HUAWEI TalkBand B2 im Test: Irgendwie ganz geil – außer bei Sonne

HUAWEI TalkBand B2 im Test: Irgendwie ganz geil – außer bei Sonne

Huawei TalkBand B2, so heißt die zweite Generation des Fitnesstracker-Headset-Hybdriden des Chinesischen Herstellers HUAWEI, den unser TechNews-Wario gerne auch allzu bayrisch ausspricht, obwohl es eher Wah-Wei heißt. Seit dem MWC 2015 kennen wir bereits das Huawei Talkband B2 bereits und nun hatte ich das Ding endlich auch mal in meinen Ohren stecken. Knappe 2 Wochen rannte ich damit durch die Hood und ich muss mittlerweile zugeben, dass es mir ein wenig ans Herz wuchs. Warum? Das erfahrt ihr nach der kleinen, grünen Factbox.

HUAWEI TalkBand B2: Specs

  • Maße: 235,1 x 22,0 x 11,88 mm und 32,2 Gramm (Leder) schwer
  • Display: 0,73 Zoll großes PMOLED mit 128×88 Pixel
  • CPU: Nicht benannt
  • Arbeitsspeicher: k.A.
  • Interner Speicher: Nicht bekannt
  • Akku: 95 mAh / Laut Hersteller 6 Tage normal und 12 Tage Stand-By
  • Konnektivität: Bluetooth 3.0, Micro-USB-Charging
  • Sonstiges: A+G-Sensoren, wasser- und staubresistent (IP57), kompatibel ab Android 4.0 und iOS 7.0, zwei Mikrofone verbaut
  • Farben: Schwarz Silikon, Weiß Silikon, Braun Leder
  • Preis: 169 Euro für Silikon-Armband und mit Leder-Armband 199 Euro (UVP)

Lieferumfang: Vorhanden

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Das Huawei Talkband B2 gibt es grundsätzlich in 3 Varianten zu kaufen: Schwarz Silikon, Weiß Silikon, und in Gold mit Leder-Armband. Letztere Version kam bei mir in der Packstation an. Ausgepackt aus der Kartonage, zeigte sich ein kleiner, brauner Klotz aus Plastik, in dem direkt die das Huawei Talkband B2 zu sehen ist. Klassischerweise umschmiegt ja immer jede Uhr eine runde Halterung, damit das Armband nicht knickt oder ähnliches. (Ich hab‘ mich ehrlicherweise nie damit beschäftigt, weshalb Uhren immer um irgendwas rumgebunden sein müssen – ich habe es einfach so akzeptiert.)

Das runde Irgendwas, um das sich das Huawei Talkband B2 schmiegt, besteht komplett aus Kunststoff und besitzt eine Hohlkammer in der Mitte. Darin befinden sich Ersatzohrstöpsel und noch das USB auf MicroUSB-Kabel. Die Ersatzstöpsel hatte ich direkt als Erstes ausgepackt, da ich nicht wusste was für reinliche Blogger vor mir das Gerät bereits testeten. Wobei ja das Siegel nicht aufgerissen war, was dafür spricht, dass ich der erste Ohrenschmalzer war.

Alles in allem passt die Verpackung optisch gut zum Huawei Talkband B2 und wirkt nicht so lieblos hingeklatscht wie Samsung das gerne mal fabriziert.

Handling: Luftig leicht

Das Huawei TalkBand B2, bei mir in der Lederversion, lässt sich mit einem Klippverschluss öffnen und am Arm wieder verschließen. Der Verschluss gab sich im Test als sehr stabil und ging überraschenderweise nie auf. Dieser Umstand war jedoch etwas nervig, weil ich des Öfteren mit dem TalkBand B2 hängen blieb und mir gewünscht hätte, dass das Ding einfach auf den Boden knallt, statt mich mit aller Gewalt zu halten. Auch vor Kratzern dürfte das Display nicht allzu sehr gewappnet seit. Ein paar mal geschrubbert und auf der Schutzfolie waren ein paar Kratzer. Wäre diese nicht drauf, hätte das Huawei TalkBand B2 nun ein paar Andenken mich.

