Samsung Galaxy S6 edge Testbericht: Oh yes baby!

Samsung Galaxy S6 edge Testbericht: Oh yes baby!

„Plastik oder kein Plastik, das ist hier die Frage“ – sagte einst der Chefdesigner von Samsung als er mit Investoren, Chefs und Jackie Chan (Stereotypen ahoi) an einem großen Tisch saß um die Details des kommenden Flaggschiffs zu besprechen. Das Ergebnis seht ihr, es ist kein Plastik.

Punkt eins ist also die absolute Neuorientierung. Glas, Aluminium, kein MicroSD-Slot, kein wechselbarer Akku und schlussendlich auch kein Snapdragon SoC – stattdessen gibt es jetzt einen eigens produzierten Exynos Octa-Core SoC. Aber was bedeutet das alles für die Bewertungen? Plastik fühlt sich zwar billig an, spart aber Gewicht; MicroSD-Slot ist eine Seltenheit, einen zu haben ist aber nett. Die restlichen Punkte könnt ihr euch denken.

Die Spezifikationen

  • 5,1″ QHD s-AMOLED Display (2.560 x 1.440 Pixel)
  • 3 GB RAM + 32, 64 oder 128 GB Speicherplatz
  • Exynos 7420 Octa-Core SoC (4 x 1,5 GHz + 4 x 2,1 GHz)
  • Vorder- und Rückseite aus Gorilla Glas 4
  • Maße: 143,4 x 70,5 x 6,8 Millimeter
  • LTE Cat. 6 mit theoretisch bis zu 300 Mbit/s
  • Eine sehr lichtempfindliche 16 MP Kamera auf der Rückseite
  • 5 MP Kamera für Selfies
  • Fingerabdrucksensor im Homebutton
  • Pulsmesser auf der Rückseite

Joa, ist ziemlich viel. Ziemlich viel irrelevant. Samsung hat das S6 und S6 edge auf einer großen Pressekonferenz in Barcelona in März vorgestellt – zusammen mit dem Namen ergibt das also zwei Faktoren die ganz klar sagen, dass man sich um die Leistung des kommenden Gerätes keine Sorgen machen muss. Wichtig ist eher der deutlich verbesserte Fingerabdrucksensor und die erweiterten Kamerafunktionen.

Die Kamera

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16 Megapixel, eine f1.9 Blende und dank der Camera2 API hat man auch Features wie eine manuelle ISO, manuellen Fokus und noch ein paar andere Sachen. Also viele Pixel, viel Licht und viele Optionen. Tatsächlich kann also ein „einfaches“ Galaxy S6, bezogen auf die Kamera, mehr als alle „Zoom“ oder „Camera“ Modelle die Samsung von Zeit zu Zeit als Auskopplungen von Flaggschiffen veröffentlicht hat.

Anfänger brauchen sich aber keine Sorgen machen, Samsung hat weiterhin einen automatischen Modus der dem Nutzer alles vorgibt und so tatsächlich ziemlich gute Fotos schießen lässt. Für die fortgeschrittenen Nutzer gibt es in derselben App noch einen „Pro“ Modus in dem man dann die oben genannten Optionen nach Belieben anpassen kann. Also ab auf die Piste und Fotos schießen.

Zu den ganzen Features der Kamera geh ich nochmal in einem gesonderten Artikel ein den ihr hier findet könnt. Über 1.600 Wörter sollten hier wohl ausreichen. Damit ihr aber nicht leer ausgeht, habe ich hier noch mal ein paar Testfotos für euch. Natürlich sind alle unbearbeitet und mit dem Galaxy S6 edge geschossen worden.

Das „neue“ TouchWiz

Lange bevor das Galaxy S6 edge vorgestellt wurde, rumpelte es in der Gerüchteküche bis zum geht nicht mehr. Dies will Samsung machen, das ist auch dabei und jenes wird auch vorkommen. Im Endeffekt hat sich viel bewahrheitet, aber wie sieht es mit TouchWiz aus? Frühere Gerüchte und sogar Samsung selbst sprachen von einer „sauberen“ Version von TouchWiz, alles sollte also etwas flüssiger laufen. Jetzt muss ich aber zugeben, dass ich selbst schon ziemlich zufrieden mit TouchWiz auf dem Galaxy Note 3 war und auch immer noch bin.

