher negativ aus. Viel zu groß, miserable Akkulaufzeit, Kamera mit Blaustich und die positiven Aspekte wie Leistung, Display, Design und Wasserresistenz sind nun auch nicht so die Rockstareigenschaften, welche die negativen Aspekte erträglich machen würde. Dennoch muss ich zugeben, dass mir die alltägliche Benutzung großen Spaß bereitet hat. Die UI sieht schick aus und das gesamte Telefon an sich macht einfach einen hochwertigen und schönen Eindruck, auch wenn man beim telefonieren wie ein Idiot aussieht, der versucht mit einem McDonald’s Tablett ( MCD macht jetzt Tablets? Nein Tablett) zu telefonieren. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine abgespeckte Variante des Telefons, mit wesentlich kleineren Baumaßen und geringeren Leistungsmerkmalen bei gleichbleibender Qualität das besseres Telefon abgegeben hätte.

The following two tabs change content below.

Marcel

Der Reißverschluss, das Internet und Ketchup waren meine Ideen. Bist du cool, dann folgst du mir bei Twitter.