TechNews Testbericht: Nokia Lumia 920

TechNews Testbericht: Nokia Lumia 920

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Heute kommt der Test zum Nokia Lumia 920, dem ersten Windows Phone welches wir getestet haben. Eins muss ich aber gleich vorneweg schießen, ich bin nicht wirklich warm mit Windows Phone geworden, deswegen versuche ich mich mehr auf das Gerät an sich, als die Plattform zu konzentrieren. Wie euch ja vielleicht mittlerweile bekannt ist, versuchen wir nicht die Geräte bis ins kleinste Detail auseinander zu nehmen, sondern benutzen sie einfach und achten auf die, für uns, wichtigsten Punkte: Handling, Ausdauer, Multimedia, Leistung und ob man damit Frauen begeistern kann.

Nokia Lumia 920

Technische Fakten:

  • 130,3 x 70,8 x 10,7 Millimeter und 185 Gramm schwer
  • Qualcomm Snapdragon™ S4 mit 1,5GHz
  • 4,5 Zoll großes WXGA Display mit einer Auflösung von 1280 x 768 Pixel
  • Akku mit 2.000mAh – drahtlos aufladbar
  • 1GB Ram
  • 32GB integrierter Speicher3,5mm Klinkenbuchse, microUSB, WLAN 802.11 b/g/n, A-GPS
  • Windows Phone 8.0

Das Nokia Lumia 920 kommt bei mir in einer schönen, bunten Verpackung an. Allerdings nervt etwas, dass die innere Box beim hochheben gerne mal rausrutscht. Und wenn das der Fall ist, rutscht, sofern das Handy nicht mehr drin liegt, auch gleich mal noch dieser Sim-Karten-Stecker mit raus. Den hätte man eventuell auch fixieren sollen. Mit an Bord sind das Handy, ein USB-Datenkabel plus passenden Adapter ums in der Steckdose zu laden. Dann eine kleine Kurzanleitung und Kopfhörer in passender Farbe. Soweit so gut. Die Verpackung wirkt nicht billig, aber auch nicht sonderlich hochwertig. Ist bei einem aktuellen Preis von 338€ aber durchaus zu verkraften. Fangen wir mit dem Test an.

Handling: Ganz schönes Schwergewicht

Wir ihr schon auf den Bildern sehen könnt und eventuell meinen älteren Beiträgen entnommen habt, besitze ich ein Nexus 4. Das ist für meinen Geschmack nicht zu schwer oder zu leicht und liegt gut in der Hand. Und obwohl das Lumia 920 nicht sonderlich größer ist, liegt es gefühlt sehr viel schwerer in der Hand. Sicher etwas an das man sich gewöhnen kann, für den ersten Moment aber doch ungewohnt. Dafür wirkt das Gerät perfekt verarbeitet, nix knarzt und das Gerät ist schön griffig. Dennoch wirkt es mir etwas zu klobig und ich stehe persönlich nicht so auf das Design der Lumia Reihe. Zu harte Kanten. Dafür ist das knallige Gelb ein Hingucker.

Das Display ist für meinen Geschmack gestochen scharf und liefert bei allen Verhältnissen einen guten Blick aufs Display. Dazu bedient sich Nokia bei einem Trick, wenn die Sonne direkt aufs Display knallt: Sie erhöhen einfach den Weißabgleich. Dadurch wirkt das Display zwar etwas milchig. dafür ist alles lesbar. Da kann mein Nexus nicht mithalten! Beim Einrichten vom Gerät gab es auch keine nennenswerten Probleme, allerdings hatte ich durch Windows 8 auch schon ein Live-Konto. Danach wird man von dem „Homescreen“ begrüßt. Ich weiß ja nicht, wie man das als „knallig bunt“ bezeichnen kann, für mich ist dieses schlichte Schwarz mit einer selbst gewählten Farbe alles andere als bunt.

Damit kam bei mir dann auch die ersten Ernüchterung. Ich wollte dem System gegenüber wirklich offen sein und hatte mich auf das Gerät gefreut und an dem Tag hab ich es einfach zu Hause liegen lassen, weil diese Oberfläche mich null angesprochen hat. Nach dem ersten Schock hab ich dann mal angefangen das Lumia einzurichten und suchte mir quasi die typischen Apps: WhatsApp, Facebook, Twitter und Dropbox. Bei den ersten drei Apps wurde ich fündig, Dropbox gab es gleich mal gar nicht im Store. Ärgerlich, bin derzeit durch die Uni stark drauf angewiesen. Dann mal kurz in die Apps reingeschaut und festgestellt, dass alle ähnlich designt sind. Bin ich ja auch ein Freund von, allerdings gefällt mir das WP-Design einfach nicht. Ich vermisse die ganze Zeit mein Android-Homescreen. Und auch in den Apps fehlt mir irgendwie was. Leider kann ich nicht genau sagen, was das ist.