Andere Oberflächen, ob nun die jeweiligen von Sony oder HTC, haben mir tatsächlich weniger zugesprochen als das oft verpönte Äquivalent von Samsung. Ehrlich gesagt hat sich aber nicht viel gerändert. Optisch hat man mal wieder an ein paar Stellschrauben gedreht und hier und da gibt es auch neue Animationen – das alleine macht aber kein neues Erlebnis aus. Im Endeffekt ist TouchWiz dann aber auch wirklich schneller als sonst, das kann aber auch einfach an dem Exynos SoC liegen.

Die Geschwindigkeit dessen ist nämlich definitiv nicht zu verachten. Öffnet man die Kamera nämlich aus dem Standy-Modus aus, mit einem doppelten Klick auf den Home-Button, ist diese schon nach 0,7 Sekunden bereit zum auslösen – laut offiziellen Angaben. Das tolle daran: Es stimmt. Ich habe das natürlich nicht mit einer Stoppuhr gemessen, aber es ist wirklich so schnell, dass ich denke, dass die 0,7 Sekunden stimmen. Natürlich hat man da viel für optimiert, ohne einen verdammt schnellen Prozessor ist sowas aber nicht möglich unter Android.

Die Materialien / Haptik

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Wie schon gesagt ist das wohl die härteste Änderung. Weg von Plastik – oder „Polycarbonat“ wie Samsung es gerne nennt – hin zu Glas und Aluminium. Gut, den Rahmen aus Aluminium hat man auch schon beim Galaxy Note 4, Note Edge, dem Galaxy Alpha und der Galaxy A-Serie gesehen – designtechnisch sind das aber große Unterschiede. Die scharfen und flachen Kanten der genannten Geräten wurden jetzt durch einen weitestgehend rundgelutschten Rahmen ersetzt. Zusätzlich gibt es vorne und hinten jetzt auch noch Glas – Gorilla Glas 4 um genau zu sein.

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Eines soll von vornherein aber klar sein: Auch wenn Gorilla Glas 4 eine noch recht neue und selten benutzte Art Glas ist, bleibt man auch hier nicht von unschönen Kratzern verschont. Bisher habe ich mir für meine privaten Handys immer eine Folie gekauft, meistens sogar noch bevor das eigentliche Gerät überhaupt gekauft wurde. Ich bin unglaublich empfindlich was Kratzer angeht und empfinde es dementsprechend fast schon als Qual dieses schöne Gerät ohne Folie zu benutzen – im Endeffekt war das aber gar nicht so schlimm.

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Selbst wenn das Glas nicht so resistent gewesen wäre, gäbe es aber trotzdem noch einen kleinen Punkt an dem ich mich trösten könnte: Die Abdeckung des Blitzes. Ich weiß nicht was da verbaut wurde, aber Gorilla Glas 4 ist es nicht. Die Abdeckung ist nach zwei Wochen fast schon lächerlich hart zerkratzt und bildet somit einen schönen Kontrast zu der sauberen Rückseite. Aber auch ohne einen solchen Vergleich ist die Rück- und Vorderseite noch in einem humanen Zustand – wenn man es zum Beispiel mit älteren Gorilla Glas Generationen vergleicht. Es ist sogar so intakt, dass es mich wohl nicht mal stören würde wenn das Gerät mein privates wäre.

Kommen wir zur Haptik. Kurz zusammengefasst: Meinungsspaltend aber gooooiiiil! An den Seiten, an denen sich die beiden Edges (oder wie auch immer der Plural von „Edge“ gebildet wird) nach außen biegen, ist der Metallrahmen nur 3 Millimeter breit und macht somit nicht mal die Hälfte der Breite des kompletten Gerätes aus – daher fühlt sich das schon ziemlich scharf an. Und genau das ist der Punkt an dem sich die Gemüter spalten. Wie dem auch sei, ich finde es geil und damit basta, denn ICH trage Mantel!

