Samsung Galaxy Note Edge im Test: Die Edge bekommt ein klares Jein!

Samsung Galaxy Note Edge im Test: Die Edge bekommt ein klares Jein!

Samsung spielte auf der eigenen Pressekonferenz im September in Berlin den Troll und zauberte nach Note 4 und Gear VR noch ein weiteres, sehr unerwartetes Gerät aus dem Ärmel: Das Galaxy Note Edge. Nach einem ersten, kurzen „Wow“ Gefühl kam schnell die Ernüchterung: Was soll das bringen?

Ich hatte das Note Edge jetzt für zwei Wochen als Testgerät immer mit in der Hosentasche und kann mir gut vorstellen, dass das Note Edge nur eine Studie für Samsung sein soll. Möchte der Kunde sowas? Wie viel ist er bereit zu Zahlen? Welche Funktionen erwartet er? Die Verkaufszahlen von etwa 600.000 Einheiten können je nach Interpretation gut oder auch schlecht sein.

Spezifikationen

  • Snapdragon 805 (4 x 2,7 GHz)
  • 3 GB RAM
  • S-Pen
  • 5,6″ Display + 0,1″ Edge (natürlich AMOLED)
  • 2560 x 1440 (Display) + 2560 x 160 (Edge)
  • 16 MP hinten, 3,7 MP vorne
  • EIN F*CKING EDGE SCREEN

Das Note Edge ist, wenn man es auf eine möglichst kurze Erklärung herunterbrechen möchte, ein Galaxy Note 4 mit einem teilweise gebogenem Display und einem leicht anderen Gehäuse – das war’s. Also auch hier läuft alles flüssig wie Durchfall – gerne könnte ihr hier auch noch mal in den Note 4 Test gucken.

Kommen wir zur Edge

Statt jetzt groß um den Brei herum zu reden und euch Geschichten vom Note 4 zu erzählen, kommen wir direkt zu dem Hauptaugenmerk. Eine der coolsten Funktionen ist wohl, dass man seine Meinung gegenüber den neugierigen Blicken von den Seiten immer schön präsent mit einem „Deine Mudda“ oder dem Text deiner Wahl mental attackieren kannst.

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Aber das ist nur einer der vielen Szenarien in denen die Edge Sinn macht. Als nächstes wäre dann wohl die Nachtuhr. Für diese könnt ihr in den Einstellungen einen besten Zeitraum einstellen in diesem dann auf der Edge immer die aktuelle Uhrzeit und das Datum bei minimaler Helligkeit – und minimalen Stromverbrauch – angezeigt wird. Und mit „minimale Dunkelheit“ meine ich auch minimale Dunkelheit.

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Punkt Nummer drei ist dann die Benachrichtigungsanzeige – wenig sinnvoll. Durch das wischen auf der Edge könnt ihr verschiedene „Menüs“ anzeigen lassen – so zum Beispiel die Benachrichtigungen. Meiner Meinung nach macht das aber wenig Sinn, denn genau das selbe bekommt ihr oben in der Leiste angezeigt. Gut, eswird auch noch die Anzahl der Nachrichten angezeigt, aber das ist wohl kein Kaufargument.

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Ein anderer Menüpunkt der Edge ist die Shortcut Leiste – das wohl sinnvollste Feature. Standardmäßig ist die Leiste eingefahren, sodass man beim benutzen von Apps nicht versehentlich eine andere öffnet und so gestört wird. Durch einen kleinen Wisch von rechts hin zur Mitte, wird diese dann ausgefahren. Dort könnt ihr dann so viele Apps wie ihr wollt unterbringen um sie dann sofort zu öffnen – der Umweg über den Homescreen muss man also nicht mehr machen (PRAISE THE LEFT SHARK).

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Bleibt noch eine Frage: Was machen Anbieter von Apps mit dem zusätzlichen Stück Display? Bisher habe ich bei keiner nicht-Samsung App irgendwie gesehen, dass die Edge irgendwie genutzt wird, außer bei der geilsten MP3-Player App der Welt: PowerAMP. Hier wird die Ecke genutzt um die Icons für die Suche, die Equalizer, das hinzufügen des Songs zu einer Playlist undundund genutzt. Aber mal ehrlich: Das könnten die Dudes auch problemlos ohne die Edge so programiere, würde ich cool finden.

