LG G2 im Test: Knapp am Ziel vorbeigeschrammt und warum es trotzdem eines der besten Smartphones ist

LG G2 im Test: Knapp am Ziel vorbeigeschrammt und warum es trotzdem eines der besten Smartphones ist

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Für mächtig Furore hat das LG G2 gesorgt, als es vor einigen Monaten veröffentlicht wurde. Knöpfe auf der Rückseite und eine innovative Entsperrmethode haben die Nerds rund um den Globus das Gefühl gegeben sie wären 14 Jährige Mädchen, die Justin Bieber live sehen. LG hat die vergangenen Perioden immer bessere Smartphones auf den Markt geworfen und mein einziger Kritikpunkt beim Vorgänger war das eher langweilige Design. Ob LG weiterhin gute Smartphones baut, ob der Preis von 430€ gerechtfertigt ist und ob sich das Design verbessert hat erfahrt ihr gleich nach der Werbepause.

Technische Daten:

  • 138,5 x 70,9 x 8,99 mm und 140 Gramm schwer
  • 5,2 Zoll-Display mit Full HD-Auflösung ( 1920 x 1080 )
  • Akku mit 3.000 mAh
  • Snapdragon 800 mit 2,3 GHz ( 4 Kerne Baby! )
  • 2 GB Ram
  • 16/32 GB interner Speicher (nicht erweiterbar)
  • 13 Megapixel Rückkamera und 2,1 Megapixel Frontkamera

Handling: Bodenständig mit einer Prise Sex

Das G2 ist ein bisschen wie ein Bausparvertrag, den man im Swingerclub abschließt. Vom Design her erinnert es kaum noch an seinen Vorgänger ( für alle Blitzbirnen: Die Rede ist vom Optimus G ). Das klobige, viereckige Design wirkt nun wesentlich runder und somit auch ansprechender. Der Rückseite wurde ein angenehmes „Muster“ verpasst, wirkt jedoch durch das verbaute Plastik für einige wohl etwas billig. Für mich ist Plastik und billig jedoch vollkommen ok. Go Gina Lisa, Go!

Kommen wir zum eigentlichen Handling. Prinzipiell empfinde ich das G2 als zu groß, fand die Größe aber nicht wirklich störend. Vermutlich liegt es daran, dass ich mein iPhone verklingelt habe und schon seit längerer Zeit mit Android-Geräten hantiere. Diese fallen sowieso größer aus und vermutlich hat man sich mit der Zeit einfach daran gewöhnt. Jedoch empfinde ich die Größe des iPhone 4 bzw. iPhone 5/5S immernoch als ideal. Ich bin ein Mann der sein Smartphone in der Hosentasche verstaut und da ich seit meinem 11. Lebensjahr keine Cargohosen mehr trage, wird das mit +5 Zoll-Brechern oftmals heikel.

Besonderes geil finde ich, dass die Koreaner die Bedienungstasten an der Rückseite des Telefons montiert haben. Das ist innovativ und praktisch, weniger geil ist, dass sich die Marketing-Abteilung dafür das Wort „Rear Key“ ausgedacht haben. Ich will nicht wissen wie viele Meetings dafür drauf gegangen sind.

Insgesamt ein wirklich schönes Telefon, welches auch gut in der Hand liegt, jedoch vermisse ich etwas. LG kann sich vom Design her nun definitiv mit etablierten Playern im Markt messen, doch das gewisse Etwas fehlt. Mein Nexus 4 finde ich z.B. wesentlich spannender vom Design her. Leider habe ich keine Ahnung von Design, sonst könnte ich meinen Eindruck noch mit Fachbegriffen wie Linienführung, Übergang und SM-Schaukel würzen aber das spare ich mir.

Ausdauer: Einmal zum Klingonischen Reich und wieder zurück

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Mit seinem 3.000 mAh Akku hat das G2 natürlich ordentlich Platz im Tank und dieser macht sich bemerkbar. Bei durchschnittlicher Nutzung mit YouTube, YouPorn, PornHub, YouJizz, Facebook, Whatsapp, E-Mail, Akinator, YouPorn ( In genau dieser Reihenfolge ) kommt man ohne Problem über den Tag und hat am Ende teilweise noch über die Hälfte der Kapazität. Das ist natürlich mal eine Ansage und selbst bei wirklich fieser Dauernutzung reicht die Ladung für einen Tag. Insgesamt eine coole Sache, leider ist der Akku nicht austauschbar. Interessanterweise hat das vor einigen Jahren bei Apple noch für ordentlich Stunk gesorg, doch langsam hat sich der Nerd-Mob daran gewöhnt, dass Firmen sie zwingen sich aller paar Jahre ein neues Telefon kaufen zu müssen. Kapitalismus ist neben Anglizismus eben immer noch der beste fucking -ismus.

