OnePlus One im Test: Ansprechender Handflächenschmeichler und Preiskiller

OnePlus One im Test: Ansprechender Handflächenschmeichler und Preiskiller

Ich teste nun schon eine Weile das OnePlus One, da ich es mir privat gekauft habe und es glücklicherweise nicht zurück schicken muss. Und ich muss zugeben, dass ich mir das Gerät so gut gefällt, dass mein altes Note 2 das Zeitliche segnen wird und ich umsteigen werde. Gut, ich würde das Note 2 auch für ein Moto X+1, ein Note 4 oder einfach 300 Euro bar auf die Kralle aufgeben, weil der Akku im Note 2 langsam versagt und die relativ geringe Auflösung des Displays mit der Zeit immer bedrückender erscheint. Aber ich hab keine Lust übertrieben viel Kohle rauszuwerfen für Features, die das OnePlus One für weniger Geld bietet. oneplus-one-im-test-ansprechender-handflaechenschmeichler-und-preiskiller (2) Der Preis ist aber nicht der einzige Faktor, weshalb mich das OnePlus One überzeugen konnte. Im weiteren Verlauf werde ich euch ausführlich erklären, was das Smartphone auf dem Kasten hat. Bei meinem Test gehe ich allerdings nur auf das Gerät an sich ein. Was das Unternehmen für einen Bullshit treibt – mit Titti-Gewinnspielen und sonstigem Käse – wird nur im Fazit noch einmal kurz reflektiert. Es geht hier rein um die Haptik, Optik, Features und eben alles was das Gerät auf dem Kasten hat. Beginnen wir mit dem Datenblatt.

Technische Daten des OnePlus One:

  • Maße: 152,9 x 75,9 x 8,9 mm und 160 Gramm
  • Display: 5,5 Zoll IPS-FullHD-LCD (1920×1080 Pixel = 480dpi)
  • CPU: Qualcomm Snapdragon 801 QuadCore mit 2,5 Ghz Taktung und Adreno 330 GPU
  • Arbeitsspeicher: 3 GB RAM
  • Speicher: 16/64 GB (nicht erweiterbar)
  • Kamera: 13,1 Megapixel Sony IMX214 Exmor RS CMOS mit DualLED-Blitz, 4K-Videos, f/2.0 und 5 MP vorne
  • Akku: 3.100 mAh (nicht wechselbar)
  • Betriebssystem: CyanogenMod 11S basierend auf Android 4.4.4 KitKat
  • Konnektivität: Wi-Fi ac/b/g/n, Bluetooth 4.0, A-GPS, NFC, DLNA, LTE Cat.4 (700/1800/2100/2300/2600),
  • Farben: Weiß und Schwarz
  • Preis: 269/299 Euro (je nach Speichergröße) + 10,99 Euro Versand

Lieferumfang: Sexytime fürs Auge

oneplus-one-im-test-ansprechender-handflaechenschmeichler-und-preiskiller (12) Bereits mit der Verpackung hat das OnePlus One mein Herz erobert. Es ist nicht so eine lieblose Backstein-Verpackung wie sie Samsung, LG, Apple, Motorola und alle anderen Hersteller anbieten, sondern es ist ein Stück Geilheit, die man sich gerne einfach so in den Schrank stellen will. Auf der Vorderseite der Verpackung ist nicht etwa das Gerät selbstgerecht und übergroß abgebildet, nein, zudem stehen keine achtzehntausend Wörter und Daten drauf – NEIN, die Verpackung ist minimalistisch gehalten und trägt nur das Logo von OnePlus.

Gut, auf der Rückseite klebt noch ein Kleber mit IMEI und allen wichtigen Daten darüber welches Gerät man nun gekauft hat – das ist eben Vorschrift. Sonst ist echt alles clean gehalten und wirkt zeitlos chique. Da versteckt man doch gerne die ausgeschnittenen Bilder des Playboys vom November des Jahres 1983 drin und stellt die Packung in das Regal. Denn man weiß, dass man die Packung nie wegschmeißen würde.oneplus-one-im-test-ansprechender-handflaechenschmeichler-und-preiskiller (13) Insgesamt bekommt man gleich zwei kleine Päckchen geliefert. In dem großen befinden sich das OnePlus One selbst, mit einem SIM-Slot-Öffner und einem USB-Ladekabel. In dem kleinen Päckchen versteckt sich der Ladeadapter, welcher je nach Zielland unterschiedlich ausfällt – für mich gab es den EU-Adapter. Damit spart sich OnePlus die Arbeit in jede Verpackung einen Adapter für das jeweilige Land zu stecken. Schlau gemacht!

