iPhone 5s Testbericht: Sauteurer Nichtskönner?

iPhone 5s Testbericht: Sauteurer Nichtskönner?

Viele sagten mit dem Tod von Steve Jobs vor zwei Jahren das Ende von Apple voraus, doch der Erfolg schien weiter zu gehen: Das 5er ging weg wie warme Semmeln und auch dieses Jahr wurde im September das neue Flaggschiff vorgestellt, das iPhone 5s. Aber kann das neueste Smartphone aus der Obstfabrik auch diesmal überzeugen? Gibt man 700€ wirklich nur für den angebissenen Apfel auf der Rückseite aus? Und vor allem, wer hatte die Schnapsidee mit dem Gold?

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Technische Daten des Apple iPhone 5S

  • 123.8 x 58,6 x 7,6 mm und 112g schwer
  • 4 Zoll Retina Display mit 1136 x 640 Pixel (326 ppi)
  • Apple A7 Prozessor und Apple M7 Coprozessor
  • 8 MP Kamera mit 1,5µ Pixeln und True Tone Blitz und 1,2 MP Frontkamera
  • Touch ID Sensor (Fingerabdrucksensor im Home-Button)
  • 1080p Video-Aufnahme mit Slow-Mo-Funktion
  • Intelligenter Assistent Siri
  • 16, 32 oder 64GB integrierter Speicher (nicht erweiterbar)
  • iOS 7 mit komplett neuem Design

Handling: Sehr angenehme Größe 

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Dass Apple sehr hochwertige Materialien verwendet, die teilweise den hohen Preis erklären, dürfte bekannt sein. Das neue 5s besteht wieder hauptsächlich aus Aluminium, bis auf kleine Glasflächen auf der Rückseite des Geräts und logischerweise den Bildschirm. Es fühlt sich sehr edel an und liegt trotz des kantigen Designs gut in der Hand. Die Tasten sitzen fest an ihrem Platz und haben einen schönen, festen Druckpunkt. Durch das geringe Gewicht ist es sehr angenehm zu halten, wirkt aber gleichzeitig nicht billig.

Irgendwelche Klappen oder Deckel abmachen können vielleicht Nerds, wir Normalos aber definitiv nicht. Apple schiebt uns hier einen Riegel vor, nichtmal den Akku kann man ohne Weiteres austauschen. Durchaus ein Kritikpunkt.

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Das Display des iPhone 5s misst 4 Zoll in der Diagonale (etwa 10cm) und kommt mit einer Auflösung von 1136 x 640 Pixel daher. Daraus ergibt sich das berühmte Retina-Display mit einer Pixeldichte von 326ppi. Und wer da noch einzelne Pixel sieht hat entweder einen China-Fake oder ein Elektronen-Mikroskop am Start, denn die kann man mit bloßem Auge nicht mehr sehen. Die Farben sind sehr gut, genauso wie der Kontrast. Hier sticht das iPhone locker flockig so manch andere Smartphones aus.

Betriebssystem: Mit iOS 7 komplett überarbeitet

Manche dachten an einen schlechten Scherz, als sie die ersten Bilder gesehen haben, doch Apple meint es todernst: Der Style des neuen iOS 7 ist so ziemlich das genaue Gegenteil von dem, was uns Scott Forstall (Ex-iOS-Chef) die letzten Jahre so aufgetischt hat. Anstatt Kuhhaut in der Kalenderapp und einem Billardtisch im Game Center gibt es jetzt nur noch helle Farben und allgemein ein sehr flaches Design.

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Auch wenn es von außen nicht jedem gefällt, von innen ist es dafür umso besser: iOS 7 läuft auf dem 5s mit 64 Bit. Was bringt uns das? Richtig, nichts. Hört sich einfach nur gut an.

