Lenovo IdeaPad Yoga 2 Pro im Test: Purer Sex auf 13,3 Zoll

Lenovo IdeaPad Yoga 2 Pro im Test: Purer Sex auf 13,3 Zoll

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Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich eine Technik-Schlampe bin. Egal ob iMac, MacBook, Laptop, Thinkpad, VTech Lerncomputer, Desktop PC oder Tablet. Ich hatte sie alle und ich hatte sie oft. Nur eine Sorte hat sich bisher meinen Fühlern entzogen: Ultrabooks. Ich wusste, dass diese Dinger MacBook-Killer sein sollten und vor allem wusste ich, dass lediglich die 3 reichsten Menschen der Welt zusammen in der Lage sind, sich ein Ultrabook zu leisten. Nun kam es, dass ich im Zuge der CeBIT 2014 in die glückliche Lage gekommen bin das Lenovo IdeaPad Yoga 2 Pro ausgiebig testen zu dürfen. Auf der Straße bekommt man aktuell ein Exemplar für 1.499€ und 1/3 der eigenen Seele. Lohnt sich diese Investition?

Technische Daten des Lenovo IdeaPad Yoga 2 Pro:

  • Prozessor: Intel Core i7 4500u ( 1,8 GHz )
  • OS: Windows 8.1 64 Bit
  • Bildschirm: 13,3 Zoll QHD+ LED mit einer Auflösung von 3200 x 1800 Pixel
  • Grafikarte: Intel HD 4400
  • Arbeitsspeicher: 8 GB
  • Festplatte: 512 GB SSD SATA III
  • Konnektivität: W-LAN, Bluetooth 4.0, HDMI-Anschluss, SD-Karten-Leser
  • Akku: 4 Cell Li-Polymer
  • Besonderheiten: Multitouch-Display, Komplett umklappbares Display

Alter Schwede! Selbst wenn ihr wenig bis keine Ahnung von Technik habt, sollte euch bei den Worten i7, 8 GB Ram und 512 GB SSD das Wasser im Munde zusammenlaufen, obwohl es angebrachter wäre, wenn euch das Wasser am Bein herunter laufen würde. Hierzu sei aber gesagt, dass ich gerade das Yoga Pad in der Motherfucker-Ausstattung in den Händen halte, quasi die Glurak-Pokemon-Karte der ersten Edition mit Glitzer! Die kleinere Variante hat „nur“ einen i5 und eine 256 GB große SSD an Bord. Kostet dafür aber auch 300 € weniger.

Handling: Federleicht, pfeilschnell und phänomenal

Das Yoga 2 hat all die Eigenschaften, die man sich an einer guten Frau wünscht. Schlank, glatte Oberfläche, biegsam, perfekt verarbeitet und orange. Gut die Farbe ist Geschmackssache, aber lasst uns doch von vorn anfangen.

Mit 13,3 Zoll ist das Yoga 2 ideal für unterwegs. Es ist klein genug um in die meisten Laptop-Taschen zu passen und gleichzeitig groß genug, um bequem damit zu arbeiten. So habe ich mehrere Tage auf der CeBIT mit dem Ultrabook „gearbeitet“ und auch aktuell schreibe ich diesen Testbericht auf dem Yoga 2. Das Teil wiegt gerade mal 1,4 Kg und ist somit minimal schwerer als ein Neugeborenes ( glaube ich zu mindestens, aber ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung was so ein neuer Mensch wiegt ). Zum Vergleich: Die meisten Chromebooks bewegen sich in der selben Gewichtsklasse und die können ungefähr gar nix.

Kommen wir zur Verarbeitung. Das komplette Ultrabook ist aus einer Art Kunststoff gefertigt, aber hier rede ich nicht von billigem Samsung-Plastik, sondern von High-End-Weltraum-Polycarbonatmerdihydrat-Kunststoff. Somit ist die Oberfläche schön griffig, fühlt sich hochwertig an und zieht keine fettigen Fingerabdrücke an. Auf der Rückseite des Bildschirmes ist ein Lenovo-Logo aus Metall eingelassen, wobei das Logo sehr dezent und nicht prollig wirkt. Aber das muss ich wohl nicht extra erwähnen, denn das wäre so, als ob ich sagen würde, dass ein Prius nicht prollig wirkt.