Das Ladekabel ist Rot und meiner Meinung nach ein weiteres Highlight, denn es kommt als Spirale gebunden daher. Es ist zudem ein Flachkabel und nicht rund wie die von jedem anderen Hersteller, kann daher also auch schlechter verheddern. Zudem sieht der USB-Stecker etwas ungewöhnlicher aus als sonst. Damit wirkt das ganze Kabel einfach nur unfassbar cool. Doch leider stört es beim Laden etwas, da es nicht so flexibel ist wie ein normales. Aber es lässt sich dafür sehr gut verstauen und zeugt von Innovation. Auch wenn es das Kabel schon längere Zeit als China-Import in anderen Farben kaufen lässt.

Handling: Adriana Lima für die Hand

oneplus-one-im-test-ansprechender-handflaechenschmeichler-und-preiskiller (1) Es war ein unfassbar magischer Moment, als ich die Rot-Weiße Verpackung in meine Hände nahm und an dem kleinen, roten Bändchen zog, welches mir das Tor zur Smartphone-Zukunft öffnen sollte. Da war es, in einem Bett aus roter Kartonage blickte mir mein neues Baby in die Augen: Das OnePlus One. Ich nahm es sofort in meine wurstigen Fettfinger und spürte die Magie der Rückseite. Das leicht aufgeraute Plastik fühlte sich an wie ein BJ am Sonntagmorgen, wie ein dickes Steak nach der Arbeit oder wie der erste heimische Klogang nach einer Woche Urlaub und zudem sieht es einfach sehr elegant aus. Ich war so verzaubert, wie damals, als ich ein kleiner TechNews-Junge war und das erste Nutella-Brot essen durfte – nur eben jetzt mit einem neuen Highend-Smartphone.

Neben der unfassbar handschmeichelnden Rückseite (ich habe im übrigen die „Sandstone Black“-Version) weist das OnePlus One noch weitere haptische Leckerlis auf. Die Power- und Lautstärketasten stehen nicht zu sehr raus und haben einen sehr angenehmen Druckpunkt. Auf der Unterseite befinden sich zwei JBL-Lautsprecher (zumindest behauptet jeder es sei JBL), welche Sound in Stereo bieten und dazwischen sitzt noch der microUSB-Slot. Nach einer 18 Stunden andauernden Suche fand ich dann schlussendlich auch den microSIM-Slot. Der sitzt direkt über den Lautstärke-Tasten und ist wirklich sehr unauffällig und gut versteckt. Mit Hilfe des mitgelieferten SIM-Slot-Öffners, der einem lustigen Gesicht ähnelt, kann der Schacht geöffnet werden – oder alternativ auch mit einer Büroklammer.

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Da freut sich sogar der SIM-Slot-Öffner.

Das Display mit seinen 5,5 Zoll in der Diagonalen, löst in FullHD auf (1920×1080 Pixel) und gibt Farben sehr natürlich und warm wieder. Der Touchscreen erkennt jeden Fingertouch sehr genau und reagiert flüssig. Lediglich der gelbe Streifen am unteren Rand stört ab und an, wenn man weiße Bilder auf Google Chrome sucht. Eine Lösung dafür gibt es meines Wissens noch nicht, wie ich bereits erörtert habe. Insgesamt ist alles sehr solide verbaut, nichts knarzt und es sind keine Spaltmaße zu erkennen. Naja, eben bis auf den Spalt zwischen Display und Rahmen. Aber der gehört zum Design und sammelt erstaunlich wenig Staub und Dreck auf. Der Rahmen erweckt auf dem ersten Blick den Eindruck, dass er aus Metall sein könnte, ist aber nur Plaste – sieht aber trotzdem sehr wertig aus. oneplus-one-im-test-ansprechender-handflaechenschmeichler-und-preiskiller (6) Einziges Manko beim Handling ist die Größe. Zwar misst es in der Breite einiges weniger als das Note 2, aber man muss für solche Ausmaße geboren sein und zudem eine große Hosentaschen oder eine Handtasche besitzen. Mir macht die Größe aber nichts aus.

