TechNews Testbericht: HUAWEI Ascend G615 – Überraschung aus dem Reich der Mitte

TechNews Testbericht: HUAWEI Ascend G615 – Überraschung aus dem Reich der Mitte

teaser-technews-testbericht-huawei-ascend-g615

Das ist jetzt schon der zweite Testbericht von TechNews. Den ersten, über das Huawei Y300 (Nein, wir machen keine Werbung, waren nur die ersten beiden Geräte die wir zur Verfügung hatten) findet ihr hier: TechNews Testbericht – Huawei Y300

Technische Fakten:

  • 68 mm × 134 mm × 11 mm groß und 148 Gramm schwer
  • 1,4-Ghz-Quadcore-CPU (Hi-Silicon K3V2)
  • 8 Megapixel Rückkamera und Frontkamera mit einer Auflösung von 1280 x 960
  • Akku mit 2.150 mAh
  • 4,45-Zoll Display, 720 x 1280 (330ppi), IPS
  • 1 GB RAM, 8 GB interner Speicher ( effektiv 5 GB ), microSD-Slot
  • 3,5mm Klinkenbuchse, microUSB, WLAN 802.11 b/g/n, A-GP
  • Android 4.0.4

Gestern berichteten wir, dass das Huawei Ascend G615 endlich ein Update auf Android 4.1 erhält. Leider konnte ich das Update nicht installieren, weil ich hier keine MicroSD rumliegen hatte. Für diesen Testbericht haben wir das G615 auf Prozessor und Platine geprüft und wollen euch nun zeigen wie sich das Smartphone aus der Volksrepublik im Alltag schlägt. Mit 249,00€ ( Amazonpreis am 13.07.2013 ) liegt das Gerät im mittleren Preissegment und genau das ist auch der Punkt, welcher trotz schwacher Kamera, für das Gerät spricht: Preis-Leistungs-Verhältnis. Im Lieferumfang sind Akku, USB-Kabel, Ladeadapter und ein Headset und die regulären Kurzanleitungen.

Erster Eindruck

Ich muss zugeben, dass ich relativ unvoreingenommen an den Test gegangen bin, da ich vom Hardwareriesen Huawei, welcher mir eher durch miserable Surfsticks bekannt war, nicht viel erwartet habe. Nach dem Öffnen der Verpackung kippte diese neutrale Stimmung schnell ins negative. Verpackungsdesign von Apple geklaut, Inlay von Apple geklaut. Nachdem ich ein alten HTC Adapter gefunden habe konnte es losgehen und nach dem Einschalten musste ich zugeben, dass das Telefon mir besser gefiel als ich es wohl vermutet hätte.

Handling: Erzeugt in der Hose keine Beule, mit der Mann angeben kann

Als eingefleischter Apple und Blackberrynutzer mag ich es eigentlich klein und halte den aktuellen Größenwahn bei Smartphones für absoluten Schwachsinn. Somit war ich beim ersten testen zunächst etwas skeptisch, der Größe gegenüber, doch schnell merkte ich, dass das Telefon extrem angenehm in der Hand liegt und sich so gut anfühlt wie ein Neuwagen. Angenehme Rückseite und auch die Benutzung des Kunststoffdisplays macht großen Spaß. Das Gewicht von 148 Gramm halte ich für optimal, da es weder zu billig noch zu schwer wirkt. Ohne Probleme kommt man bei einhändiger Benutzung in die oberen Ecken sodass man beim Fahrrad fahren noch bequem nebenbei rauchen kann und hierbei auch nicht darauf verzichten muss in seiner Lieblingswhatsappgruppe mit einem „LOL“ zu antworten, falls jemand ein witziges Katzenvideo gepostet hat. Durch die Größe ist der Transport in der Hosentasche unproblematisch. Leider spiegelt das Display ein wenig stark, was die Nutzung im Freien eher beschwerlich, jedoch nicht unmöglich, macht. Bei längerer  Benutzung ist mir aufgefallen, dass das Vibrationsfeedback bei der Tastaturbenutzung ungewöhnlich stark ist und obwohl nix am Handy wackelt, es dennoch ein lautes Geräusch dabei gibt.Sehr begeistert hat mich die Tatsache, dass Huawei hier auf ein eigenes Interface verzichtet hat und hier ganz klar auf die nackte Androidoberfläche setzt. Mir ist nicht ganz klar, ob Huawei die normale Android UI verwendet, weil sie Geld sparen wollten oder weil sie eingesehen haben, dass sie vermutlich nur Schrott ( HTC Sense ) produzieren würden. Egal was der Grund ist.das Gerät ist angenehm im Handling, wirkt nicht billig und die Benutzung geht intuitiv von der Hand.

