iPad Air im Test

iPad Air im Test

IMG_2087Die fünfte Generation des iPads wurde Ende letzten Jahres vorgestellt und kam kurze Zeit später auf den Markt. Während die letzten 3 Generationen sich nur wenig unterscheiden, fällt das Air doch durch sein Design auf. Aber ob es das Geld auch wert ist, erfahrt ihr hier im Testbericht:

Bevor ich zum Eingemachten komme, hau ich euch mal noch ein paar Zahlen und technische Daten um die Ohren:

  • Maße: 24cm x 16,95cm x 0.75cm
  • Gewicht: 469g (bzw. 478g bei der 3G-Variante)
  • Display: 9,7″ (24,63cm) Retina Display mit 2048 x 1536 bei 264ppi
  • Prozessor: A7 Chip mit 64-Bit Architektur und M7 Motion Coprozessor
  • 5 MP Kamera mit Hybrid-IR-Filter und 1080p Videoaufnahme und 1,2 MP Frontkamera
  • 16, 32, 64 oder 128GB Speicher (nicht erweiterbar)
  • iOS 7 mit 64-Bit Architektur

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Die Verpackung ist wie gewohnt sehr schlicht gehalten und viel gibt’s da auch nicht zu sagen. Vorne das iPad und an den Seiten steht entweder iPad Air oder ein glänzender Apfel. Drinnen ist es auch nicht anders. Das iPad liegt oben drauf und drunter ist ein kleines Fach mit USB-Kabel und Stromstecker, Kopfhörer sind nicht dabei.

Handling: Verdammt leicht und guter Formfaktor

Das iPad ist aus Glas und Aluminium, die Materialien sind hochwertig und sehr gut verarbeitet, es wackelt oder knarzt also schon mal nichts. Ausschlaggebend für das gute Handling sind zwei Sachen, aber ich fang mal anders an: Die vorherigen iPads (3 und 4) sind Totschläger, im Gegensatz zum Air. Das macht keinen Spaß damit überhaupt irgendwas zu machen, weil man die Teile nicht länger als 10 Minuten in einer Hand halten kann, ohne dass man sich die Hand bricht.

Beim Air ist das einfacher. 200g Unterschied sind wie Tag und Nacht. Man kann das iPad ganz locker in einer Hand halten und damit durch die Gegend rennen. Sehr angenehm.

Der zweite Faktor ist der Formfaktor: Wenn die technische Entwicklung der letzten 12 Monate nicht komplett spurlos an euch vorbeigezogen ist, habt ihr vielleicht gemerkt, dass das Air sozusagen ein aufgeblasenes iPad Mini ist. Die Ränder an den Seiten sind viel schmaler geworden und das iPad selbst ist auch noch dünner geworden. Die neuen Maße, also Gewicht und Größe, haben von den reinen Zahlen her vielleicht nicht gerade apokalyptische Auswirkungen und fallen nicht wirklich auf, aber hält man das iPad in der Hand, merkt man die Unterschiede sofort.

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Das Handling gefällt mir also sehr gut und die Materialien sind auch top, aber ich denke, für so einen Preis kann man das auch erwarten.

Display: Retina halt

Das Display hat eine Auflösung von 2048 x 1536 und ist damit ein sagenumwobenes Retina Display. Verdammt scharf, man erkennt keine Pixel und die Farben schauen auch sehr gut aus. Mehr gibt’s hier eigentlich auch nicht zu sagen, weil so weltbewegend neu und innovativ ist das Display nicht mehr, schließlich verbaut es Apple es seit 2010.

Betriebssystem: Ja, aber nur mit Jailbreak

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Als ich die erste Beta von iOS 7 im Juni auf mein iPhone geklatscht habe, hab ich fast Augenkrebs bekommen von den hellen Farben, aber mittlerweile gefällt es mir ziemlich gut. Das Betriebssystem ist richtig flott und alles läuft flüssig. Eben iOS mit seiner gewohnten Benutzerfreundlichkeit und Leichtigkeit, aber leider nur begrenzt. Ich bin zwar ein Apple Fan, aber ohne Jailbreak fühl ich mich irgendwie eingeengt. Deshalb würde ich euch den Jailbreak sehr ans Herz legen.

Multimedia

Die Kamera ist eigentlich genauso überflüssig wie ein Sandkasten in der Wüste, Hauptsache sie haben eine eingebaut. Man macht nie Fotos damit, aber wenn man welche macht, sind sie einigermaßen zu gebrauchen. 5 MP reicht völlig aus.

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Die Frontkamera benutzt man eigentlich nur, um mit Photo Booth hässliche Fratzen zu ziehen oder für Videotelefonie.

