Motorola Moto G ( 2014 ) im Test: Viel Sex für wenig Geld

Motorola Moto G ( 2014 ) im Test: Viel Sex für wenig Geld

Yehaaw. Ein neuer TechNews-Testbericht steht und und dieses Mal habe ich ein ganz besonders spannendes Teil vor mir liegen, nämlich das Motorola Moto G ( 2014 ). Die erste Generation hat ja eingeschlagen wie 15 Wasserstoffbomben und das amerikanische Unternehmen wieder zu einem ernstzunehmenden Player avanciert.

So ein Star-Smartphone birgt natürlich den Nachteil, dass man an extrem hohe Erwartungen an seinen Nachfolger setzt und voller Berechtigung frage ich mich: Kann sich das zweite Moto G die Budget-Krone aufsetzen, oder wird es an der Genialität seines Vorgängers elendig zerbrechen und sich wie Hollywood-Kinderstars ein Leben zwischen Drogeneskapaden und ranzigen Stripclubs führen? Erfahrt es hier in unserem Testbericht:

Technische Daten: Motorola Moto G ( 2014 )

  • 5 Zoll Display ( HD-Auflösung mit 1280 x 720 Pixel )
  • Snapdragon 400 mit 1,2 GHz
  • 1 GB Ram
  • 8 GB interner Speicher ( erweiterbar via microSD )
  • Kamera: 8 Megapixel Frontkamera: 2 Megapixel
  • Akku 2.070 mAh
  • Android 4.4 KitKat
  • Preis: 199€ UVP

Lieferumfang: Ein zarter Hauch von Nichts

Die Verpackung vom Moto G ist wirklich schön gehalten und vor allem ziemlich kompakt, was aber nicht etwa daran liegt, dass hier wie bei Apple ausgetüfftelte Verpackungs-Ingenieure am Werk sind, sondern, dass in der Verpackung einfach nichts drin ist. Wie ihr in unserem Unobxing seht befindet sich in dem Karton lediglich das Smartphone, ein USB-Kabel und zwei von diesen komischen Bedienungsanleitungen, die glaube ich noch kein Mensch jemals gelesen hat. Das Auspackfeeling ist dementsprechend eher so lala, aber für einen Preis von unter 200€ verschmerzbar und eigentlich interessiert das auch niemanden.

Handling: Oberklasse zum Ramschpreis

Mit seinen 5 Zoll ist das Smartphone für ein Low-Budget-Gerät ziemlich groß geraten und auch wenn ich eigentlich kein Fan von größeren Smartphones bin, finde ich die Größe mittlerweile handlich. Die Gehirnwäsche der Android-Hersteller fängt langsam an zu wirken! Abseits davon hatte ich eigentlich bei einem so günstigen Telefon erwarten, dass es sich in der Hand wie bestenfalls mittelhochwertiger Schrott anfühlt, aber Motorola ist hier ein kleines Kunststück gelungen. Die Polycarbonat-Oberfläche auf der Rückseite ist wie gummiert und erinnert stark an die Rückseite des Nexus 5. Die Kanten sind glatt, nix knarrzt und ich kann das Teil problemlos in der Hosentasche tragen, ohne dabei Angst zu haben, dass es verbogen wird ( Suck it Apple! ). Irgendwann ist mir aufgefallen, dass sich das Telefon anfühlt, wie ein Oberklasse-Gerät der letzten Generation und ich glaube damit habt ihr einen ganz guten Eindruck davon, wie es in der Hand liegt. Ein kleines Detail, welches mir besonders ins Auge gestochen ist, ist die kleine Wölbung auf der Rückseite, in dem das Motorola-Logo gedruckt worden ist. Da ich von einem LG G2 gekommen bin, habe ich diese Aussparung Anfangs oftmals mit dem StandBy-Schalter verwechselt.

Kommen wir zum ( in meinen Augen ) entscheidensten Punkt eines jeden Smartphones: Das OS und die UI. Motorola konzentriert sich stark auf ihr Smartphone und überlässt die Software-Arbeit den Profis von Google. Dies äußert sich dadurch, dass an der aktuellsten Android-Software so gut wie nichts verändert worden ist. Ihr findet keine sinnlose Bloatware auf dem Telefon. Lediglich Alert ( nützliche App, um Verwandte im Ernstfall zu kontaktieren ), Assist ( Google Now von Motorola, welches weiß, wann ihr schlafen geht und dementsprechend lautlos stellt usw. ) und Connect sind von Motorola vorinstalliert. Absolut verschmerzlich und wirklich nützliche Tools. An sich hat das amerikanische Unternehmen wirklich nur minimale sinnvolle Ergänzungen zu Android 4.4 KitKat geleistet, wie man sehr schön in der Galerie erkennen kann. Weiterhin sind die App-Icons standardmäßig etwas größer, als bei der Konkurrenz, was mir extrem gut gefällt. Alles wirkt aufgelockert und hochwertig. Insgesamt schafft Motorola hier einen genialen Spagat. Einerseits bekommt ihr den unverfälschten Android-Genuss, auf der anderen Seite hat das Telefon aber seinen eigenen Touch, was es unverkennbar macht.

