HUAWEI MediaPad M2 10.0 im Test: Bling Bling und etwas Glitzer

HUAWEI MediaPad M2 10.0 im Test: Bling Bling und etwas Glitzer

Lange war ich abstinent, doch nun hat es mich erwischt: Ich bekam von HUAWAI (WAWEI) ein Tablet in die Hände gedrückt und siehe da, ich wurde süchtig danach. Für 2 Wochen bekam ich das MediaPad M2 10.1 in die Griffel und dachte mir zu allerst: „Alter, jetzt muss ich ja wieder ein Test schreiben, den keiner lesen will“ und danach dachte ich mir: „Geil, ein Tablet“. Und hier sind wir. Ich schreibe diesen Test. Das Ganze eskalierte so weit, dass ich mir direkt nach dem Test ein Tablet kaufte – jedoch ein anderes. Das lag allerdings nicht an dem MediaPad M2, sondern daran, dass ich schon länger mit einem anderen Tab liebäugelte. But who cares – let the show begin.

huawei-media-pad-10-1-verpackung

Ich will nun aber auch keinen langer Intro-Text schreiben, in dem ich versuche so oft wie möglich die Worte HUAWEI MediaPad M2 unterzubringen idealerweise noch umgekehrt MediaPad M2 HUAWEI, und auch noch fett markiert – so wie es diverse Content-Hütten tagtäglich machen, indem sie euch in etwa versuchen zu erklären was ein Tablet ist oder wie der Tablet-Markt gerade aussieht.

Nein, ich will einfach nur kurz runter schreiben was mir durch die Hirnwindungen fleucht, wenn ich über meine intime Zeit mit dem MediaPad M2 10.0 nachdenke. Und so fange ich wie immer ganz flachs mit den technischen Daten an. Meiner Meinung nach sollten diese immer ganz zu Beginn stehen, damit ihr direkt seht, ob es sich lohnt den ganzen Test zu lesen. Oftmals reichen schon die Specs um zu sehen ob es den Bedürfnissen entspricht.

Technische Daten: HUAWEI MediaPad M2

  • Modellbezeichnung: M2-A01L(mit 4G Micro-SIM-Steckplatz) oder M2-A01W (nur Wi-Fi)
  • Maße: 239,8 x 172,75 x 7,35 mm und knapp 490 Gramm schwer
  • Display: 10,1 Zoll IPS LCD (1920×1200 Pixel)
  • Prozessor: Hisilicon Kirin 930 zwei Quadcore-CPUs (4×2 GHz und 4×1,5 GHz) mit Mali-T628 MP4 GPU
  • Arbeitsspeicher: 3 GB RAM
  • Interner Speicher: 16 GB in normaler / 64 GB in Premium Version – immer erweiterbar durch microSD
  • Kameras: Rückseite: 13 Megapixel CMOS-Sensor, mit Blitz und f/2.0 Front: 5 Megapixel CMOS-Sensor mit 88° Weitwinkel
  • Akku: 6.660 mAh
  • Betriebssystem: Android 5.1 Lollipop mit HUAWEI EMUI 3.1
  • Konnektivität: Bluetooth 4.0, Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac, A-GPS, GLONASS,  MicroUSB 2.0, 3,5mm Klinkenanschluss
  • Sonstiges: M-Pen Stylus und Schutzhülle liegen bei Premium-Edition dabei, Harman Kardon Clari-Fi Sound der aus vier Lautsprechern kommt, Fingerabdrucksensor im Homebutton mit Gestensteuerung, Alu-Gehäuse
  • Preis: 340 € für Normale Version mit 16 GB und Wi-Fi und 390 € mit 4G 450 € für Premium Version mit 64 GB und Wi-Fi und 470 € mit 4G
  • Farben: Moonlight Silver

Verpackung und Lieferumfang: Ein Hauch chinesischer Luft

Ich muss sagen: HUAWEI stellte mir die Premium-Version mit 64 GB, M-Pen Stylus und Schutzhülle auf den Tisch. Daher gilt die Wertung nur für die dicke Proll-Version. Wobei hier Premium im Grunde nur heißt, dass ein etwas „dickerer“ Speicher verbaut ist und zusätzlich Stylus und Hülle mit im Lieferumfang liegen. Mehr Premium ist nicht, was ein bisschen schade finde. Aber so läuft der Marketing-Shizzle eben. Dickere Felgen und schon ist es ein Bling Bling Premium Teil.

Viel mehr war auch nicht in der Verpackung zu finden: Die üblichen Info-Zettel, Ladegerät, der Smarte Stift, das „Smart Cover“ (so smart war das dann doch nicht) und eine SIM-Slot-Nadel. Zusätzlich ich meine eine feine Duftnote aus einer Chinesischen Fabrik vernommen zu haben.