Multimedia: Frankensteins Innenleben

Bei der Ausstattung gibt sich das OnePlus One ebenfalls keine Blöße und fährt die dicksten Hardware-Geschütze auf, die es auf dem Markt gibt. Sony-Kamerasensor, JBL-Stereo-Lautsprecher, LTE und CyanogenMod als OS vorinstalliert.

Der Sony IMX214 Exmor RS CMOS Sensor (längste Bezeichnung der Welt) mit 13,1 Megapixel und f/2.0 Blende überzeugt mich über alle Maße hinweg. Nicht nur bei schlechtem Licht, sondern einfach in der Situation macht die Kamera geile Bilder. Ab und wieder spinnt zwar der Fokus und will nicht so richtig dort scharf stellen wo man auswählt, aber es hält sich in Grenzen und liegt wohl eher an der Standard-App. Es gibt in der vorinstallierten App zig Modi und mit dem neuesten Update zusätzlich einen Clear Image-Modus, welcher zwei Bilder kurz nacheinander knipst, diese übereinander legt und ein schärferes Bild interpoliert – ähnlich wie das Oppo im Find 7(a) macht.

Die Bilder reichen vermutlich nicht an die Qualität des Samsung K Zoom oder des Lumia 1020 heran, sind aber in meinen Augen trotzdem sehr geil. Bei Zeiten mach ich aber mal ein flickr-Album auf, in dem weitere Bilder hochgeladen werden. Bin aktuell nur etwas an den Stuhl gebunden, weshalb die Auswahl meiner Motive etwas eingeschränkt ist. Videos nimmt das OnePlus One sogar in 4K auf mit 24fps. Bei 1080p sind immerhin schon 60fps und bei 720p sogar 120fps möglich. Getestet habe ich die Video-Funktion der Kamera aber noch nicht, da ich lieber mit meiner DSLR filme.

Auf YouTube findet ihr aber genügend Videos zur Filmqualität. In den Einstellung habt ihr außerdem die Möglichkeit alles von selbst einzustellen: Die manuelle ISO geht beispielsweise bis 1600. Ich halte so etwas bei einem Smartphone allerdings für Unsinn, denn ich möchte mit dem Ding einfach nur schnell einen Schnappschuss machen, der nicht übertrieben scheiße aussieht und auf dem man alles erkennt. Für geile, scharfe und professioneller Bilder hab ich schließlich meine DSLR.

Für audiophile Menschen bietet das OnePlus One Stereo-Dual-Speakers auf der Unterseite und die wummsen richtig deftig und klingen sogar besser als meine kleinen Soundboxen. Über den vorinstallierten AudioFX-Equalizer von CM lassen sich zudem die Frequenzen nach eigenem gusto anpassen. Codecs unterstützt das Gerät folgende: AAC, AMR, eAAC+, FLAC, M4A, MIDI, MP3, OCC, WMA und WAV. Die beiden Lautsprecher stammen wohl von Yamaha und wurden von JBL getuned. Über den Hersteller des DAC herrscht bisher noch aber Unklarheit. Wenn da einer mehr drüber weiß, darf er mir gerne Bescheid geben.

Und auch die Akustik beim Telefonieren enttäuschte nicht. Über den Empfang kann ich nur wenig sagen, da er nicht schlechter als bei meinem Note 2 ist und ich im tiefsten Loch wohne. In jedem Fall ist der Sound aber Bombe. Weniger Bombe ist, dass ein Frequenzband von dem verbauten LTE-Modul nicht unterstützt wird, was in Deutschland aber praktisch wäre. Der Bereich um 800 MHz wird unterstützt, weshalb das LTE von O2 und Vodafone nur auf 2600 MHz abgreifbar ist. Telekom würde theoretisch noch bei 1800 MHz bedient werden. Bei mir war das aber Wurst, da in meinem Kaff kein Anbieter LTE anbietet. Aber HSDPA reicht vollkommen aus.

Ein großer Vorteil des OnePlus One gegenüber der Konkurrenz ist in meinen Augen das vorinstallierte CyanogenMod. Hier gibt es hunderte Designs, um das Smartphone optisch aufzufrischen. Es gibt immer die neuesten Updates und es läuft einfach flüssig, da keine nervige Bloatware vorinstalliert wurde. Leider muss man sich die Root-Rechte noch extra beschaffen, ist aber auch nicht allzu schwer.