Multimedia: Fotos gut, UI beschissen

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LG hatte es sich beim Vorgänger verkniffen sein Flaggschiff mit zu viel Scheiß vollzuladen. Diese Politik hat sich scheinbar geändert, denn nun finden sich viele nutzlose vorinstallierte Programme auf dem Telefon, die Telefon-Leiste ist völlig überladen und allgemein wirkt es, als hätte das Telefon keinen Swag. Was mir besonders negativ hängen geblieben ist: Wenn man sein Handy zum ersten Mal einrichtet, muss man sich durch ca 5 – 10 verschiedene Mitteilungen durchkämpfen. Google-Nutzervereinbarung hier, LG-Nutzerverinbarung da, so funktioniert Rear Key, usw. Zwischendrin habe ich das G2 kurzzeitig angeschrien und gefragt was eigentlich dein scheiß Problem ist.

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Als dann die gefühlten zehntausend Meldungen durchgeklickt waren, fiel mir als Teilzeit-Autist sofort etwas auf. Auf dem normalen Startbildschirm befindet sich zwischen Schnellstartleiste und „eigentlichem Display“ eine kleine graue Querleiste. Wischt man nun über den Bildschirm zwischen den verschiedenen Screens hin und her, so zeigt ein türkiser Balken auf dieser grauen Querleiste an, auf welchem Bildschirm man sich aktuell befindet. Bei meinem Nexus 4 befindet sich der türkise Balken genau in der Mitte, falls man sich auf dem Startbildschirm befindet ( 5 Bildschirme sind vorhanden, also entspricht der Startbildschirm dem Bildschirm 3 ). Bei dem G2 jedoch nicht, da hier eine gerade Anzahl an Bildschirmen vorhanden ist ( der letzte wurde durch ein LG-Werbe-Screen-Wasauchimmerdassoll ersetzt ). Somit liegt der türkise Streifen nicht in der Mitte sondern abseits. Das sieht nicht nur falsch aus, sondern fühlt sich auch so an. Wenn ich nur daran denke, läuft es mir kalt den Rücken runter. Ich meine wer sowas designed, der fährt auch ein getuntes Auto mit asymmetrisch gestalteter Motorhaube.

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Das UI ist der größte Kritikpunkt an einem sonst fabelhaften Telefon. Die Kamera macht mit seinen 13 Megapixeln ordentliche Bilder und auch die Frontkamera mit 2,1 Megapixeln kann überzeugen.

P.S.: Da ich es tatsächlich verballert habe Fotos mit dem G2 aufzunehmen und mir das erst aufgefallen ist, als ich das Testgerät schon wieder zurück an LG gesendet habe, sind die hier gezeigten Fotos nicht von mir. Großer Dank gebührt hierbei Julian von TechHive, der so freundlich war mir mit Bildern auszuhelfen.

Leistung: Schnell wie ein schneller Pfeil

Wo ich gerade in Metapher-Geberlaune bin: Die Leistung lässt sich mit dem ersten feuchten Traum vergleichen: Flüssig und geil. Die 2 GB Ram und der 2,3 GHz Quadcore-Prozessor geben sich keine Blöße. Multitasking, surfen, aufwendige 3D-Spiele, das Swipen durch das Menü und vieles mehr laufen ohne murren oder zicken seitens des Telefones. Auch wenn die Leistung durchaus überzeugt, so ändert es nichts an der unschönen UI. Was bringt mir ein Ford Ka Baujahr 1998 mit 400 PS?

Fazit: Und trotzdem nicht perfekt

Die Südkoreanischen Dudes haben sich extrem Mühe gegeben. Wirkliche Innovationen, ein ansehnliches Design, die beste verfügbare Hardware, eine durchdachte Marketingkampagne und doch konnten sie mich einfach nicht überzeugen. Obwohl ich das G2 weit vor dem S4 oder dem HTC One sehe, so würde ich mir am Ende des Tages für mein hart erarbeitetes Geld ( Lol ich bin Student, also mein erschnorrtes Geld #fickaufarbeiten ) lieber in ein Nexus investieren. Da ich regelmäßig in Situationen gerate, in denen ich nicht unbedingt mit den Leuten in meiner Umgebung reden will, zücke ich oft mein Handy und blättere dabei durch das Menü. Wenn dieses mir aber nicht gefällt, dann hat das Telefon für mich leider verloren. Wer jedoch eher Gefallen an den Mainstream-Smartphones gefunden hat, für den ist das G2 aktuell das Beste, was er kriegen kann.

16-GB-Version:

32-GB-Version:

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Marcel

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