Der Body, also der Tracker und das damit Herstück des Huawei Talkband B2, lässt sich mit Hilfe von zwei, seitlich am Armband angebrachten, Knöpfen herausnehmen. Einfach mit zwei Fingern drücken und schon löst sich die Sperre von selbst und der Tracker kann ins Ohr gleiten und sofort als Headset genutzt werden. Über Lagesensoren erkennt der Tracker wo er gerade ist und stellt direkt alle Weichen auf Headset um.

Der Komfort am Arm ist grundsätzlich nicht übel, da das Huawei Talkband B2 eben sehr leicht ist – die Halterung besteht aus Aluminium und der Tracker selbst aus Plastik. Über allergische Reaktionen kann ich bisher nicht klagen, obwohl es ist in jedem Falle kein echtes Leder ist, aus dem das Armband besteht. Zumindest fühlt es sich sehr stark nach Fake an.

Die Bedienung des PMOLED erfolgt via Touch. Auf dem Display werden alle wichtigen Infos in weißen Lettern angezeigt. Jedoch ist das Display selbst nicht so wirklich gut beleuchtet, sodass es tagsüber bei normaler Sonneneinstrahlung NULL erkennbar ist. Das ist sehr kacke, da es damit fast unbenutzbar ist. Gut, das Huawei TalkBand B2 zählt zwar noch die Schritte mit, aber die kann ich dann maximal per App auslesen.

Funktionen: Klappt nicht alles so cool

Genauer gesagt, die Wear-App von Huawei. Damit lassen sich etliche Huawei Wearables verknüpfen und eben auch das Huawei Talkband B2. Google Fit-Synchronisierung wird leider noch nicht angeboten.

In der App lassen sich Daten wie Schlafverhalten und Schritte auslesen und hübsch in kleinen Grafiken darstellen. Der feuchte Traum eines jeden Controllers. Wie jeder andere Tracker auch, wird beim Schlaf zwischen Tiefschlaf, Leichtem Schlaf und Wach-Phasen unterschieden. Bei den Schritten zählt der Tracker jeden Schritt (gerne auch doppelt) und gibt eine Distanz in Km oder eine Dauer in Minuten an. Mit angegebenen Körperdaten (Gewicht und Größe), rechnet die App noch einen Etwa-Kalorienverbrauch aus und gibt diesen zudem in der Menge von Lebensmitteln an.

Die Kalorien und die Schritte werden ebenfalls immer live auf dem Huawei TalkBand B2 selbst angezeigt. Dazu gibt es noch die Möglichkeit die Zeit zu stoppen, falls man gerade in Jogginglaune ist und wissen will wie lange man zum nächsten Fastfood-Restaurant braucht. Hab ich jetzt nicht benutzt, weil ich zu faul bin für Sport.

Ein unfassbar cooles Feature, auf das ich mich bei dem Huawei TalkBand B2 gefreut hatte, ist die Sprachfunktion. Stecke ich mir das Ding als Headset ins Ohr, habe ich die Möglichkeit über zweifaches Drücken auf die Power-Taste einen Sprachassistenten zu starten. In der Theorie ist das hammergeil, weil man somit einfach Kontakte auswählen kann, die man anrufen will, ohne auch nur das Smartphone aus der Tasche zu ziehen.

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In der Realität startet sich auf dem Smartphone, ich hab es mit mehreren versucht (OnePlus One, Huawei P8 und Note 2), nur ein grauer Kasten und die Stimme im Ohr sagt „bitte warten“. Dann passiert einfach nichts mehr. Irgendwie traurig, dass diese Funktion (noch?) nicht funktioniert.

Ein weiteres Feature ist die Kamerafernauslösefunktion des Huawei Talkband B2. Einfach länger auf dem Power-Button bleiben und schon erscheint ein Kamera-Symbol – also direkt nach der Bluetooth-Verbinden-Funktion. Für diese Funktion kann das Huawei TalkBand B2 jedoch nur in Kombination mit dem neuen Huawei P8 ausführen und auch nur, wenn die App gestartet ist. Das einzige Szenario, in dem diese Option sinnvoll ist, wäre ein Foto, bei dem man nicht außerhalb der Bluetooth-Reichweite steht und sich selbst fotografieren will. In meinen Augen komplett sinnlos.