Ausdauer:  Guter Akku, besser als bei meinem Nexus 4

SONY DSCWeil man in Apple-Geräten den Akku nicht wechseln konnte, wurden sie damals verteufelt. Mittlerweile zieht sich diese Eigenart durch alle Hersteller. Auch beim Lumia 920 von Nokia ist der Akku fest verbaut und kann nicht gewechselt werden. Wer also gerne irgendwann mal einen neuen Akku einbauen will, hat Pech gehabt. Da ich persönlich auch den Akku beim Nexus 4 nicht wechseln kann, habe ich mich allerdings daran gewöhnt und gebe mir einfach die größte Mühe, dass Gerät vom Wasser fernzuhalten, damit ich gar nicht erst meckern kann, dass man bei jedem anderen Gerät nur den Akku tauschen bräuchte, weil ich es mit schwimmen genommen habe. Mit dem Akku vom Lumia 920 bin ich auf jeden Fall sehr zufrieden, ist aber auch nicht sonderlich schwer, da der im Nexus 4 grauenhaft schlecht ist. Ich bin locker über den Tag gekommen mit allen anfallenden Aufgaben: 17.000 WhatsApp Bilder und Videos bekommen, einen ganzen Haufen Mails und dann ständig auf Twitter lesen und ab und zu bei Facebook reinschauen. Genügt also vollends meinen Ansprüchen.

Multimedia: Kamera können sie, die Finnen

Zu der Kamera kann man eigentlich nur eins sagen: Grandios. Noch nie hatte ich ein Handy in der Hand, das so gute Bilder geschossen hat. Mal davon abgesehen, dass ich nicht unbedingt der beste Fotograf bin. Selbst bei schlechtem Licht werden die Bilder mit Blitz immer noch grandios. Das perfekte Smartphone für alle Foto-Fetischisten (Achtung: Anapher). Die Kamera reicht für mein Verständnis auch für mehr als nur Schnappschüsse und wer eh nur eine billige Digitalkamera zu Hause hat, kann auf diese getrost verzichten. Allerdings ist das für mich persönlich irrelevant, da ich ungefähr nie Bilder mit meinem Handy mache. Wer aber ein Smartphone vor allem wegen der Kamera kauft, kommt um die Lumia-Reihe einfach nicht drumrum. Die Frontkamera macht auch halbwegs brauchbare Bilder, ist natürlich wie überall aber nicht das Non-Plus-Ultra und reicht halt eben für die Videotelefonie und den schnellen Selfie für Instagram, Facebook undwasweißichnichtalles.

Der interne Speicher mit 32GB bietet auch Platz für alles, was man eben so auf seinem Handy parkt: Musik, Bilder, lustige Videos, eklige Videos, lustige Ekelvideos. Allerdings ist nach den 32GB auch Schluss. Es gibt keinen Einschub für die MicroSD.

Leistung: Kein Ruckeln, dafür aber auch kaum Inhalte die ruckeln könnten

So wenig mir Windows Phone auch zusagt, man muss neidlos anerkennen, dass Windows Phone 8 mit den teilweise geringen Ressourcen hervorragend haushaltet. Ich konnte dem Gerät keinen Ruckler entlocken. Egal ob Facebook, Twitter oder ein Spiel. Nie hatte ich das Gefühl, dass das Lumia 920 überfordert ist. Dementsprechend kann man beim Lumia 920 auch verkraften das die technischen Daten auf dem Blatt nicht nach Tech-Porno klingen. Und seien wir ehrlich, der Durchschnittsnutzer hat vermutlich sowieso keine Ahnung, welche Hardware in seinem Gerät steckt. Solange alles funktioniert ist das ja auch schnurzepiepegal.

Fazit: Kaufempfehlung, wenn man sich mit Windows Phone anfreunden kann

Das Nokia Lumia 920 ist prinzipiell ein wirklich gutes Gerät. Liegt schön in der Hand, an das Gewicht gewöhnt man sich und die Bilder sind Bombe. Wenn da nur nicht Windows Phone wäre. Das ist für mich ein Grund, kein Lumia zu kaufen. Wem das egal ist, sollte ruhig mal überlegen sich von Android oder iOS zu entfernen, denn Nokia weiß eindeutig, wie man wirklich gute Geräte baut und diese dann auch noch zu einem recht guten Preis an den Mann oder die Frau bringt. Gut gemacht, Nokia!

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Philipp

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