Lenovo Yoga Tablet 10 HD+ im Test: Multimedia-Monster mit unfassbarem Akku

Lenovo Yoga Tablet 10 HD+ im Test: Multimedia-Monster mit unfassbarem Akku

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Tablets sind für mich ein spannendes Thema, weil sie so unfassbar schnell zum Mainstream gehörten und es aktuell nur einen einzigen Babo in dem Marktsegment gibt: Apple. Nun kann jeder über Apple sagen und denken was er möchte, aber sie bauen meiner Meinung nach einfach die besten Tablets. Wenn ich Geld scheißen könnte, dann würde ich mir ohne zu zögern ein iPad kaufen. Einfach nur weil es geil ist.

Dann gibt es hier und da immer mal wieder einen Hersteller, der versucht genau in diesem Segment Fuß zu fassen, neue Kunden zu gewinnen oder einfach nur um Apple zu trollen. Ein Hersteller von denen ist Lenovo, die sogar Ashton Kutcher ins Boot holten, damit der ein paar coole Designs aus der Tasche zaubert. Immerhin hat er ja Steve Jobs in seiner Biographie spielen dürfen. Ist ja irgendwie fast das Gleiche wie Steve Jobs zu sein – nicht.

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Und so werde ich das Lenovo Yoga Tablet 10 HD+ (was ein beschissen langer Name) einem ausführlichen Test unterziehen, um zu ergründen ob es ein gutes Tablet ist oder ob es nur wieder ein Versuch war so cool wie Apple zu sein. Beginnen wir mal mit den technischen Daten.

Technische Daten: Lenovo Yoga Tablet 10 HD+ (B8080-F)

  • Maße: 261 x 180 x (3mm – 9,1mm) und 626 Gramm schwer
  • Display: 10,1 Zoll FullHD-IPS (1920x1200p) – eigentlich ein bisschen mehr als FullHD
  • CPU: Snapdragon 400 auf 1,6 GHz getaktet und Adreno 305 GPU
  • Arbeitsspeicher: 2 GB
  • Interner Speicher: 16/32 GB (erweiterbar)
  • Betriebssystem: Android 4.4.2 mit eigener UI
  • Akku: 9.000 mAh
  • Kamera: 8 MP mit AF hinten und 1,6 MP HD-Selfi-Cam vorne
  • Sound: Zwei Lautsprecher Vorne und Dolby Audio, 3,5mm Klinkenbuchse
  • Konnektivität: WiFi-Only oder 3G+WiFi,
  • Farben: Silber oder Champagne Gold
  • Preis: ab 279 Euro (WiFi only) und 345 (WiFi + 3G)

Lieferumfang: Schön und wenig

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Bereits bei der Verpackung des Tablets merkt man, dass sich Lenovo ein wenig Mühe gegeben hat. Sie liefern das Yoga Tablet 10 HD+ in einer soliden Hartpappe, die mit einem glänzenden Bild des Gerätes bedruckt wurde. Gut, das ist ja nichts Außergewöhnliches, aber es wirkt einfach wertig und solide. Hebt man dann den Deckel ab, sieht man bereits das monströse Yoga Tablet oben drauf liegen. Es steckt zusätzlich in einer Plastikhülle, was meiner Meinung nach aber etwas übertrieben ist. Den Müll hätte man sich auch sparen können.

Unter dem Yoga Tablet befinden sich zwei schwarze Kästchen, in denen das USB-Kabel, der Netzadapter (mit 2,1 mA) und haufenweise Papierkram versteckt sind. Kopfhörer gibt es keine dazu, die braucht man ja eh nicht bei einem Tablet, da jeder Mensch vermutlich mindestens drei Headsets zu Hause hinter dem Monitor unter einer zwei Meter dicken Schicht Staub rumliegen hat.

Handling: Alu-Ständer regelt

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Auf den ersten Blick wirkt das Yoga Tablet 10 HD+ klobig und fett. Das liegt aber nicht daran, dass es klobig und fett ist, sondern dass es einen dicken, runden Griff an der Seite hat. Wenn man flache Tablets gewohnt ist, dann erscheint einem das schon leicht norwegisch. Interessanterweise gewöhnt man sich mit der Zeit an den Haltegriff und möchte ihn auch nicht mehr missen. Man kann damit unbeschwert durch die Gegend laufen und muss keine Angst haben, dass es aus den Fingern glitscht. Zudem bietet der Griff die Möglichkeit das Yoga Tab in drei Positionen zu bringen. Ich zähl jetzt nicht auf welche das sind, das seht ihr auf den Bildern selbst.

Das 10,1 Zoll große Display sieht wirklich sehr schön aus, was wohl der hohen Auflösung zu verdanken ist. Der Touchscreen reagiert sehr gut, doch es ruckelt leider zu oft, worauf ich später noch eingehen werde.

Bei den Materialien zeigt sich Lenovo etwas unentschlossen. Zum einen besteht der Standfuß aus Alu, was sehr stabil und wertig rüber kommt und zum anderen findet man auf der Rückseite Plastik ohne Ende. Leider spürt man den Unterschied bei jeder Berührung, so dass man sich des Öfteren wünscht, dass sich der Verantwortliche dafür an seinem Schokokeks verschluckt und Milch aus der Nase rotzt. Leider gibt das Plastik immer nach und knarzt, weshalb das Feeling in den Händen als Scheiße einzustufen ist. Dafür rockt es umso mehr, wenn es auf dem Standfuß steht. Hier macht das Yoga Tablet einfach unfassbar viel Bock und man kann es einfach überall hinstellen oder legen und unfassbar bequem bedienen.

