Samsung Chromebook im Test: Pitbull oder Chihuahua?

Samsung Chromebook im Test: Pitbull oder Chihuahua?

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Dieser Test hat mich besonders gereizt, obwohl es Chromebooks ja schon seit geraumer Zeit gibt und das Modell von Samsung nun auch keine wirkliche Neuheit ist. Doch da sich mein Freundeskreis hauptsächlich aus Avantgardisten der Literaturszene, Rockstars, Pokemon Trainern und Millionärsgattinnen zusammensetzt, blieb mir bisher die Möglichkeit, ein Chromebook in freier Natur zu sehen, verwehrt und dementsprechend war die Neugier groß. Jedoch bot sich mir nun die Möglichkeit das aktuelle Modell in meine täglich-mit-Vichy-Handcreme-gepflegten Hände zu bekommen. Kann das Chromebook für 269€ halten, was es verspricht? Was verspricht es überhaupt? Und was ist eigentlich in der Soße beim Döner-Imbiss drin?

Technische Daten

  • 11,6 Zoll Bildschirm ( 1366 x 768 )
  • 1,8 cm hoch, 1,1 KG schwer
  • Exynos 5 Dualprozessor
  • 16 GB interner Speicher ( 100 GB Google Drive-Cloud-Speicher )
  • Bluetooth 3.0, Bluetooth 2.0, Aux-Ausgang, HDMI-Anschluss, W-Lan

Handling: Zu leicht und zu billig für eine vernünftige Mordwaffe

1,8 cm und 1,1 Kg, das sind Maße, auf die sogar Kate Moss und eine ganze Horde von Pro Ana-Bloggerinnen neidisch werden. Im Gegensatz zu diesen lässt sich das Chromebook auch wirklich bequem im Rucksack oder der Tragetasche verstauen, ohne dabei negativ durch sein Gewicht aufzufallen. Der Laptop aus dem Hause Samsung ist definitiv was für Freunde des mobilen Internets, Blogger, Reisende usw. Für diesen Zweck besitzt das Chromebook die perfekte Abmessung. Großes Kino-Felling kommt auf dem kleinen Bildschirm jedoch nicht auf und auch sonstige Medienanwendungen sind eher Nebensache. Jedoch lassen sich zur Not auch Serien auf dem CB genießen. ( Getestet mit Breaking Bad: HUR DURR CRYSTAL ICH BIN DIE GEFAHR )

Anfänglich machte auch das Äußere des Laptops einen guten Eindruck. Angenehme Tastatur, guter Anschlag und selbst das gesamte Plastik wirkt relativ erträglich. Das dezent gesetzte Chrome-Logo auf der Vorderseite wirkt auch schick und wird vermutlich nie den Protz-Status eines Apple-Logos innehaben. Dies liegt aber eben auch am zweiten Blick, den man auf das Chromebook wirft.

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Bei genauerer Betrachtung ist es nämlich extrem billig verarbeitet. Das Plastik knarzt und wenn man die untere linke und untere rechte Ecke in verschiedene Richtungen bewegt, so klickt das Trackpad ( Logischerweise wird dann auch ein Klick-Befehl ausgelöst ). An sich nichts, was einem im Alltag oft über den Weg läuft, aber ob das nach der Garantiedauer noch hält, bleibt fraglich. Nach wenigen Tagen Benutzung sahen die häufig benutzten Tasten dann auch ziemlich abgegriffen und irgendwie „speckig“ aus. Tendenziell ist „speckig“ aussehen sowohl bei Essen, als auch bei Frauen, extrem positiv, doch bei einer Tastatur leider nicht.

Positiv ist das angenehme Trackpad, reagiert gut und ist präzise. Nur vermisse ich irgendwie die rechte Maustaste ( Dieser Befehl wird durch klicken mit zwei Fingern ausgeführt ). Die Multi-Touch-Gesten funktionieren sehr gut, so lässt sich wie beschrieben mit zwei Fingern rechts klicken und auch sehr angenehm scrollen.

Ausdauer: Reicht aus um sich stundenlang mit Idioten im Internet zu streiten

Der Akku ist das große Plus des Chromebooks. Innerhalb von nicht ganz 3 Stunden ist der Laptop geladen und hält dann bei normaler Benutzung locker 7,5 Stunden am Stück durch. Real Talk. Das ist auf alle Fälle mal eine Ansage und so muss sich das Chromebook auch nicht vor Ultrabooks verstecken, zumindest, wenn es um den Akku geht. Über den Tag verteilt bloggen, hangouten und Videos schauen ist also kein Problem.

Leistung: Ready to rumble in 7 Sekunden

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Im Vorfeld habe ich einiges negatives über die Leistung des CB gehort. 2 GB RAM sind halt heutzutage nicht mehr wirklich die Welt. Doch das schlanke OS sorgt für wenige Aussetzer. Pornos streamen und nebenbei Technobase.FM hören geht ohne Ruckler klar. Falls ihr jemand seid, der 15 Startseiten hat, dann könntet ihr das gute Stück schnell an seine Grenzen bringen. Prinzipiell bin ich mit der Leistung zufrieden und fand die Benutzung weder „anstrengend“ noch „rucklig“. Besonders angenehm ist die kurze Boot-Dauer von gerade mal 7 Sekunden. Es gibt Geräte, bei denen die Boot-Dauer vom Chromebook nochmal unterboten wird, aber was will ich mit den 2 Sekunden extra anfangen? Einen halben Beischlaf vollführen?

Multimedia: Zweck erfüllt

Die integrierte Webcam ist ausreichend gut für Hangouts und die Boxen fallen nicht negativ auf. Wer macht bitte eine Multimediasparte in einem Laptop-Test? Zieht den Stock aus eurem Arsch und holt euch ordentliche Kopfhörer wenn ihr guten Sound wollt.

Fazit: für ca. 1% der Bevölkerung sinnvoll

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Der Test ist ziemlich kurz ausgefallen. Warum? Ich bin nicht auf das eigentliche Herzstück des Chromebooks ( Chrome OS ) eingegangen und habe mich hauptsächlich dem Hardware-Apsekt gewidmet. Für Chrome OS gibt es einen eigenen Testbericht, den ihr hier nachlesen könnt. Was dem Chromebook – bzw. seiner Bewertung – zu Gute kommt, ist der Preis von gerade mal 269€. Verarbeitung könnte schöner sein, die Leistung ist okay und das Gesamtpaket ist einfach stimmig. Mir gefällt das Konzept sehr gut, jedoch ist es kein Ersatz für einen richtigen Computer bzw. Laptop. Das Chromebook ist eher ein Ersatz für ein Tablet. Da liegt der Hund auch begraben, denn für wen sich ein Tablet nicht lohnt, für den lohnt sich auch das Chromebook von Samsung nicht. Falls ihr plant euch dieses, oder ein anderes Chromebook anzuschaffen, solltet ihr unbedingt noch den Testbericht zu Chrome OS lesen.

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Marcel

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