Ausdauer: Lang Lang (nicht der Künstler)

OnePlus spendert dem One einen fest verbauten Akku mit 3.100 mAh. Im Alltag reicht mir dieser durchschnittlich für 2 Tage und nur selten für weniger, wenn ich etwa das Navi benutze oder stundenlang Pornos Katzenvideos auf YouPornTube anschaue. Die Snapdragon-Power-Save-App unterstützt ebenfalls die Ausdauerfähigkeit des Akkus noch ein wenig. Sollte der Saft verbraucht sein, muss es für etwa 2,5 Stunden (mit Standard-Adapter) an die Steckdose bis wieder die 100% aufleuchten.

Das ist erstaunlich, da mein Note 2 mit fast der gleichen mAh-Anzahl, etwas über 3h benötigt – mit dem gleichen Ladegerät. Vielleicht ist da einfach nur der Akku so langsam am Ende – who knows. Mit dem neuesten Update auf CM11S XNPH30O gibt es leider gerade ein Problem mit dem Näherungssensor, der den Akku etwas schneller leer nuckelt. Laut Steve Kondik sei man bereits am Werke das Problem zu beheben und bringe bald ein Update.

Leistung: Wie auf Cadillac (nicht das Auto)

Über die Snapdragon 801 CPU mit 2,5 GHz je Kern muss ich nicht viel sagen. Es ist der unfassbar schnellste Prozessor, den ich bisher in einem Smartphone bedienen durfte. Alles läuft einfach nur schnell und ohne Probleme, keine Ruckler, keine Verzögerungen, einfach nichts was stören könnte. Das verdankt die CPU aber nicht nur den vier CPU-Kernen, sondern natürlich auch der Adreno 330 GPU und den 3 GB RAM. (Verweis: Cadillac)

Sogar in den Benchmarks fickt das OnePlus One alle anderen Smartphones als wäre es Ron Jeremy persönlich. Auch riesig ist der interne Speicher des OnePlus One. Satte 64 GB stehen auf der Verpackung und real hat man dann etwa 55 GB zur freien Verfügung. Die kleinere Variante gibt es mit 16 GB, aber alleine schon wegen des geringen Speichers und keiner Möglichkeit diesen zu erweitern, würde ich davon abraten – auch wenn man Weiß toll finden sollte.

So viel Speicher auf einem Haufen zu haben ist einfach toll. Ich weiß gar nicht, was ich da noch alles speichern soll. Deshalb vermisse ich auch keine microSD-Slot. Einziges Problem ist aber, dass bei einem Wipe alle Daten weg sind, auch Bilder, Whatsapp-Ordner, usw. Also vorsichtig sein und Backups der Daten auf einer Externen oder in der Cloud anlegen. Wobei bei Clouds auch gerne die NSA mitliest und sich auf die Urlaubsfotos euer Freundin einen keult.

Fazit: Chuck Norris unter den Phablets

oneplus-one-im-test-ansprechender-handflaechenschmeichler-und-preiskiller (3) Das kleine chinesische Start-Up OnePlus wird dem Ruf des Flagship-Killers – zumindest auf dem Papier – gerecht. Sie verbauen schlichtweg die geilste Software und Hardware auf dem Markt. Bisher sind mir keine Probleme aufgefallen, bis auf der gelbe Streifen am unteren Rand des Displays. Aber hätte ich nicht drüber gelesen, dass es das gibt, dann wäre mir das wohl nie aufgefallen, da mein Fokus meist nicht dort unten liegt. Für 299 Euro (+10,99 Euro Versand) bekommt man ein krasses Smartphone-Übertier, das auch noch in 3 Jahren auf Augenhöhe mit der Konkurrenz stehen sollte.

Da das Invite-System ja bisher angeschalten wurde, kann sich sogar jeder das OnePlus One kaufen.  Mich würde aber auch eure Meinung zu dem Gerät interessieren. Seid ihr auch so begeistert wie ich?

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Florian Fritz

Essperimentalphysiker
Philanthrop und Handyfetischist der ersten Stunde. Alles begann mit dem Sagem MC-939. Später folgten das Siemens MT50, Sony Ericsson K300, BenQ Siemens S88, Motorola Defy, Samsung Galaxy Note 2 und das neue, dicke Ding in seiner Hose ist das OnePlus One. In seiner Freizeit identifiziert er liebend gerne Smartphones in freier Wildbahn und ruft deren technische Daten aus dem Gedächtnis ab. Über Twitter findet ihr noch mehr geilen Shizzle von mir.