Multimedia: Sound voll in die Fresse

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In dem unfassbar coolen Standfuß-Haltegriff stecken noch zwei Lautsprecher, die es in sich haben. Beim ersten Ausprobieren fiel mir fast der Ohrenschmalz aus den Lauschern, so unfassbar gut klingt der Sound. Mittlerweile hatte ich mich dazu durchgerungen, das Lenovo-Tab nur zum Musikhören zu nutzen. Mit der Dolby Audio-App kann man noch mehr aus dem Ding rauskitzeln. Meine Mini-Soundboxen sind im Vergleich dazu shit.

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Weniger gut ist die Kamera. Aber wer sich ein Tablet kauft um damit Fotos zu knipsen, der ist sowieso nicht ganz dufte unter den Achseln. Die Kamera auf der Rückseite befindet sich nicht wirklich auf der Rückseite, sondern ebenfalls in dem Standfuß-Haltegriff (der unfassbar cool ist), aber eben rückseitig platziert. Also ja, okay, die Kamera befindet sich demnach schon auf der Rückseite. Leider ist sie aber beschissen. Alles wirkt total matschig und nichts ist scharf. Aber wie gesagt, Kameras bei Tablets sind eh überbewertet. Dennoch macht aber die Frontkamera einen guten Dienst. Die Bilder wirken sehr klar – zumindest für eine Frontkamera – und da kann man nicht groß meckern.

Lenovo spendiert dem Yoga Tablet 10 HD+ (der Name ist noch immer scheiße zu schreiben) ab Werk Android 4.3. Mittlerweile gibt es bereits das Update auf 4.4.2, welches bei mir vorinstalliert war. Darüber haut Lenovo eine eigene UI, welche jetzt nichts besonderes ist, dafür aber ein paar nette Tablet-Features aufweist. So findet man, nach einem Swipe vom rechten Bildschirmrand in die Mitte, eine Schnellübersicht über Tablet-relefante Themen, wie etwa: Bücher, Videos usw. Leider ruckelte der Launcher hin und wieder wie die Möpse einer Frau beim Drift in einem Ralley-Auto, weshalb ich einen anderen Launcher installieren musste, der nicht ganz so sehr ratterte. Dazu aber später mehr.

Weiterhin packt Lenovo eine eigene Security-App drauf, die alles mögliche überwachen lässt. Man kann Ads in Apps blocken, die Speicherausnutzung übersichtlich betrachten. Dazu gibt es noch ShareIt, SyncIt, eben lauter eigene Apps von Lenovo für typische Standard-Aufgaben. Coole Sache, aber braucht man nicht wirklich.

Ausdauer: IT’S OVER 9000!!!!!!!

Nagut, die Milliampere/Stunden des Akkus liegen nicht über 9000 (dafür aber bei genau 9000), dafür liegt aber die ausdauernde Leistung weit über 9000 irgendwas. Denn das Lenovo Yoga Tablet 10 HD+ hat eine unfassbar lange Ausdauer und hat mir bereits schlaflose Nächte bereitet, weil ich es nach drei Wochen zurückschicken musste, der Akku aber nach zwei Wochen noch immer bei 10% stand. Und ich muss dazu sagen, dass ich das Tablet jeden Tag in den Griffeln hatte und immer zwischen 6 und 8 Stunden Musik streamte. Zudem gingen pro Tag etwa 1-2 Stunden Zeit für Candy Crush zocken drauf und noch andere Spiele. Surfen war eigentlich nie groß ein Thema mit dem Tablet, weil ich sowieso mein Notebook immer daneben stehen hatte.

Leistung: Eher so ruckelig

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So schön und gut der Akku ist, bei der Performance macht das Yoga Tablet 10 HD+ keine gute Figur. Für den Betrieb eines FullHD-Displays scheint die Snapdragon 400-CPU wohl nicht geboren zu sein. Ständig gab es Lags und Verzögerungen und das nervte mit der Zeit nur noch tierisch. Es musste ja einen Haken geben bei dem sonst so perfekten Tablet.

Fazit: Lenovo Yoga Tablet 10 HD+

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Das Lenovo Yoga Tablet 10 HD+ hat nicht nur einen unfassbar langen Namen, sondern auch eine lange Reaktionszeit. Dieser Punkt ist aber das einzige was mein Erlebnis um einige Prozentpunkte trübte. Trotzdem halte ich das Design des YT10HD+ für unfassbar genial und die Akkulaufzeit gefällt mir sogar noch besser. Zudem sieht alles auf dem Tablet unfassbar gut aus und der Sound ist noch krasser. Man sieht kaum einzelne Pixel und es macht einfach Spaß auf dem Ding unterwegs nen Film zu schauen oder einfach nur jeden Tag damit Musik zu hören. Wäre das YT10HD+ so günstig wie ein paar gute Bluetooth-Boxen, dann würde ich es einfach nur kaufen um damit Musik zu hören. Denn hierbei stört der Lag-Faktor der CPU absolut Null.

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Florian Fritz

Essperimentalphysiker
Philanthrop und Handyfetischist der ersten Stunde. Alles begann mit dem Sagem MC-939. Später folgten das Siemens MT50, Sony Ericsson K300, BenQ Siemens S88, Motorola Defy, Samsung Galaxy Note 2 und das neue, dicke Ding in seiner Hose ist das OnePlus One. In seiner Freizeit identifiziert er liebend gerne Smartphones in freier Wildbahn und ruft deren technische Daten aus dem Gedächtnis ab. Über Twitter findet ihr noch mehr geilen Shizzle von mir.