Die Tastatur ist beleuchtet, hat einen netten Anschlag und wirkt so, als ob sie auch mehrere Jahre halten kann. Hierbei setzen sich zwar fettige Fingerabdrücke ab, jedoch bei weitem nicht so schlimm, wie bei einem Chromebook. Jedoch ist dieser Vergleich selbstverständlich unfair, da in die Preisspanne zwischen Yoga Pro und Chromebook ein Fahrrad, ein Smartphone und ein gebrauchtes Auto passen.

Das Trackpad ist auch recht angenehm verarbeitet, jedoch finde ich das Klick-Verhalten der beiden Maustasten irgendwie unschön. Schwer zu sagen woran es liegt, aber ab und zu sprechen die beiden Tasten nicht richtig an. Man hört zwar ein Klicken, aber der Befehl kommt nicht wirklich an.

Kommen wir zum Über-Feature des Yoga 2. Wie der Name vermuten lässt ist das Ding biegsamer als so manche Pornodarstellerin. Falls man Bock hat, kann man den Bildschirm einfach komplett umklappen und hat somit das Ultrabook in ein voll funktionstüchtiges Tablet verwandelt. Das ist ein ziemlich abgespactes Feature und macht wirklich Bock. Falls man einen längeren Text liest, ein Youtube-Video schaut oder einfach nur Lust hat die Inhalte aus der Tablet-Perspektive zu betrachten, dann ist dies gar kein Problem. Das macht Spaß und selbst ich als ultra konservativer Technik-User nutze dieses Feature immer öfters. Hier sehe ich jedoch ein Schwachpunkt in der ganzen Konstruktion: Die Scharniere.

Zwar macht das Ganze einen sehr stabilen Eindruck, ohne das etwas klappert und wackelt, jedoch gibt es eine Winkelspanne, in welcher der Bildschirm etwas Spiel hat. Ob das nun beabsichtigt ist, oder sich erst so entwickelt hat, kann ich schwer einschätzen, jedoch könnte hier womöglich irgendwann nach 2 Jahren mal was kaputt gehen. Vielleicht.

Abschließendes Fazit zum Handling: Es ist unfassbar geil, die Features sind innovativ und das gesamte Ultrabook sieht in seiner orangen Farbe einfach weltraum aus. Jedoch muss ich leider gestehen, dass am Ende des Tages ein MacBook Air immer noch angenehmer in der Hand liegt. Und dabei sogar ausnahmsweise mal günstiger ist…

Leistung: Zoooooooom!

Bono ( Sänger von U2 und laut South Park der größte Kackhaufen, bis Randy einen größeren gelegt hat. ) steht auf der Bühne und klatscht alle 3 Sekunden in die Hände. Dabei schaut er düster und voller Gram in das Publikum: „*Klatsch*  Immer wenn ich klatsche stirbt ein Kind in Afrika an Hunger. *Klatsch*“ Wir spulen ein paar Jahre vor: Bono wird von Lenovo gesponsert, er schaut nun fröhlich in die Masse und klatscht dabei nur alle 5 Sekunden: „*Klatsch* Immer wenn ich klatsche ist ein Yoga 2 Pro hochgefahren. *Klatsch*“

Ich übertreibe nicht. Schaltet man das Ultrabook aus der Kalten an seinem seitlichen Schalter an, so dauert es ca. 5 Sekunden bis man Paint öffnen kann, um damit coole Dinge zu zeichnen. Den i7 und die 8 GB Ram konnte ich bisher nicht wirklich in die Knie zwingen und so lassen sich ohne Probleme viele aufwendige Dinge gleichzeitig erledigen. Egal ob Full-HD-Video schauen und nebenbei bloggen, oder mehrere Programme gleichzeitig ausführen. Die Kombination aus i7-Prozessor, 8 GB Arbeitsspeicher und der SSD ist das, was man im Berliner Raum als “ tighte Mische“ bezeichnen würde.

Wäre das Yoga 2 Pro ein UFC-Fighter dann würde es wie folgt aussehen: Name: Dominator Größe: 195 cm Gewicht: 120 Kg ( 8 % Körperfett ) Besonderheiten: „Game Over“ Tattoo über beide Handknöchel. Hierbei würde er nicht nur seinen Gegner, sondern gleich den gesamten Octagon-Ring zerfetzen.