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Ansonsten versteckt sich hinter der Edge noch ein kleines Menü zur Übersicht von ein paar Funktionen: Licht, Sprachaufnahme, Timer, Stoppuhr und Lineal. Gut, wer’s brauch. Habe ich fast ein Mal genutzt als ich mit der Taschenlampe des Note Edge nach dem Note Edge suchte, welches ich unter dem Sofa vermutete. Der Fehler fiel mir aber noch früh genug auf – seitdem ist diese Übersicht unbenutzt.

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Macht das Ding dann überhaupt Sinn?

„ÄHHH DO ASSI, jetzt mach mal nisch ein auf anti-Samsung. Wir wissen doch, dass du von Samsung für positive Wörter bezahlt wirst. LÜGENPRESSE!“ – Is ja ok, ein paar coole Sachen gibt es ja doch noch.

Wichtiger als die Funktionen an sich fand ich beim Note Edge die Haptik. Seit der Ur-iPhone haben wir eigentlich nichts andere mehr gesehen als rechteckige Barren im 16:9 Format (das BB Passport finde ich gerade deswegen so geil, weil es da einen anderen Weg geht) – mal dicker mal dünner, mal runder man eckiger. Aber im Endeffekt blieb man immer auf der Stelle.

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LG als auch Samsung haben mit ihren komplett gebogenen Smartphones, LG G Flex und Galaxy Round, bereits gezeigt, dass es auch ein bisschen anders geht. Aber auch hier hat man wieder genau das selbe Äußere wie bei iPhone und Co (wenn man es auf das einfachste reduziert). Klar kann ich da jetzt nicht so viel zu sagen da ich keines je in der Hand hatte, aber so toll kann ich mir es einfach nicht vorstellen. Das Note Edge aber bricht aus diesem Drang zur Synchronität aus und sieht rechts einfach mal anders aus als links.

Gut, ab und zu kommt man versehentlich mit dem Handballen auf das angewinkelte Display am rechten Rand, aber das passiert eher selten. Nerviger ist hier schon der oben angebrachte Sperrknopf. Das Gerät kommt einem viel schmäler vor als es eigentlich ist, gefühlt geht dabei aber auch ein wenig Haptik verloren.

Unterschiede zum Note 4?

Die gibt es! Zwar muss man sich das Gerät dafür schon ein wenig genauer angucken, aber es gibt sie. Da ich aber gute Augen habe, habe ich alles gefunden! Hier mal eine kleine Aufzählung der Unterschiede die beim Note Edge zu finden sind:

  • Die Benachrichtigungs LED ist näher an der Hörmuscheln
  • Der glänzende Teil des Metallrahmens ist schmäler
  • Es gibt nicht mehr die „Ohren“ in den Ecken
  • Von der Rückseite aus sieht man kein glänzendes Metall
  • Die Lautstärkewippe ist „einfach“, also ohne Erhöhungen
  • Bei der schwarzen Variante sind die Linien unter dem Display deutlich leuchtender (blau) – positiv
  • Das innere des schwarzen Note Edge ist schwarz – beim Note 4 ist es grau

Fazit

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Hier noch mal einen Verweis für die Leute die rumheulen, dass ich die Kamera nicht gezeigt habe. Ich denke, dass das Note Edge das bessere Note 4 ist – wenn auch nur minimal. Das Problem: Das Note Edge ist gut 140 Euro teurer als das Grundmodell Note 4. Ist es das wert? Technisch nein.

Aber wer geht schon pragmatisch beim Kauf eines neuen 600-700 Euro Smartphones vor? Hätte ich das Geld, würde ich wohl zuschlagen. Man bekommt viele Blicke mit dem Handy und außerdem wird man definitiv nicht so schnell jemanden entdecken, der das selbe Gerät hat. Wie schon gesagt hat Samsung erst etwa 600.000 Geräte verkauft – weltweit!

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Dustin

Star-Blogger, Multimillionär, Samsung Fanboy und beliebt - zumindest am Gegenteiltag. An den normalen Tagen lasse ich mich dann auf die Jungs von TechNews und AllAboutSamsung ein - ein Wandel zwischen Himmel und Hölle.