Sony Xperia Z3 im Test: Das „Nicht ganz so Flaggschiff-Killer“ Smartphone

Sony Xperia Z3 im Test: Das „Nicht ganz so Flaggschiff-Killer“ Smartphone

Bisher habe ich Sony Smartphones immer aus optischen Gründen gemieden, jetzt kann ich auch überzeugt sagen, dass ich es auch aufgrund der Software tun werde. Vier Wochen lang oder so renne ich jetzt schon mit dem Gerät rum, bald geht es endlich zurück.

Aber gut, es ist nicht nur scheiße, es ist auch hier und da mal genau so gut wie andere Smartphones. Aber auch in kleinen Katergorien kann das Smartphone keine Preise gewinnen. Aber genug vom unerklärten Hate – legen wir mal die Fakten auf den Tisch.

Spezifikationen

  • Snapdragon 801 (4 x 2,5 GHz)
  • 3 GB RAM
  • 16 GB interner Speicher (erweiterbar)
  • 5,2″ Full HD Display
  • 20,7 MP Hauptkamera
  • 2,2 MP Frontkamera
  • IP 65/68 Zertifizierung

Auf den ersten Blick klingt das ja alles knorke, aber die Hardware ist halt nur die halbe Miete. Sony hat bei der Software tatsächlich sehr viel geschlampt. Aber dafür gibt es dann ’ne eigene Kategorie. Dank des Snapdragon 805 und den 3 GB RAM laufen alle Spiele und Anwendungen flüssig – ohne Ruckler.

Die Optik

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Guckt man sich alleine die Materialien an, denkt man, dass man im iPhone 4 „Himmel“ gelandet ist. Vorne und hinten komplett Glas, außen um den Rahmen herum läuft (fast) durchgehend eine Aluminiumschiene. Was die ganzen Glas Faqs vielleicht toll finden, ist meiner Meinung nach teilweise echt scheiße.

Nach nur 4 Wochen hat das Gerät auf der Rückseite tatsächlich sehr viele kleine Kratzer, die Front blieb davon überraschenderweise weitestgehend verschont. Zwar könnte man diesem Problem mit einer Folie Abhilfe schaffen, aber das möchte halt nicht jeder. Ich könnte mir gut vorstellen, dass das Gerät nach einem ganzen Jahr Benutzung echt nicht mehr schön anzusehen ist.

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Das Nächste wäre dann der Rahmen. Zwar fühlt sich das Metall ganz nett an, hässlich ist es aber trotzdem. Statt eines einfachen, flachen Rahmen hat man überall irgendwelche Knöpfe oder sonst was hingesetzt, zumindest an den Seiten.

Rechts: Kameraknopf, laut/leiser Wippe, Sperrbutton, Einschub für Micro SIM und SD der in etwa genau so groß ist wie die anderen drei Knöpfe zusammen. Links: Klappe zum abdichten der USB Schnittstelle, Anschlussmöglichkeit für eine Dockingstation (oder Schnellladegerät) und am unteren Ende noch eine Kerbe um eine Schlaufe einzufedeln. Zu guter Letzt wird der Rahmen in jeder Ecke durch ein kleines Stück Gummi unterbrochen – damit sollen Stürze weniger Schaden anrichten. Sieht aber halt kacke aus.

Hehe – als ob das alles wäre was man da berichten könnte. Da es weder auf der Front, noch auf der Rückseite irgendwelche Knöpfe zur haptischen Orientierung gibt, hat man das Gerät fast schon grundsätzlich falsch herum in der Hand wenn man es vom Tisch oder aus der Hosentasche nimmt. Und da wir gerade bei haptischen Punkten zur Orientierung sind: Das Gerät ist halt aalglatt und fällt deswegen unglaublich oft von Oberflächen runter. Ohne Mist, das ist fast schon lächerlich wie oft mir das Ding vom Tisch gefallen ist nur weil ich es nicht absolut gerade aufgelegt habe.

