Nokia MD-12 Soundbox im Test: Bluetooth, Bass und brutale Batterie

Nokia MD-12 Soundbox im Test: Bluetooth, Bass und brutale Batterie

Schon seit einer gefühlten Ewigkeit bin ich auf der Suche nach DER perfekten Soundbox. Sie soll klein, handlich und ausdauernd sein und zudem noch über einen geilen Sound verfügen. Auch der Preis spielt keine unwesentliche Rolle, schließlich bin ich nicht der Sultan von Brunei. Zahlreiche Billig-Lautsprecher fanden schon den Weg in meine Arme bzw. auf meinen Schreibtisch und bisher konnte mich nur eine davon überzeugen, der Wavemaster MOBI. Leider verstarb dieser vor ein paar Monaten an einer Akku-Schwäche, weshalb ein neues Soundbiest meine Ohren verzücken sollte.

Glücklicherweise holte ich mir Anfang des Jahres einen neuen Handy-Vertrag ins Haus und da bietet es sich natürlich immer an ein paar Goodies bei den Zwischenhändlern abzugreifen. So entschied ich mich kurzerhand für das Lumia 925 und die Soundbox Nokia MD-12 als kostenlose Beigaben. Letztere möchte ich euch im Folgenden vorstellen, denn das Ding kann mächtig die Erde zum Beben bringen. Vorab aber noch kurz ein paar technische Daten:

Technische Daten: Nokia MD-12

  • Maße: 84mm im Durchmesser, 38mm hoch und 180 Gramm schwer
  • Anschlüsse: Micro-USB, 3,5mm-Klinkenbuchse
  • Boxen: Frequenzbereich 30-20.000 Hz,
  • Konnektivität: NFC, Bluetooth 3.0 + HS
  • Akku: 1020 mAh (3h Ladedauer)
  • Farben: Orange, Grün, Weiß Gelb
  • Preis: 28-50 Euro

Lieferumfang: a weng zweng

nokia-md-12-lieferumfang

Nokia ist der Longboardfahrer unter den Herstellern wenn es um den Lieferumfang geht. Es ist nichts beigelegt, das einem den Umgang mit der MD-12 versüßen könnte. In der asymmetrisch zusammengeklebten Verpackung finden sich nur die Soundbox selbst und ein 20 Zentimeter langes MicroUSB-zu-USB-Kabel, um die Box über den Laptop zu laden. Wer nicht weiß wie lang sein Schniepel ist, kann sich Markierungen im Abstand von 1 cm auf das Kabel zeichnen und direkt anlegen. Mir persönlich ist das Kabel zu kurz, da man die Box während des Ladens nicht einfach weg stellen kann, sondern sie liegt immer dumm im Weg rum.

Neben einem längeren Ladekabel hätte ich mir dann noch ein 3,5mm-Audiokabel gewünscht, von denen man nie genug haben kann. Sogar meine Soundbox für 5 Euro hatte ein solches im Lieferumfang dabei! Und das war es dann schon mit dem Zubehör. Zwar liegt noch ein dicker Haufen Papier bei, der ist aber nicht wirklich spannend oder erwähnenswert, weshalb ich da nicht näher drauf eingehen möchte. Allerdings schadet es nicht die Anleitung zu behalten, falls mal ein Problem auftreten sollte – dazu später mehr.

Handling: Rund und sexy

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Gut, der Punkt Handling ist etwas unnötig bei einer Soundbox, aber who cares. Das Gehäuse besteht seitlich aus zwei Schichten Polycarbonat (durchsichtig und Farbe darunter), die Oberseite ist mit einem Metallgitter bedeckt und auf der Unterseite befindet sich eine Anti-Rutsch-Matte. Die ganze Box sieht nicht nur so aus, sie fühlt sich wirklich sehr wertig an. Lediglich die Anti-Rutsch-Matte sammelt gerne viel Staub an, was mit der Zeit ein bisschen beschissen aussieht.

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Die Bedienung der Soundbox ist recht einfach und geht fast immer ohne Probleme von der Hand. Es gibt zwei Möglichkeiten die Nokia MD-12 zu Koppeln: Entweder via Bluetooth oder mit NFC. Letztlich wird NFC nur dazu benötigt, um schneller via Bluetooth zu connecten. Meiner Meinung nach hätte man sich diese Funktion ganz sparen können, da direkt via Bluetooth einfacher und schneller geht.

Zu allererst starte ich die Nokia MD-12, indem ich für ein paar Sekunden auf den Power-Button drücke. Wenn sie kurz DÜDELDÜDELDÜ macht, ist sie startbereit. Dann schnappe ich mir mein Smartphone und gehe in die Bluetooth-Einstellungen. Dort wähle ich das Gerät mit dem Namen „MD-12“ aus und führe kurz eine Kopplung durch. Fortan connected mein (Android)Smartphone automatisch mit der Box, so bald ich Bluetooth aktiviere. Das ist ganz cool, kann aber auch nerven, wenn etwa ein Anruf eingeht und ich vergessen habe Bluetooth zu deaktivieren.

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Zu der Verbindung via AUX-Kabel muss ich wohl nichts weiter sagen. Kabel rein und go. Aber da gibt es noch die LED-Lichter, zu denen ich noch fix etwas erzählen möchten, denn die zeigen an was gerade Phase ist. Blinkt die LED  blau, so ist Bluetooth aktiv. Je nachdem in welchem Intervall die blaue LED blinkt, zeigt es einen anderen Modus an. Schnell blinken heißt Suchen, langsames Blinken signalisiert, dass bereits eine Verbindung besteht. Zudem gibt es noch eine grüne LED, die sagt dass der Akku voll ist und eine in Orange, die sich meldet wenn der Saft dem Ende entgegen geht. Zudem ertönt bei zur Neige gehendem Akku ein nerviger BING-Ton. Komisch ist dass dieser schon ab einem Akku-Stand von 33% startet, was sehr sehr nervig ist. Entweder liest mein Windows Phone die Akku-Anzeige falsch ab, oder das Ding spinnt etwas.