Akku: *Seufz*

Ich sag’s euch wie es ist: Der Akku ist… na ja wie soll ich sagen… nicht gut. Auch wenn es bei mir mittlerweile ein eingespielter Rhythmus ist, das iPhone über Nacht laden zu lassen, denke ich mir ab und an, warum die wertvollste Marke der Welt die schlechtesten Akkus auf diesem Planeten verkauft. Ganz so schlimm, dass man sich mit 20% nicht mehr aufs Klo traut, ist es nicht, kommt aber nah ran. Lange Rede, kurzer Sinn: Nach einem Tag normaler bis intensiver Nutzung ist das iPhone leer.

Multimedia

Die Hardware und Software bei Apple ist dafür bekannt, perfekt zu harmonieren, und das ist beim neuen iPhone nicht anders: Alles läuft flüssig und schnell ab. Animationen haben eine angenehme Geschwindigkeit und (Stock-)Apps laufen perfekt. Dass das iPhone abgestürzt ist oder einen epileptischen Anfall hatte, habe ich bisher noch nicht erlebt, selbst bei höchster Belastung.

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3D-Spiele schauen auf dem Retina-Display nicht nur gut aus, sie laufen auch ohne Ruckler, hier also keine Abzüge. Fotos machen geht schnell und die Bedienung der Kamera-App ist idiotensicher. Die Bilder sind mehr als zufriedenstellend (Bilder weiter unten).

Das iPhone kann so viel, dass man schon fast vergisst, dass es ja auch noch telefonieren kann. Und SMS schreiben. Letzteres wurde wahrscheinlich durch WhatsApp abgelöst, aber telefonieren muss man ab und zu dann doch mal. Die Sprachqualität ist sehr gut und kann sich sehen lassen.

Vergleich zum Vorgänger: Besserer Prozessor, Touch ID und bessere Kamera

Das iPhone 5 schlug ein, wie eine V2-Rakete und, nur weil es jetzt das 5s gibt, ist es nicht gleich schlecht. Doch ein paar Sachen sollte man beachten:

Der A7-Prozessor: Die Anzahl der Kerne und irgendwelche sinnlosen Mhz-Angaben finde ich immer ein bisschen nervig. Die Hauptsache ist, das Ding ist flott, und das ist es auch! Der A7 macht richtig Dampf und alles läuft ruckelfrei und geschmeidig. Definitiv besser als das iPhone 5.

Touch-ID: Der neu eingeführte Fingerabdrucksensor mag dem Einen oder Anderen etwas seltsam erscheinen (Stichwort NSA), aber ich kann euch beruhigen, eure Bratzen sind NUR auf eurem Handy gespeichert. Der Sensor schafft Sicherheit, ohne lästige Codes, beschleunigt das Entsperren und ist nebenbei natürlich ein nettes Gimmick.

Kamera: Nur weil Nokia mit seinen 40 MP komplett am Rad dreht, heißt das nicht, dass 8 MP veraltet sind. Das iPhone schießt verdammt gute Bilder. Schaut sie euch einfach an.

Fazit

Meine Erfahrungen mit Apple Produkten waren immer sehr gut und ich bin auch hier wieder überzeugt von der Qualität der Hardware, als auch der Software. Alles funktioniert einwandfrei, es ist kinderleicht zu bedienen, schießt super Fotos, hat einen angenehm großen Bildschirm und liefert einfach ein sehr gutes Gesamtpaket ab.

Die Frage, wer die Idee mit dem goldenen iPhone hatte, konnte ich euch leider nicht beantworten, aber eventuell ob ihr dieses Smartphone kaufen solltet oder nicht. Ich besitze meins nun seit dem Release-Tag und hatte davor das iPhone 5 und ich muss sagen, der Umstieg hat sich gelohnt! Natürlich kann man über das nicht ganz so „offene“ iOS und den Preis streiten, aber dieses Gerangel überlasse ich euch in den Kommentaren.

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Mario

Azubi, Technikallrounder und Autor für TechNews vom Chiemsee. Seit dem ersten iPhone in der Smartphone-Szene unterwegs und immer up-to-date.