Die Lautsprecher

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Tatsächlich wusste ich bisher nicht, dass Sony auch Stereo Lautsprecher in dem Z3 verbaute. Diese klingen zwar an sich relativ gut, haben aber auch ihre Tücken. Vorab sei gesagt: Sony kommt nicht an die Boom Lautsprecher des HTC One M8 heran. Wie dem auch sei, Stück für Stück jetzt.

Gefühlt ist der Stereo Sound 70 zu 30 zwischen den beiden Lautsprechern aufgeteilt. 70 Prozent kommen dabei aus dem oberen, die restlichen 30 Prozent aus dem unteren Lautsprecher. Dazu kommt dann, dass der Sound ziemlich leicht ist, Tiefen sind da tatsächlich noch seltener als Wasser in der Wüste. Jetzt kommt aber der Kniff: Legt ihr das Gerät mit der Rückseite auf eine feste Oberfläche (z.B. Tisch), wird der Sound schlagartig besser. Das liegt wohl daran, dass das Gerät „in der Luft“ von oben bis unten komplett vibriert wenn man Musik abspielt. Durch die feste Oberfläche wird das dann absorbiert und durch einen antiken Zauberspruch wird der Sound dann besser.

Die Kamera

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Ist scheiße! Was habe ich mich geärgert als ich mit dem Z3 auf einem schönen Weihnachtsmarkt in Velen war und mir die Low-Light Schwäche rücksichtslos jedes Bild zerstört hat. So regelt die Software im Automatikmodus JEDES Bild auf 8 MP runter, bei Low-Light muss man dazu mit ekelhaften Verschlusszeiten klar kommen und hat Abends eigentlich grundsätzlich die Arschkarte gezogen.

Im „manuellen“ Modus kann man die Auflösung dann auf 20,7 MP hochziehen, dafür werden dann aber alle anderen Einstellmöglichkeiten, auser Blitz und Weißabgleich, einfach mal gesperrt. Makro Aufnahmen sind übrigens in keinem Modus wirklich schön anzusehen. Ach und Videos sind auch super kacke. Das Bild ist unscharf und das Mikrofon ist beschissen.

Die Software

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Die schlechte Kamerasoftware war nur ein Teil des Eisberges. Statt jeweils großartige Erklärungen aufzulisten, liste ich meine Probleme mit dem Ding einfach mal auf (würde sonst zu viel werden). 1. Es geht ständig in der Hosentasche an und verstellt irgendwas oder telefoniert mit irgendjemanden. 2. Wenn die Musik läuft und ich angerufen werden, läuft die Musik einfach weiter und ich verpasse den Anruf. 3. „Double-Tap to wake“ habe ich erst nach 2 Wochen entdeckt, es ist echt unnötig versteckt. 4. Die Galerie App öffnet standardmäßig eine Übersicht von alle Bildern, die Ordneransicht muss man jedes Mal erneut manuell auswählen. Punkt Nummer 5 ist kein wirkliches Problem, aber die Icons für die vorinstallierten Apps passen mal absolut 0 zum Interface von Android.

Fazit

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Behaltet euer Weihnachtsgeld und gebt es nicht für das Z3 aus – wirklich. Als Allrounder ist das Gerät ne absolute Flasche das zudem noch mindestens 2 Mal pro Tag vom Tisch fällt. Wenn Du aber ein Bonze bist und ein Zweitgerät brauchst um deine ach so wichtigen Mails zu lesen, dann schlag zu. Das einzig positive an dem Gerät ist nämlich die Akkulaufzeit, 2 Tage Benutzung ohne den Akku zu laden sind hier keine Seltenheit.

Danke 1&1 für das Testgerät!

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Dustin

Star-Blogger, Multimillionär, Samsung Fanboy und beliebt - zumindest am Gegenteiltag. An den normalen Tagen lasse ich mich dann auf die Jungs von TechNews und AllAboutSamsung ein - ein Wandel zwischen Himmel und Hölle.