LG G2 Mini im Test: So groß kann „Mini“ sein

LG G2 Mini im Test: So groß kann „Mini“ sein

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Zu groß, zu teuer, zu niedrige Auflösung – das G2 Mini musste direkt nach der Vorstellung gleich mal große Kritik einstecken. Ich war weniger skeptisch und habe mich auf das G2 Mini sogar gefreut. Im Nachhinein stellten sich auch viele dieser Kritiken als vorschnelle Bewertungen heraus, ein ehrenwürdiger Ableger der großen Bruders ist das G2 Mini meiner Meinung nach an manchen Stellen dennoch nicht.

Bevor ich mit dem Testbericht beginne, noch ein paar Zahlen für euch:

Technische Daten des LG G2 Mini

  • Display: 4,7″ IPS LCD mit 540 x 960p
  • CPU: Qualcomm Snapdragon 400 Quad Core mit 1,2Ghz Taktung
  • Arbeitsspeicher: 1 GB
  • Speicher: 8 GB (erweiterbar)
  • Kamera: 8 Megapixel
  • Akku: 2.440mAh
  • Betriebssystem: Android 4.4 KitKat
  • Konnektivität: HSPA, LTE, NFC, Bluetooth und b/g/n-WLAN
  • Farben: Schwarz und Weiß
  • Sonstiges: Knock Code

Lieferumfang

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Zu diesem Punkt kann ich leider nicht viel sagen, denn ich habe nur das nackte Handy geschickt bekommen. Das liegt aber daran, dass es ein Testgerät ist, das nach dem Test wieder zurück muss. Solltet ihr euch das Teil zulegen ist es selbstverständlich mit allem Zubehör verpackt, außer vielleicht ihr kauft es bei Ali’s Handyshop in Berlin-Kreuzberg.

Handling: Angenehm griffige Rückseite

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Vom Äußeren her ähnelt das G2 Mini logischerweise dem G2. Es gibt eigentlich nirgendwo Tasten, außer die LG-spezifischen Rear Keys zum Ent-/Sperren und lauter/leiser machen auf der Rückseite. Die kommen einem am Anfang ehrlich gesagt etwas komisch und fehl am Platz vor, entpuppten sich aber im Testzeitraum letztlich doch als praktisch.

Wie LG überhaupt darauf gekommen ist, Tasten auf die Rückseite zu kleben? Ganz einfach: Sie haben Tests durchgeführt und herausgefunden, dass Nutzer beim normalen Halten des Handys ihre Finger meistens in diesem Bereich haben. Ergo haben sie genau da die Tasten hingepackt.

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Wo wir gerade bei der Rückseite wären. Die ist meiner Meinung nach enorm sexy. Ich weiß nicht, ob man das auf dem Bild sieht, aber die ist ziemlich rau und daher auch extrem griffig. Für mich als iPhone-Nutzer zwar das komplette Gegenteil zu glattem Alu, aber irgendwie sehr angenehm.

Allgemein ist das G2 Mini wirklich kompakt dafür, dass es immerhin ein 4,7″ Display hat, was für ein „Mini“-Modell doch ziemlich groß ist.

Die Materialien sind zu 99% aus Plaste, was man dem Handy auch schon von weitem ansieht. Mir ist das aber prinzipiell egal, solange nichts auffällig knarzt und das tut es nicht. Daher sind die Materialien akzeptabel.

Multimedia: OK, aber kein Hochleistungssportler

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Wenn ihr euch die technischen Daten durchgelesen habt, dann habt ihr bestimmt gemerkt, dass das G2 Mini nur einen Snapdragon 400 mit 1,2GHz verbaut hat. Kleiner Bruder hin oder her, das ist schon extrem abgespeckt und die Performance geht deshalb auch öfter mal Flöten.

Zwar geht die allgemeine Bedienung recht glatt über die Bühne, aber ich glaube zum Spielen würde ich das Teil nicht benutzen. Durchschnittlich anspruchsvolle Spiele laufen ganz normal und ohne Ruckeln, das packt der Snapdragon noch. Grafikintensive Spiele dagegen lassen sich zwar spielen, aber Spaß ist was anderes.