Und so kommen wir auch schon zu einem wichtigeren Kriterium, und mitunter einem Grund, weshalb das Huawei TalkBand B2 eigentlich ganz geil ist: Der Akustik.

Akustik: Gar nicht so scheiße

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Nicht nur Telefonate lassen sich sehr gut über das Huawei TalkBand B2 führen, nein, auch Musik kann man damit ins Ohr leiten. Einfach per Bluetooth verbunden sein, Musik starten und es wird direkt ohne Ruckeln über das Ohr abgespielt. Mit der Zeit wird das zwar etwas einseitig, aber ist trotzdem geil.

Die wichtigste Funktion stellt dennoch die Telefonie dar. Von dem Punkt der direkten Anruf-Annahme über das Huawei TalkBand B2, bis hin zur Soundqualität, kann ich nicht klagen. Es macht einfach übelst Bock mit dem Ding zu telefonieren und es fühlt sich so geil an, wenn man einfach den Stecker aus dem Armband zieht und ins Ohr steckt – übelster Business-Endshizzle.

Leistung und Akku: Ganz okay

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Bei der Akku-Leistung bin ich dann aber wieder etwas zwiegespalten. Einerseits ist der Akku mit 95 mAh nicht gerade groß und es gilt ein Bildschirm mit Touch zu befeuern, andererseits bin ich von meinem Xiaomi Mi Band verwöhnt, das locker 3 Monate ohne Steckdose auskommt.

Das Huawei TalkBand B2 hielt bei normaler Nutzung schon seine 4 Tage durch, was sich allerdings auch stark reduziert, je nachdem ob man dauerhaft per Bluetooth verbunden ist und wie viel telefoniert wird. Die angegebenen 6 Tage bei normaler Arbeitsleistung konnte ich jetzt nicht nachstellen, da mir auch einfach die Zeit fehlte. Auch die Standby-Zeit von 12 angegebenen Tagen, kann ich daher nicht bestätigen, aber auch nicht widerlegen.

Dafür kann ich die Ladezeit von etwa 1,5 Stunden mit gutem Gewissen bezeugen. In den ersten 15 Minuten springt der Zähler immer direkt auf 30%  und gegen Ende kommt dauert es schweißtreibende Minuten, bis der Saft wieder auf 100% läuft.

Fazit: Sexy Ohrwurm

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Ich hatte mit dem Huawei TalkBand B2 wirklich eine schöne Zeit. Ich war teilweise so fasziniert von dem Verschluss, dass ich den ganzen Tag einfach nur den Tracker aus der Verankerung löste, um ihn mit einem befriedigendem „klick“ wieder zu befestigen. Zudem erleichtert der Headset-Fitnesstracker die Telefonie in vielen Situationen. Sei es bei der Autofahrt oder einfach wenn man unterwegs ist und keine Zeit und Lust hat das Telefon aus der Hosentasche zu biegen. Einfach kurz das Dingens in die Lauscher gepackt und ab geht die Lutzi.

Wer also auf der Suche nach genau einer solchen Hybrid-Lösung ist, der sollte sich das Huawei Talkband B2 genauer anschauen.

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Florian Fritz

Essperimentalphysiker
Philanthrop und Handyfetischist der ersten Stunde. Alles begann mit dem Sagem MC-939. Später folgten das Siemens MT50, Sony Ericsson K300, BenQ Siemens S88, Motorola Defy, Samsung Galaxy Note 2 und das neue, dicke Ding in seiner Hose ist das OnePlus One. In seiner Freizeit identifiziert er liebend gerne Smartphones in freier Wildbahn und ruft deren technische Daten aus dem Gedächtnis ab. Über Twitter findet ihr noch mehr geilen Shizzle von mir.