Ausdauer: Erwartungen erreicht

Foto 12.07.13 18 20 56

Positiv ist, dass der Akku austauschbar ist. Eigentlich sollte dies nichts besonderes darstellen, doch da das durchschnittliche Technikverständnis durch die Zunahme von Appleprodukten dramatisch gesunken ist, sollte dies hier positiv erwähnt werden. Bei einer ausgewogenen Nutzung von WhatsApp, Spielen, Facebook, E-Mail, etc. erreicht man eine Akkulaufzeit von sechs Stunden. Will man jedoch unbedingt versuchen einen neuen Temple Run Rekord aufzustellen, so sollte man nach ca 3 Stunden die nächste Steckdose aufsuchen. Wird das G615 jedoch handelsüblich genutzt so kommt man locker über den Tag.

Multimedia: Für Instagram reicht es

Mit den, zugegebenermaßen angenehm verbauten, Lautsprechern auf der Rückseite des Telefons muss man keine Sorgen haben, dass man sich auf der letzten Busreihe schämen muss, wenn ein Anruf reinkommt und plötzlich „Sonnenbankflavour“ von Bushido losschmettert. Weitaus peinlicher wird’s, falls Fotos von der letzten Eroberung rumgezeigt werden sollen. Die Kamera ist zwar mit 8 MP gut ausgestattet, doch die Fotos sehen eher dürftig aus. Selbst bei gut beleuchteten Situationen wirken die Bilder irgendwie unschön. Der eingebaute Blitz verschlimmert die Situation eher, da er einen eigenartigen rötlichen Stich im Bild hinterlässt

Die eingebaute Frontkamera macht jedoch einen vernünftigen Eindruck und erfüllt den Zweck der Videotelefonie und der Facebookselbstportraits über alle Maße. Die Kamera ist der größte Minuspunkt des G615, doch lässt es sich durchaus verschmerzen, da die Qualität es für nachträgliche Bildbearbeitung völlig ausreichend ist.

Leistung: Ersetzt keine PlayStation 4

Ein wenig enttäuscht war ich  davon, dass von 8 GB internem Speicher lediglich 5 GB nutzbar sind. Dieses Problem lässt sich zwar mithilfe des microSD Slots beheben, aber dennoch stehen die 8GB auf der Verpackung und sollen den Kunden natürlich locken. Der Prozessor mit 1,4 GhZ in Kombination mit 1 GB RAM sollten zwar genug Power für aufwendige Spiele liefern, jedoch habe ich beim Testen festgestellt, dass aufwendige 3D Spiele teilweise stark ruckeln, was sich nach einiger Zeit, in der Regel, wieder gibt. Mit dem klassischen 2D Spielen hatte das Telefon keine Probleme, jedoch empfand ich das Surfen im Netz und bei Facebook oftmals etwas unrund und hakelig. Dies fiel zwar nicht weiter stark auf, jedoch hätte ich dieses Verhalten eher bei Einsteigersmartphones erwartet.

Fazit: China kann mehr als Reis

Ein fast top Smartphone aus dem mittleren Preissegment, ohne störende Hersteller UI. Trotz neutraler Erwartung und trotz eines miserablen ersten Eindrucks, hat mich das G615 vollends überzeugen können. Ein gutes Handling macht die tägliche Benutzung des Telefones zu einem angenehmen Akt und die schlichte Verarbeitung in Verbindung mit der guten Auflösung sorgen dafür, dass sich das Huawei Ascend G615 nicht vor Konkurrenzgeräten verstecken muss, jedoch kommt es von der Verarbeitungsqualität und dem Design her nicht an das Nexus 4, welches im gleichen Preissegment liegt, heran. Eine schwache Kamera und teilweise ruckelige Bedienung schmälern die positiven Eindrücke ein wenig, können jedoch nicht dafür sorgen, dass ich das Telefon niemanden empfehlen würde.

The following two tabs change content below.

Marcel

Der Reißverschluss, das Internet und Ketchup waren meine Ideen. Bist du cool, dann folgst du mir bei Twitter.