Nexus 5 im Testbericht: Heißer Schlitten für ’nen schmalen Taler

Nexus 5 im Testbericht: Heißer Schlitten für ’nen schmalen Taler

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Bisher wurde schon viel geschrieben über das Nexus 5 von Google und LG. Und  in dem Monat, bevor es endlich offiziell vorgestellt wurde, stieg das Interesse von euch an dem Gerät ins Unermessliche. (Und ja, ich war auch feucht untenrum, jedes mal wenn ich von dem Gerät gelesen oder darüber geschrieben habe). Nachdem ich dann mein Nexus 4 bei eBay verhökert habe, konnte sich das Nexus 5 endlich auf den Weg zu mir machen. Danke nochmal, Julian.

Ich hab  mich für die schwarze Version entschieden und was soll ich sagen? Das Design gefällt mir ausgesprochen gut. Das matte Finish lässt das Gerät für mich extrem wertig wirken, obwohl es wieder nur Polycarbonat aka Plaste ist. Kaum anfällig für Fingerabdrücke und sexy, was will ich mehr?

Im folgenden Test erfahrt ihr, ob das Nexus 5 seine 349€ wert ist und den guten ersten Eindruck weiter bestätigen konnte.

Technische Daten des Nexus 5

  • Android 4.4 KitKat
  • 4,95 Zoll großes IPS-Display mit FullHD (1920 x 1080 Pixel)
  • 445ppi
  • Corning Gorilla Glass 3
  • 8-Megapixel-Kamera mit optischem Bildstabilisator hinten, vorne 1,3 Megapixel
  • 130 Gramm Gewicht
  • 2.300 mAh Akku
  • Snapdragon 800 Quad-Core, getaktet auf 2,26 GHz
  • Adreno 330 GPU
  • LTE und der ganze Kram
  • Bluetooth 4.0
  • 16 / 32 GB interner Speicher
  • Schwarz / Weiß
  • 2 GB Ram
  • Ließt das hier überhaupt jemand
  • Mein Hut, der hat drei Ecken, drei Ecken hat mein Hut

Handling: Scharfe Kanten an einem scharfen Gerät für scharfe Menschen

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Dass mir das Nexus 5 vom Design her gefällt, habe ich euch ja schon gesagt. Ihr wisst auch schon, dass ich vorher mit dem Nexus 4 unterwegs war, das noch ein 4,7 Zoll großes Display hatte. Den Größenunterschied merke ich allerdings kaum, weil das Nexus 5 wunderbar meine Handmodellartigen Hände umschmeichelt. Das Ding weiß was gut ist.

Was haben wir also? Mattes Finish auf der Rückseite, vorne das Display. Am Rand sind die Lautstärketasten und die Powertaste aus Keramik, oder irgendeinem anderen scharfkantigen Zeug. Wer dort zu schnell langfährt, könnte sich vielleicht den Finger abreißen. Dafür sehen die Buttons gut aus und machen den Eindruck noch wertiger. Habt also zur Vorsicht immer mal noch ein paar Ersatzfinger einstecken. (Ich habe mich noch nicht verletzt, werde ich auch nicht, werdet ihr euch wohl auch nicht.). Das Gerät hat ein angenehmes Gewicht, es rutscht mir nicht aus der Hand und ich kann es einhändig bedienen. Allerdings ist das langsam echt die Grenze von der Größe her.

Ausdauer: Besser als das Nexus 4, schlechter als das G2, für den Preis okay

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Kommen wir jetzt also zum wohl leidigsten Thema rund um das Nexus 5. Was wurde sich das Maul zerrissen, nachdem das Gerät auf dem Markt war. Bei Twitter jammert jeder nur rum: „Der Akku hält viiieeeel zu kurz. Warum ist der nicht so groß wie beim G2? Warum habe ich so kleine Füße? Warum ist die Welt nur gemein zu mir?“. Ich habe mich zu dem Thema schon mal geäußert und meinen Kommentar dazu abgegeben. (Kann hier nachgelesen werden, empfehle ich euch auch, ist immer lesenswert, was ich schreibe).

