LG G3s im Test: Der „kleine“ Bruder des G3

LG G3s im Test: Der „kleine“ Bruder des G3

Mini-Version sind definitiv im Trend. Diesem Trend folgt LG auch mit dem neuesten Flaggschiff-Ableger, dem G3s. Zwar soll es der kleine Bruder sein, von den Ausmaßen ist es aber immer noch weitaus größer als andere, normale Flaggschiffe.

Ob das um 0,5 Zoll kleinere G3s auch eher so „meh“ ist wie der große Bruder, habe ich für euch mal getestet.

Wie immer, gibt es zuerst ein paar staubtrockene Zahlen in’s Gesicht:

  • 5 Zoll IPS Display mit 1280x720p (294ppi)
  • Qualcomm Snapdragon 400 (1,2GHz) mit 1GB RAM
  • 8GB interner Speicher (erweiterbar)
  • 8 MP Kamera hinten, 1,2 MP vorne
  • WLAN 802.11a/b/g/n, A-GPS, NFC, LTE und Blutetooth 4.0
  • 2.540mAh großer Akku
  • Farben: Schwarz, Weiß, Gold

Verarbeitung & Handling

IMG_0120Die Designsprache ist 1-1 die vom normalen G3, äußerlich hat sich gar nichts, aber auch überhaupt gar nichts geändert (Meine Version war übrigens Gold, ist aber ein sehr schlichtes Gold). Aber das ist ja auch der Sinn einer Mini-Version, obwohl es keine ist, aber was auch immer.

IMG_0117LG hat es geschafft, Plaste so zu verpacken, dass sie sich gut anfühlt. Gerade ich als verwöhntes Aluminium-Fag bekomme sofort Pusteln an den Händen wenn ich z.B. ein Galaxy S5 in die Hand nehme. Das G3s schmeichelt meinen Handflächen aber überraschenderweise. Die Kanten sind schön abgerundet, es rutscht nicht aus der Hand und die LG-spezifischen Rear-Keys sind gut zu erreichen.

IMG_0118Die Verarbeitung ist gut, auch wenn man etwas Druck auf bestimmte Stellen ausübt, ist kein noch so kleines Knarzen zu hören. Gut gemacht LG.

Ausstattung & Display

IMG_0127Kommen wir zum wichtigen Teil: dem Innenleben. LG hat ordentlich abgespeckt, um den Preis von 300€ bieten zu können. Das erste, was dran glauben musste, war das Display. Aus der 2K-Auflösung beim großen G3 wurde „normale“ HD-Auflösung mit 1280×720 Pixel (294ppi). Das ist prinzipiell nicht schlecht, in Echt sieht es sogar überraschend gut aus. Andere Displays in der Größe und mit dieser Auflösung schauen weitaus schlechter aus, wie auch immer das sein kann. LG hat hier definitiv ein klasse Display verbaut.

Bis hierhin ist es alles noch durchaus akzeptabel, aber dann wird es eklig. Der Snapdragon wirkt teilweise etwas überfordert, wenn es an intensive Grafikleistungen geht, und der 1 Gigabyte RAM kann ihm da auch nicht wirklich viel helfen, da merkt man einfach den Preisunterschied. Bei normaler Nutzung ist der Prozessor aber nicht weiter aufgefallen, geruckelt hat es trotzdem, aber daran ist nicht der Prozessor schuld, sondern…

Betriebssystem

IMG_0129…das Betriebssystem bzw. dessen augenscheinliche Beta-Version, die auf Millionen von Geräten läuft, aber noch nicht ausgereift ist.

Ja, es ist wahr, es ruckelt. Als Philipp davon erzählt hat, dass er wegen dem Ruckeln enttäuscht vom G3 ist, weil es eigentlich ein schönes Handy ist, habe ich erst gedacht, er wäre etwas überempfindlich. Aber ich muss ihm Recht geben, die Software ist noch nicht massentauglich und daran ist auch meiner Meinung nach nicht der Chip schuld, sondern das Betriebssystem. Ich kenne mich mit dem Shizzle jetzt nicht so ultra aus, aber ich spüre ob ein Handy bei einem Ruckler gerade Probleme in der Schaltzentrale des Prozessors  hat oder der epileptische Anfall in der Software stattfindet, und beim G3s sind das definitiv Software-technische Probleme.

Ich würde jetzt gerne sagen, dass es bei alltäglicher Nutzung nicht auffällt, aber das tut es leider. Schade.

Optimus UI

IMG_0128Die optische Gestaltung des OSs ist aber durchaus gelungen, das sieht modern und einfach schnieke aus, da kann man nicht meckern. Die Bedienelemente sind schön angeordnet, und Android ist einfach übersichtlich und simpel, wie ich es als Apple-Fag eben mag.

Ausdauer

IMG_0134Ein Tag mit WhatsApp, Facebook, Instagram, Tinder, Telegram, Threema, YouTube und Co. kann schonmal am Akku saugen, sodass es mittlerweile schon soweit gekommen ist, dass man Handys, die einen einzigen Tag durchhalten, als „gut“ einstuft. Bei solchen Einstufungen bekommen so manche alte Nokias in den verstaubten Schubladen von Millionen von Menschen einen Krampfanfall. Das LG G3s würde auch einen bekommen, aber es hat dauerhaft Software-Krämpfe einen, sodass man das nicht unterscheiden könnte.

IMG_0133Das G3s hat mit dem 2.540mAh großen Akku einen relativ großen Energiespeicher zur Verfügung gestellt bekommen und das merkt man auch. Zwar hält es keine 70 Jahre, aber 1-2 Tage waren bei normaler Nutzung drin, mehr aber nicht.

Kamera

IMG_0115Ich bin jetzt nicht sooo der Fotograf, aber wenn Kameras gute Fotos machen, dann knips ich schon auch mal gerne drauf los. Und beim G3s macht das wirklich Spaß. Den guten Fokus hat LG der abgespeckten G3-Version Gott sei Dank gelassen, das ist sehr angenehm, Schnappschüsse sind jederzeit drin.

Auch Nahaufnahmen meistert das G3s gut, bei schlechtem Licht kommt das LG aber an seine Grenzen.

Macht euch selbst ein Bild davon, ich hab mal 2, 3 Testfotos für euch gemacht.

Fazit

IMG_0125Für den Preis von 300€ hat LG hier ein solides 5 Zoll-Smartphone auf den Markt gebracht.

Es macht einen sehr edlen Eindruck, obwohl es aus Plastik ist. Die Kamera ist sehr gut, die Oberfläche schön und modern. Aber was ein bisschen stören könnte ist die Software, da arbeitet LG mit Sicherheit dran, aber da hätten sie sich vielleicht früher drum kümmern sollen.

IMG_0113Ich würde das G3s mit seinem „Mini“-Image auch gar nicht als Einsteiger-Smartphone oder sowas abstempeln, es ist ein eigenständiges Gerät, ein Nebenspieler zum G3, kein kleiner Bruder.

Wer aber auf Performance steht, der sollte sich das mit dem Snapdragon nochmal durch den Kopf gehen lassen. Und vielleicht auch den Test zum neuen Moto G 2014 von Motorola lesen.

Solltet ihr noch etwas über das Handy wissen wollen, löchert mich ruhig in den Kommentaren!

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Mario

Azubi, Technikallrounder und Autor für TechNews vom Chiemsee. Seit dem ersten iPhone in der Smartphone-Szene unterwegs und immer up-to-date.