Pure Jongo T4 85FB22 im Test: Magneto macht moderne Musik

Pure Jongo T4 85FB22 im Test: Magneto macht moderne Musik

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Es ist Sonntag und auf unserem Schreibtisch hat sich erneut eine Soundbox des Elektronikherstellers Pure niedergelassen. Wie bei der zuletzt getesteten Soundbox S3, hatte ich für die Jongo T4 einen längeren Zeitraum zur Verfügung, in dem ich versuchte alles zu testen was geht. Und da wir von TechNews richtig schnieke druff sind, verlosen einen Jongo T4 Lautsprecher – gesponsored von Pure. Mehr dazu erfahrt ihr in einem gesonderten Posting.

In diesem Testbericht soll es aber nur um die Fähigkeiten der T4 gehen. Schauen wir uns also zuerst einmal die technischen Daten an.

Technische Details der Jongo T4:

  • Größe: 305 x 146 x 165 mm
  • Gewicht: etwa 3,0 kg
  • Farben: Schwarz/Weiß/Piano
  • Boxen: 50 W RMS
  • Codecs: MP3, WMA (Standard V9), AAC, MP2
  • Konnektivität: 18 V DC Netzadapterbuchse (100-240 V, im Lieferumfang enthalten), 3,5-mm Line-In für Zusatzgeräte, USB-A für Produkt-Upgrades und Bluetooth und Ethernet-Anschluss, WLAN 802.11b/g unterstützt mit WEP und WPA/WPA2-Kodierung, A2DP-Bluetooth-Unterstützung über eingebautes Modul.

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Lieferumfang: Mehr ist manchmal mehr

Dass ich Freude an ausgefallenen Lieferumfängen empfinde, kann entweder ein extrem seltener Gendefekt sein oder Menschen wie ich werden von großen Herstellern einfach nicht beachtet. Wenn ich mir nun eine Soundbox kaufe, die wie die Jongo T4 über genau zwei Anschlüsse verfügt, dann erwarte ich zwei Stecker vorzufinden. Denn: „Ein Loch ist schließlich da um zu stopfen.“

Leider packt Pure nur zwei Ladekabel in den Karton – das eine mit europäischem Anschluss und das andere für die Briten oder für den Fall, dass man irgendwann nach London fahren möchte und gerne seine 3 Kilogramm schwere Soundbox dabei haben möchte. Mehr Nützliches ist nicht im Karton vorhanden, lediglich ein paar Beipackzettel sind in Plastik verpackt vorzufinden.

Handling: Stärkeres Magnetfeld als die Sonne

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Die Jongo T4 ist durch ihr happiges Gewicht von 3 kg ein kleines Pummelchen. Dabei verfügt sie nicht einmal über einen verbauten Akku, lediglich die Töner liegen ihr auf den Rippen. Dadurch ist die T4 nicht für unterwegs geeignet -geht ja schlecht ohne Akku. Die T4 will aber auch gar nicht groß unterwegs sein, sondern lieber im Wohnzimmer herumstehen und sich von ihrem Besitzer benutzen lassen.

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Insgesamt gibt es für die Fummelei vier Knöpfe: Laut/Leiser/Power/Mute. Im Großen und Ganzen waren die Knöpfe unnötig, da ich die T4 meist nur im Stand-By ließ und sie sich automatisch aktiviert, so bald man sich mit ihr verbindet. Das geht zum einen über WLAN und zum anderen über Bluetooth – dazu weiter unten mehr. Was mir ganz gut gefällt ist die Optik, denn die T4 kommt im kurzen Schwarzen daher. Es gibt sie zwar noch in anderen Farben, aber schlichtes Schwarz geht einfach immer. Das Gehäuse besteht im Grunde nur aus Plastik, was sich zwar scheiße anfühlt, auf einem Meter Entfernung aber nicht weiter stört.

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Was mich an der T4 jedoch sehr stark störte: Das starke Magnetfeld. Da ich noch einen alten Röhrenfernseher rumstehen hatte und mit der T4 zusammen fernsehen wollte, stellte ich sie einfach auf die Röhre. Dadurch sollte sich der Schall schön aus der Mitte des Raumes in alle Ecken verbreiten. Was dann passierte war irgendwie magisch und doch verstörend. Mein Klotzfernseher begann auf einmal in allen Farben bunt zu erstrahlen und die Bildinformationen schienen dauerhaft durcheinander zu sein. Nachdem der Fernseher ausgeschaltet war, kam er glücklicherweise wieder klar und die Farben waren wieder normal. Daher gebe ich euch den Tipp: Stellt die T4 niemals in die Nähe von magnetsensitiven Gegenständen! Das Beweisvideo findet ihr hier:

Konnektivität: WLAN-Funktion relativ nutzlos ohne App

anschluss

Bluetooth: Sehr einfache Bedienung und alle Streaming-Programme funktioneren. Allerdings gibt es eine kleine Latenz zwischen Bedienung auf dem Gerät und Reaktion der T4.