Ich habe das Gerät jetzt also schon seit einer ganzen Weile im Einsatz und kann mich zu dem Akkuverhalten äußern. Zumindest was meine Nutzung angeht. Die besteht hauptsächlich darin, gefühlte 50 Millionen Mails am Tag zu bekommen, mich auf Twitter mit Lars zu streiten und zu lieben, Facebook checken, ab und zu telefonieren und dieses verfickte Candy Crush spielen, das vom Satan höchstselbst entwickelt wurde. Das schafft kein Mensch. Und wenn doch, cheatest du!

Jetzt hängt es noch davon ab, ob ich zu Hause vorm Rechner lunger und blogge oder unterwegs bin. Im ersten Fall komme ich locker über den Tag und habe Abends noch Strom um aufm Sofa weiter Blödsinn im Internet zu machen. Wenn ich unterwegs bin, hauptsächlich Uni, dann kann es Abends schon mal knapp werden. Im Schnitt komme ich auf rund 3 bis 3,5 Stunden Display-On-Zeit, bei oft suboptimalem Empfang. Für den Preis von 350€ also echt gut, wie ich finde. Besser geht immer, schlechter aber auch. Ein vorsichtiges Fazit meinereseits: Der gemeiner Nutzer sollte damit gut über den Tag kommen. Wer ständig am Handy klebt, weil noch das 15. Video einer Katze, die einen Dino reitet, verschickt werden muss, sollte vielleicht ein Kabel einstecken haben.

Der Akku ist okay. Nicht mehr und nicht weniger. PS: Bei mir knattert das Ladeteil, wenn kein Gerät dran hängt. Hab mal auf Twitter rumgefragt, scheint nur ein Einzelfall zu sein.

Multimedia: Stock-Android is best! Kamera von okay bis beschissen

Ich liebe ja die originale Android-Oberfläche, an der kein Hersteller rumgedoktort hat, um die 15. sinnlose Funktion einzuspielen, die kein Mensch braucht und nur Platz weg nimmt. Dadurch wirkt alles aufgeräumt und nicht überladen. Einrichten geht schnell von der Hand und ich muss mich nicht noch durch 12 Milliarden andere AGBs lesen und klicken. Ansonsten wirkt Android 4.4 KitKat aufgeräumt, das Blau ist verschwunden und weicht jetzt weißen Icons.

Die Kamera rangiert von vernünftig bis superschlecht, alles dabei, würde ich sagen. Allerdings bin ich auf dem Gebiet ungefähr so bewandert wie Jabba the Hut beim Salat essen. Also ungefähr gar nicht. Der Bildstabilisator macht, was er soll. Ich finde die Fotos okay, mache aber selten welche und lege deshalb kaum Augenmerk darauf. Schaut euch einfach die Testfotos an und bildet euch selbst ein Urteil.

Das Display sieht knackescharf aus, Pixel zählen kann ich hier schon mal nicht. Dank IPS-Display erkenne ich das Display auch noch, wenn das Gerät seitlich gedreht ist. Allerdings mache ich das nicht. Warum auch?

Leistung: Usain Bolt wäre neidisch

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Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und sage: Es gibt kein schnelleres Smartphone, was die normale Bedienung angeht. Nix ruckelt, alles geht extrem schnell von der Hand. Spiele bringen das Gerät nicht ins schwitzen, sondern nuckeln nur den Akku leer. Erstaunt bin ich auch darüber, dass das Gerät bei mir noch nicht merkbar wärmer geworden ist bei stärkerer Nutzung. Aber vielleicht greife ich  wegen der Größe einfach nicht mehr so oft da oben hin, wo man das immer merkt.

Fazit: Für den Preis grandioses Smartphone

Ihr merkt schon, ich bin recht angetan vom Nexus 5. Für den Preis gibt es wohl kaum ein besseres Smartphone. Wer mehr Akku braucht, legt mehr Geld auf den Tisch. Das Display ist gut, das Gerät ist pfeilschnell und schießt schneller als Lucky Luke und sein Schatten zusammen (Achtung: Metapher). Dafür ist die Leistung des Akkus durchschnittlich, was aber zu erwarten ist bei 2.300 mAh. Wer also keinen Bock hat mehr als 450€ auf den Tisch zu legen, macht mit dem Nexus 5 nichts verkehrt. Ich persönlich würde es jederzeit dem S4, dem One und dem G2 vorziehen.

Wer noch bisschen weniger auf den Tisch legen will, greift derzeit einfach zum Moto G, das auch ein super Preis-/Leistungsverhältnis hat.

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Philipp

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