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Aber versteht mich nicht falsch, bei normaler Nutzung (Facebook, Twitter, TechNews, WhatsApp und anderen überlebenswichtigen Sachen) ist der Prozessor nicht negativ aufgefallen, das läuft alles wie es soll. Otto-Normalverbraucher würde der Prozessor wahrscheinlich gar nicht auffallen.

Der interne Speicher ist meiner Meinung nach mit 8GB etwas sehr klein geraten, zudem effektiv nur etwa 3,4 GB zur Verfügung stehen. Aber wenigstens ist der Speicher durch eine microSD-Karte erweiterbar.

Ausdauer: Sehr zufriedenstellend

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Bei aller Kritik muss man dem G2 Mini wirklich eins lassen: den Akku. Der hält ewig.

Ich habe bei anspruchsvoller Nutzung immer 2 Tage hinbekommen, egal welche Spiele oder welche Apps ich genutzt habe, den 2.440 mAh großen Akku bekommt man nicht so schnell klein und das ist wirklich mal angenehm, da ja  die meisten Handys auf dem Markt nach einem Tag den Geist aufgeben.

Display: Groß und eher nicht „Oho“.

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Ist zwar nett, dass LG uns ein großes Display eingebaut hat, aber dann auch bitte mit einer annehmbaren Auflösung. 540 x 960p auf 4,7″ (hört sich beim Durchlesen ja schon widerlich an) ergeben gerade mal 235 ppi und dieses Defizit merkt man leider auch sofort. Zwar wirkt es bei genauerem Hinschauen nicht grobpixelig, aber brillant ist das auch nicht. Im Alltag bei normaler Nutzung fällt das aber fast nicht auf.

Die Farben, Kontraste und die Helligkeit passen, da gibt es nichts auszusetzen, aber das macht die Auflösung leider auch nicht besser.

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Links: iPhone 4

Die Reaktion auf Eingaben über den Touchscreen geht zwar meistens gut, aber manchmal registriert das Handy meine Finger nicht oder die Reaktion kommt sehr verzögert. Das nervt teilweise und ich glaube, dass man das auf das „abgespeckte Mini-Version“-Image schieben kann. Da hat LG einfach einen nicht so hochwertigen Touchscreen verbaut.

Kamera: 8 MP at its finest

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Die Kamera ist dann wieder erstaunlich gut. 8 MP sehen auf dem Datenblatt schon gut aus und in echt noch mehr. Fotos schießen macht Spaß und die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen.

Hier mal ein paar Testfotos:

Lediglich bei der Video-Aufnahme ist ein leichtes „Nachziehen“ bei schnellem Umschwenken zu beobachten, stört mich aber persönlich nicht und fällt auch nicht sofort auf.

Fazit

Man sieht also, das G2 Mini hat wirklich seine Stärken, wie den großen Akku, das große Display, LTE, NFC usw. aber auch einige Schwächen. Und diese Schwächen finden sich leider bei den wichtigsten Kaufkriterien bei einem Smartphone, nämlich dem Prozessor und dem Display. Hier hat LG wirklich abgespeckt, meiner Meinung nach etwas zu viel.

Für einen Preis von aktuell ca. 240€ ist das Ganze aber wieder positiver zu betrachten. Für 240€ bekommt ihr ein großes Display, ein schönes Design mit guter Verarbeitung, einen langlebigen Akku und eine Top-Kamera. Und wie gesagt, der Prozessor fällt, solange man nicht vorhat GTA 5 darauf zu spielen, bei normaler Nutzung nicht negativ auf.

Für mich persönlich war das G2 Mini das erste Android-Handy meines Lebens und ich bin angenehm überrascht. Bisher habe ich immer auf meinem iPhone beharrt, aber das G2 Mini hat insgesamt einen wirklich guten Gesamteindruck bei mir hinterlassen.

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Mario

Azubi, Technikallrounder und Autor für TechNews vom Chiemsee. Seit dem ersten iPhone in der Smartphone-Szene unterwegs und immer up-to-date.