Kompatibilität: Android, Windows Phone, iOS

Die Nokia MD-12 setzt auf Bluetooth 3.0 und versteht sich auch mit Smartphones, die auf Bluetooth 4.X setzen. Unter Android funktioniert das Koppeln recht einfach, allerdings weiß man nie wie niedrig der Akkustand gerade ist. Unter Windows Phone ist das schon etwas netter gemacht, denn hier gibt es ein passendes Live-Tile, das einem den Akku-Stand verrät, wenn Smartphone und Soundbox verbunden sind. Unter iOS sollte eine Verbindung ebenfalls kein Problem sein, konnte ich allerdings noch nicht testen, da ich weder über einen Geldesel noch über ein iPhone verfüge. Shame on me.

Ein kleines Problem tauchte bei mir mit der Nokia MD-12 auf, das ich bisher noch nicht reproduzieren konnte. Irgendwie vollbrachte ich die Meisterleistung die Soundbox abstürzen zu lassen, während ich es lud und gleichzeitig noch mehrere Modi ausprobierte. Fortan ging nichts mehr und die Box gab keinen Ton mehr von sich, lediglich die LED leuchtete orange oder blinkte in der gleichen Farbe. Ich konnte drücken was ich wollte, aber es ging nichts mehr. Was zusätzlich merkwürdig erschien war die Tatsache, dass die WLAN-Verbindung von allen Geräten im Umkreis von 5 Meter versagte, wenn ich die LED zum Blinken brachte. Drückte ich wieder ein paar Mal auf den Knopf, so dass die LED dauerhaft leuchtete, waren wieder alle Geräte mit dem WLAN verbunden.

Keine Ahnung wie ich das geschafft habe, ich werde aber versuchen es zu reproduzieren und dementsprechend eine Anleitung verfassen. Schlussendlich konnte ich die Box aber retten, indem ich die Anleitung las und sie via Klinken-Stecker zurücksetzte.

Sound: Bass in die Fresse

In der Audiobranche sagen die Leute gerne mal: „garbage in, garbage out“, was so viel bedeutet wie, dass am Ende Müll raus kommt, wenn man vorne Müll reinkippt. Es ist daher immer wichtig, dass man brauchbares Ausgangsmaterial nutzt, wenn man Sound vergleichen möchte. Da ich mich aber nicht zu der Gattung der Audiophilen zähle, ist mir das Bums, ich teste also auf Alltagstauglichkeit. Ich starte Spotify, hau mir ein paar coole Songs in die Playlist und manipuliere mir den Sound nach eigenem Gusto mit Hilfe des Equalizers. Dank Bass Boost krieg ich die Nokia MD-12 sogar dazu auf dem Tisch zu wandern, weil der Bass eben so hart abgehen kann. Allerdings muss man sagen, dass die Box einen Resonanzkörper benötigt, um überhaupt Bass abgeben zu können – am besten eignet sich ein Tisch. Wenn man es bei vollem Bass in der Luft hält, ist auch kein Bass zu spüren – außer in der Hand.

Bass ist also ganz geil, und der restliche Sound ist ebenfalls ganz brauchbar. Ich habe leider nur wenige Referenzwerte, doch meine Ohren bluten nicht, also muss es ganz cool sein. Die Lautstärke lässt sich nur über das Smartphone steuern. An der Box selber gibt es keine Lautstärke-Regler, was an sich sehr praktisch ist, da man nicht dauernd zu der Box rennen muss.

Jedoch muss ich zugeben, dass der Sound erst durch die Soundprofile des Equalizers so richtig fetzt. Leider funktioniert der Equalizer meines Lumia 925 nicht mit Bluetooth-Audio-Geräten, weshalb ich die Box lieber mit meinem Android-Phone nutze. Shame on you, Microsoft.

Fazit: Sinnvoll für Android Smartphones

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Bluetooth funktioniert ohne Macken, der Akku hält wirklich unfassbar lange (ich lade ihn etwa jede Woche ein Mal auf, bei 2-5h täglicher Nutzung) und die Verarbeitung ist top. Zudem bumst der Bass richtig gut in die Lauscher, weshalb der Straßenpreis von knapp 30 Euro nicht wirklich überteuert ist. Gäbe es mal wieder ein Angebot, für ein paar Taler weniger, würde ich mir wohl noch eine zweite Box kaufen, einfach nur because fuck you. (Und weil mir Grün lieber ist als Weiß.) Allerdings würde ich es nur mit einem Android Smartphone nutzen wollen, da ich hier sehr viel mehr Sound-Einstellungen zur Verfügung habe.

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Florian Fritz

Essperimentalphysiker
Philanthrop und Handyfetischist der ersten Stunde. Alles begann mit dem Sagem MC-939. Später folgten das Siemens MT50, Sony Ericsson K300, BenQ Siemens S88, Motorola Defy, Samsung Galaxy Note 2 und das neue, dicke Ding in seiner Hose ist das OnePlus One. In seiner Freizeit identifiziert er liebend gerne Smartphones in freier Wildbahn und ruft deren technische Daten aus dem Gedächtnis ab. Über Twitter findet ihr noch mehr geilen Shizzle von mir.