Multimedia: Q fucking HD 

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Als ob QHD noch nicht genug wäre,! Nein, Lenovo setzt noch ein „+“ hinten ran. Und damit immer noch nicht genug liebe Zuschauer, wenn sie jetzt anrufen, dann erhalten sie gratis O-B-E-N-D-R-A-U-F noch ein „LED“. Damit haben wir dann ein QHD+ LED-Display. Ich habe keine Ahnung was das alles überhaupt bedeuteten soll, aber ich finde es unfassbar geil ( Das Q steht für Quad ). Und es sieht unfassbar geil aus. Über den Bildschirm flimmert eine Auflösung von 3200 x 1800 Pixeln, was das Bild glasklar und gestochen scharf werden lässt. Die Farben wirken kräftig und sobald man Videos in 1080p angeschaut hat, will man nie wieder zu irgendeinem anderen Bildschirm bzw. Fernseher wechseln. Was auch recht angenehm ist, ist die Tatsache, dass ihr hier keinen regulären Bildschirm vor euch habt, sondern ein Touch-Display. Und egal wie sinnlos sich das anhört: Mittlerweile erwische ich mich immer öfters dabei, wie ich diverse Aktionen einfach über das Display erledige ( Scrollen, oder das Schließen von Tabs z.B. ), da dies einfach schneller und bequemer von der Hand geht. Hierbei reagiert der Touchscreen gut, auch wenn es manchmal etwas genauer sein könnte ( Dies liegt vermutlich an der extrem hohen Auflösung des Displays ).

Die Lautsprecher befinden sich hinten am Gerät und machen einen passablen Sound. Für Laptop-Lautsprecher sind sie sogar relativ gut und sind mehr als ausreichend für den mobilen Gebrauch.

Die Webcam ist optimal für Hangouts, Skype oder Videotelefonie allgemein geeignet. Doch Bilder sagen bekanntlich mehr als Tausend Worte, also seht selbst.

Kleiner Nachteil am Display. Durch die völlig übertriebene Auflösung machen einige Programme Probleme. Nicht jedes Programm ist an so eine Auflösung angepasst und von daher kann es auch mal gut und gerne vorkommen, dass das Interface winzig klein dargestellt wird und man die Schrift kaum noch entziffern kann.

Und nun kommen wir zu meinem absoluten Lieblings-Feature: Lenovo Motion Control. Dieses Software-Feature ist mehr Zukunft als Marty McFly und Doc Brown zusammen und hat mir seit langer Zeit mal wieder ein ekstatisches Lächeln auf die Lippen gezaubert. Hierbei springt eure Webcam an und wenn ihr Musik hört, Fotos betrachtet, eBooks lest, oder Videos schaut, so könnte ihr mit Gesten diverse Aktionen wie weiterblättern, zoomen, usw. ausführen. Das funktioniert so, dass die Webcam eure Handbewegung erkennt und die gewünschte Aktion durchführt. Dies funktioniert sogar erstaunlich gut, lediglich zoomen habe ich irgendwie nicht hinbekommen. Egal. Das ist richtig Laser und – auch wenn total unnötig – absoluter Abhype.

Ausdauer: Akkuleistung des Todes!

Das Akku-Kabel kann beliebig in den Laptop gesteckt werden und ist genau das Richtige für Bewegungsgrobmotoriker, wie mich. Nach  2 Stunden und 45 Minuten ist der ganze Spaß geladen und hält bei leichter Last so um die 9 Stunden. Bei eingeschaltetem Wi-Fi und multimedialer Nutzung hält der Akku bei mir so um die 5 Stunden. Ziemlich sportlich, wie ich finde und wenn man Wi-Fi nur nutzt, wenn man es braucht, so lassen sich sicherlich 6 Stunden Laufzeit herausschlagen, was bedeutet, dass man locker über den Tag kommt, ohne dabei eine Steckdose aufsuchen zu müssen.

Fazit: Ich bin verliebt, aber morgen muss ich wohl Schluss machen.

Das Lenovo Yoga 2 Pro hat es mir echt angetan. Die Verarbeitung, das Display, die Touch-Oberfläche, die Leistung, die netten kleinen Features, egal was, alles an diesem Ding ist einfach der Overkill und insgesamt macht es einfach Spaß mit dem Teil zu arbeiten. Sogar Freizeitaktivitäten machen damit Laune, doch ich muss ehrlich gesagt zugeben, dass, wenn ich das Geld für das Lenovo hätte, ich vermutlich eher zu einem MacBook greifen würde. Hier ist die Verarbeitung noch ein Ticken besser, der Preisverfall langsamer und auch irgendwie der Style-Faktor höher. Ja, ich bin ein Marken-Vogel, was soll ich machen? Für alle die das Geld ausgeben würden und die nach einem High-End-Laptop mit Windows suchen, dem kann ich das Yoga Pro 2 nur wärmstens ans Herz legen.

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Marcel

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