Zwar fühlt sich das Moto G (2014) extrem gut an, aber ich kann mir vorstellen, dass dieses Gefühl nach einem halben Jahr nicht mehr da ist. Im Vergleich dazu wirkt das LG G2 hochwertiger und vor allem widerstandsfähiger. Doch schaut man sich die Software an, da erinnert die UI vom G2 eher an billigsten China-Schrott.

Multimedia: Double Penetration!

Yeah, ich benutze schlimme Wörter, um mir eure Aufmerksamkeit zu sichern. Aber was ist damit gemeint? Das Moto G verfügt über zwei Frontlautsprecher, wodurch ihr damit Musik und Videos in Stereo genießen könnt. So ein Feature findet ihr selbst bei wenigen High-End-Geräten nicht und egal wie sinnlos das alles klingt: Sobald ihr ein YouTube-Video einmal mit diesem Sound gesehen habt, findet ihr alles andere scheiße. Wenn ihr mit dem Moto G (2014) im Bus ganz hinten den ‚Arschficksong‘ spielt dann sehen die ganzen Gangster, die in ihrem getuntem Auto und Bassrolle mit 75 km/h durchs Dorf brettern, aus wie Kindergarten.

Die Kamera hätte mit ihren 8 Megapixel vor einem Jahr noch weit oben mitgespielt, markiert nun aber eher das Mittelfeld.Ich finde es immer schwierig etwas dazu zu schreiben: Wie bei allen Mittelklasse-Kameras gilt auch beim Moto G: Unter perfekten Lichtverhältnissen macht die Kamera gute Bilder, sobald es etwas dunkler wird, wird es eher mau. Macht euch selbst ein Bild.

Ausdauer: Loyaler als mancher Hund

Als alleinstehender gutaussehnder Mann, muss ich viele Frauengeschichten koordinieren. Dies tue ich via Tinder, WhatsApp und Facebook, doch was sich nach jeder Menge Spaß anhört, ist in Wahrheit ein 24/7 Job. Dementsprechend habe ich auch sehr fordernde Ansrpüche an mein Smartphone. Ich habe mein Handy vermutlich am Tag öfters in der Hand, als manch andere Leute in einer Woche und trotzdem habe ich am Ende des Tages immer noch ca. 30 % Ladung, was definitiv für das Moto G spricht. Hier macht sich der relativ starke Akku doch bemerkbar. Jedoch muss ich auch sagen, dass ich unter voller Hardcore-Nutzung auch schon gegen frühen Nachmittag ( Tag beginnt bei mir 7 Uhr ) die Steckdose aufsuchen musste. Hier habe ich aber hauptsächlich Ortungsdienste genutzt, welche wahre Stromfresser sind. Fazit ist, dass das Moto G die Energiekrise nicht löst, aber ein zuverlässiger Begleiter über den Tag und bis tief in die Nacht ist.

Leistung: Große Klappe, nichts dahinter

Ein Smartphone für gerade einmal 200€ hat natürlich auch seine Schwächen, obwohl es ein bisschen gemein ist von Schwächen zu reden. Das Telefon läuft insgesamt flüssig, aber gerade wenn ihr schnell zwischen verschiedenen Videos hin und her wechseln wollt, dann könnt ihr die Hardware schnell in die Knie zwingen, was weitaus weniger angenehm ist, als es klingt. Kleinere Hänger setzen sich auch teilweise fest und dann müsst ihr die App schließen und wieder von vorne starten. Etwas nervig, aber für das ausgegebene Geld ist die Leistung mehr als top.

Fazit: Schlagt zu

Im Fazit zu (guten) Low-Budget-Smartphones steht immer die selbe Scheiße. Ja, Preis-Leistung ist gut, ihr solltet es kaufen, wenn ihr wenig ausgeben wollt. Das gilt so definitiv auch für das Moto G (2014), aber ich gehe noch einen Schritt weiter. Selbst wenn ihr bereit wärt 300€ für ein Telefon auszugeben, dann solltet ihr zum Moto G greifen. Das Smartphone ist zu hochwertig und zu schick, um sein Leben als ungeliebtes Ersatzhandy zu fristen und ich kann es ohne schlechtes Gewissen als Ersthandy empfehlen.

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Marcel

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