Klinke: Über die Standard-Klinkenbuchse lässt sich bequem der Fernseher anschließen und auch sonst alle Geräte. Manchmal scheint die Buchse einen Wackler haben, da half nur das leichte Rütteln an dem Stecker.

WLAN: Über WLAN können alle iOS-Geräte lokale Dateien via AirPlay an die T4 senden. Android und andere Betriebssysteme können das nicht. Schwierig wird es ebenfalls bei den Streaming-Angeboten. Hier bietet Pure nur die hauseigene App „Pure Connect“ an. Das kostet dann natürlich Geld, wenn man Lieder gestreamt haben möchte. Programme wie Spotify, Napster oder Google Play Music laufen nicht per WLAN. Das finde ich sehr schade, da ich nicht auf einen anderen Anbieter umsteigen möchte, der teurer ist. Daher streame ich immer nur mit Bluetooth.

Pairing: Über WLAN und die Pure Connect App lassen sich sogar zwei Boxen drahtlos miteinander verbinden, so dass man den Sound aus zwei Richtungen bekommt. Oder man stellt die eine Box in der Küche auf und die andere im Wohnzimmer. Grundsätzlich finde ich die Idee cool, leider wird man hier gezwungen die App des Anbieters zu nutzen. Andere Firmen machen die Beine da schon breiter auf und lassen auch andere Anbieter ran.

Pure Connect
Pure Connect
Preis: Kostenlos
Pure Connect
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Preis: Kostenlos

Klang: Entspricht den Erwartungen

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Die Frage aller Fragen: Was kann man von einer 250 Euro teuren Soundbox erwarten und wie bewerte ich das? So viel kann ich verraten: Ich putze meine Ohren regelmäßig und bin nur selten schwer von Begriff. So könnt ihr mir und meinem unprofessionellen Gehör trauen oder macht euch selbst irgendwo ein Bild von dem Klang. Nutzt man die T4 out-of-the-box so wird man nicht sonderlich angetan sein von dem Sound. Qualitativ konnte ich zwischen den Standard-Einstellungen der T4 und meinen integrierten Fernseher-Lautsprecher kaum einen Unterschied erhören – bis auf den Bass. Daher empfiehlt es sich über einen Equalizer die Einstellungen schön zu pushen und nach eigenem Gusto einzustellen. Erst dann kann sich die T4 richtig entfalten und man erhält einen satten Bass und ein angenehmeres Klangbild. Schallen jedoch zu viele hohen Töne aus dem Kasten, klingt es teilweise doch recht blechern. So weit musste ich es im Alltag aber nicht ausreizen, da ich meist bei normaler Zimmerlautstärke Musik höre.

tl;dr: Sound okay, aber nicht besser als die Konkurrenz.

Fazit: Lieber 18 Mettigel kaufen

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Wenn ihr euch fragt, ob ihr euch die Pure Jongo T4 kaufen sollt, kann ich euch nur so viel auf den Weg mitgeben: Schaut euch lieber den ganzen Markt an. Rund 260 Euro verlangt der freie Handel für die Box und für das Geld liefert Pure in meinen Augen zu wenig Features. Der Sound ist soweit ganz gut, aber nicht überragend. Die Optik gefällt ebenfalls, nur kann man die Box leider nicht überall hinstellen wegen des dicken Magnetfeldes. Die Bedienung geht simpel von der Hand, leider stört dann der Zwang die hauseigene App nutzen zu müssen, um alle Features zu nutzen (WLAN-Streaming, Pairing).

Bluetooth ist eine feine Sache und laut Shelden Cooper sei ja sowieso alles viel besser wenn es Bluetooth besäße.  Und das ist meiner Meinung nach auch die einzige brauchbare Funktion der Pure Jongo T4. Doch bei den Bluetooth-Lautsprechern gibt es sehr viel Konkurrenz auf dem Markt, weshalb die T4 keine Marktniesche besetzt und sich auch nicht aus der grauen Masse abheben kann. Daher empfehle ich euch euer Geld lieber in Mettigel zu investieren oder in eine günstigere Soundbox.

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Florian Fritz

Essperimentalphysiker
Philanthrop und Handyfetischist der ersten Stunde. Alles begann mit dem Sagem MC-939. Später folgten das Siemens MT50, Sony Ericsson K300, BenQ Siemens S88, Motorola Defy, Samsung Galaxy Note 2 und das neue, dicke Ding in seiner Hose ist das OnePlus One. In seiner Freizeit identifiziert er liebend gerne Smartphones in freier Wildbahn und ruft deren technische Daten aus dem Gedächtnis ab. Über Twitter findet ihr noch mehr geilen Shizzle von mir.