Die Lautsprecher sind ziemlich gut. Die Musik hört sich nicht blechern an, und man kann Tube-Videos ganz gediegen genießen, ohne einen Hörsturz zu bekommen. Allerdings sollte man keinen Monster-Sound, wie aus einer Harman-Kardon Anlage von meinem nagelneuen Audi S7 mit Massagesitzen erwarten. Für den täglichen Gebrauch sind sie aber auf jeden Fall zu gebrauchen.

Die Lautsprecheröffnungen und der Lightning-Port

Die Lautsprecheröffnungen und der Lightning-Port

Ich persönlich spiele nicht wirklich auf dem iPad, aber für meine treuen Leser hab ich mir mal 1, 2 Spielchen runtergeladen und getestet. Wie man sich vielleicht denken kann, läuft alles ruckelfrei. 3D Grafiken packt das iPad bzw. der A7 Chip mit links und selbst bei höchster Belastung macht er nicht schlapp.

Zu dem Office-Gedöns kann ich nichts sagen, das benutz ich nicht. Aber soviel ich weiß gibt es genug Programme dafür im App Store.

Alles in allem macht arbeiten und spielen auf dem iPad wirklich Spaß, eine Sache gibt es allerdings, die mir unheimlich auf den Zünder geht: Safari ist ja an sich ein guter Browser und alles ist superschnell , nur sobald man 3 oder mehr Tabs auf hat und zwischen den Tabs hin und her wechselt, lädt er die Seiten immer neu. Aber ich weiß auch wer daran noch Schuld ist: Der Arbeitsspeicher. WARUM ZUR HÖLLE baut man in ein 600€ Tablet mit allen möglichen Features nur –>1<– FUCKING GB Arbeitsspeicher ein. Das wär ungefähr so, wie wenn ich einen Lamborghini Aventador LP 700-4 mit 700PS und 6500 cm3 Hubraum mit einem 10 Liter Tank ausstatten würde. Aber um fair zu bleiben muss ich sagen, dass Safari auch der einzige Ort ist, wo der 1 GB wirklich (negativ) auffällt.

Ausdauer: Aufladegerät? Was ist das?

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Ich weiß wirklich nicht, was die da eingebaut haben. Ich habe ja die Theorie, dass die Ladeanzeige nur zum Spaß da oben in der rechten Display-Ecke hockt und das iPad von einem eigenen Atomkraftwerk angetrieben wird. Ich wette, unter dem Display sitzt ein kleiner Urankern, der das iPad bis mindestens 2070 mit Saft versorgen könnte. Anders kann das gar nicht sein. Was der Akku alles antreiben muss…und dann wiegt das Teil auch noch fast nichts…WIE GEHT DAS?? WARUM HAT DAS IPHONE SOWAS NICHT?

Nein, mal ernsthaft, ich hatte noch nie ein elektronisches Gerät, das so lange gehalten hat. Mein iPad wird sehr oft am Tag benutzt und der Akku hält mindestens eine Woche. Das nenne ich mal Akkulaufzeit.

Fazit

Ich hatte davor das Mini und war mir nicht sicher, ob ich jetz das neue Mini mit Retina Display nehmen soll, oder das Air. Dass ich mich für das Air entschieden habe, war so ziemlich die beste Entscheidung, die ich je getroffen hab. Ich bin damals vom 3er auf das Mini umgestiegen und jetzt wieder auf das Air und ich muss sagen, ich will nie wieder was kleineres. Ich habe die 10 Zoll echt vermisst.

Jetzt aber speziell zum Air. Das einzige was gleich geblieben ist, ist der Bildschirm. Der hat die gleiche Größe und Auflösung wie beim 3er oder 4er. Alles andere wurde überholt. Es ist viel leichter und dünner wie die Vorgänger und auch noch handlicher, durch die schmaleren Ränder. Es hat einen, nein zwei Monsterchips, die richtig Power geben (wenn man von DEM SCHEIß ARBEITSSPEICHER IN SAFARI ABSIEHT) und ein gutes Betriebssystem, dass man mit dem Jailbreak perfektionieren und personalisieren kann. Und man kann mit dem iPad und den endlosen Apps alles machen, was man will. Nicht zu vergessen ist natürlich der Monsterurankernakku.

Also meiner Meinung nach das beste iPad, das es gab. Und nein, da spricht jetzt nicht der Fanboy in mir. Kauft euch das Teil, dann wisst ihr was ich meine.

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Mario

Azubi, Technikallrounder und Autor für TechNews vom Chiemsee. Seit dem ersten iPhone in der Smartphone-Szene unterwegs und immer up-to-date.