Die Edge

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Ich hatte sie schon alle. Flache Handys, Handys mit einer gebogenen Seite (Galaxy Note Edge) und Handys mit zwei gebogenen Seiten. Und ja ich rede gerne in der Mehrzahl in der Hoffnung, dass ihr es nicht bemerkt und mich subtil als wahren Handyschwarm abspeichert. Ach ja, bevor ich es vergesse, bald gibt es hier auch das LG G Flex 2 zu sehen!

Aber zurück zum Thema: Zwei Edges. Müsste theoretisch ja doppelt so gut wie das Note Edge sein, oder nicht? Leider nein. Man hat nun zwar gut doppelt so viel Platz, Funktionen fehlen aber gänzlich. Während PowerAMP die Edge beim Note Edge noch „erkannt“ hat und ein paar Buttons auf eben diese verlegt hat, reagiert die App beim Galaxy S6 edge als ob nichts wäre. Samsung muss also quasi auch dafür gesorgt haben, dass dieser Eintrag im System entfernt wurde – man ist also selbst schon davon überzeugt, dass das ja doch nur so ein bisschen eine Edge ist.

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Aber immerhin die Nachtuhr hat man an Bord gelassen! Features wie die Icon-Bar die damals noch permanent eingeblendet wurde – was ich gut fand – fehlen auch. Auf dem Homescreen hat man oben links oder oben rechts, je nachdem wie man es einstellt, eine Leiste die man per Swipe öffnen kann. Dahinter verstecken sich dann die „Top 5“ Kontakte. Sehr hilfreich in Zeiten von Whatsapp & Co… Irgendwie habe ich das Gefühl, dass man diese „Features“ nur entwickelt hat, um Leuten einen Mehrwert gegenüber dem Galaxy S6 vorzugaukeln. Die Nachtuhr und die Kontakte würde auf dem „normalen“ Galaxy S6 genauso viel Sinn machen – aber das möchte man halt nicht.

Fazit

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Trommelwirbel bitte… – Irgendwie geil aber irgendwie auch unnötig. Geil bezieht sich auf die Generation „Galaxy S6“, Samsung hat die Serie einfach mal um 180 Grad gedreht und zumindest in die Nähe des Bull-Eyes getroffen. Unnötig hingegen weil die edge Variante eigentlich keinen Mehrwert gegenüber dem Galaxy S6 bietet. Die Materialwahl ist dennoch super und in die scharfen Kanten habe ich mich unsterblich verliebt, leider hängt da ein Preisschild von mindestens 849 Euro dran – nicht cool.

Das Ding ist aber, dass das Grundmodell halt auch erst bei 699 Euro beginnt. Gut, das sind noch 150 Euro Unterschied, aber eigentlich könnte man die ja auch mal investieren wenn man sowieso mit dem Gedanken spielt, sich mal wieder ein neues High-End Flaggschiff zu holen. Interessierte Blicke und Fragen sind mit der Kiste garantiert (!), denn es ist tatsächlich das einzige Smartphone auf der Welt mit einem doppelt gebogenem Bildschirm. Aufgrund der fehlenden Funktionen mag es nur ein kleiner optischer Kniff zu sein, aber halt ein einzigartiger optischer Kniff der sich super gut anfühlt.

So, das war die Meinung eines alt eingesessenen Samsung Fanboys. Unser Flo, den ihr in unserem Gewinnspiel ja fleißig als den Bart-Messias lobt, hat das normale Galaxy S6 für zwei Wochen gehabt und wird euch bald auch seinen Test um die Ohren hauen. Bis dahin: Keep calm and <3 TechNews.

P.s: Ach ja, bevor ich es vergesse: Alle Fotos in diesem Artikel wurden entweder mit einem Galaxy S6 oder Galaxy S6 edge aufgenommen. Also auch die Aufnahmen des Gerätes.

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Dustin

Star-Blogger, Multimillionär, Samsung Fanboy und beliebt - zumindest am Gegenteiltag. An den normalen Tagen lasse ich mich dann auf die Jungs von TechNews und AllAboutSamsung ein - ein Wandel zwischen Himmel und Hölle.