Aber mehr war da bei bestem Willen nicht zu finden. Was zum Einen natürlich cool ist, da wir nicht noch mehr Müll auf der Welt brauchen, aber Premium-Müll hätte mich gefreut – Premium-Aufkleber oder eine Premium-Schutzfolie etwa. Denn ich bin noch immer ein Fan von Aufklebern, Kugelschreibern und Microfaser-Tücher. Und ganz ehrlich: Jeder noch so popelige Aussteller auf der IFA hat solche Goodies. Warum kriegen es die Hersteller nicht gebacken einfach einen HAMMERGEILEN Kugelschreiber zu branden und diesen an die Kunden zu verschenken. DAS ist sehr günstiges Marketing! Weil einen geilen Kugelschreiber gebe ich als Kunde nicht mehr aus den Händen, sondern sage jedem wie geil der Kugelschreiber ist und zack kauft jeder das Tablet, um einen geilen Kugelschreiber abzusnatchen. Idee(c) by me.

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Design und Verarbeitung: Nice

An dem HUAWEIs MediaPad M2 Tablet könnte sich Apple ehrlicherweise noch eine klitzekleine Scheibe abschneiden, was Verarbeitung und Design angeht. Das Teil sieht einfach sehr sexy aus, insbesondere von der Seite betrachtet. Nichts knarzt oder knattert. Es fühlt sich nur geil an. Zumindest so lange ich es ohne Smart Cover in der Hand halte – was vermutlich nie passieren wird, weil ich ein Tablet immer irgendwie aufrecht stellen möchte. Im Grunde bringt auch so das geile Design recht wenig, weil ich auf die beschissene Hülle angewiesen bin. So ein Käse. Hätte das MediaPad M2 lieber mal bei Lenovo kopiert, denn das Yoga Tab brilliert in meinen Augen mit dem eingebauten Ständer. Schade um das geile Gehäuse.

Leistung: Läuft rund wie ein Ball

HUAWEI steckt die eigene Prozessor-Marke HiSilicon unter das Alu-Chassis. Insgesamt sind es 8 CPU-Kerne, die auf zwei Quadcore-Prozessoren verteilt sind. Insgesamt powert das MediaPad M2 sehr gut, ich merke keine Lags und kann gemütlich netflix schauen und ohne Probleme in eine Gaming-App springen, welche noch im Hintergrund läuft. Surfen im Browser geht auch ohne Ruckler und ja, es läuft einfach rund. Auch die 3 GB RAM sind nicht auslastbar unter normaler Handhabung, weshalb ich mich frage warum ein Tablet 3 GB RAM benötigt. Aber mehr ist bekanntlich immer besser!

Akku: Für ein Tablet sehr gut

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Zur Akku-Laufzeit kann ich nur so viel sagen, dass ich in den 14 Tagen Teilzeit-Nutzung nur 1x aufladen musste, weil ich eben sehr viel netflix geschaut habe. Ich würde das einfach mal als sehr gut abgestempeln. Würde man das MediaPad M2 nun jeden Tag als Arbeitsgerät nehmen und den ganzen Tag Business-Kram drauf laufen haben, würde man vermutlich schon alle 2-3 Tage zur Strom-Saftbar müssen. Innerhalb von 2 Wochen ein paar seriöse Akku-Tests mit einem Tablet durchzuführen ist zudem komplizierter als man annehmen mag, weil der eben so lange kann. Würde ich die Stand-By-Zeit messen wollen, würde es sicherlich länger als 14 Tage dauern. Daher konnte ich diesen Wert nicht testen.

Multimedia: Stift und Fingerprint- aber warum?

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Kurz überlege ich ob ich wirklich etwas zu jedem der drei folgenden Punkte schreiben will, weil es für mich fragwürdige „Features“ sind, die HUAWEI im MediaPad M2 10.0 verbaut. Aber ich will ja meine 1500 Wörter voll kriegen.

M-Pen: Warum nur?

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Das Tolle an einem Tablet ist, dass ich es mit meinen eigenen Fingern bedienen kann – auch wenn es Wurstfinger sind. Warum sollte ich also einen Stift benötigen, der eine Berührung eines Fingers beim Aufdrücken simuliert? Bin zudem kein Künstler und für Paint brauche ich keinen Stift. Und ganz blöd: Ohne Smart Cover fliegt der Stift nur wild herum und wirkt wie eine lustige Manager-Idee:

„Komm, wir packen noch einen Stylus zum Tablet, das finden die Leute sicher geil!“. Und dann widerspricht auch keiner, weil auf der Welt nur wenige Menschen Meeting-Eier haben. Und dann schauen alle wie sie so einen Stylus zu dem Tablet dazu bekommt und merken, dass das Teil schon fertig gebaut wurde und kein Stylus mehr integriert werden kann. – Mist schon wieder nicht so geil wie ein Samsung Note Tablet. Danach kommt der Praktikant auf die grandiose Idee mit mittels eines billigen Smart Covers – das fürchterbar in der Handhabung ist – das Problem zu lösen und der Marketing-Dude erweitert die Idee und verkauft das Set als Premium-Paket. Und ganz ehrlich, das Stylus kostet sicher nur 2 Euro in der Produktion und das Smart Cover vermutlich noch weniger. Es ist einfach null Premium und null geil.

Fingerprint-Scanner: Warum auf einem Tablet?

Ich nutze ein Tablet immer zuhause. Warum sollte ich dafür einen Fingerabdruck-Scanner im Homebutton benötigen, wenn ich dort maximal 8x am Tag den Bildschirm entsperre. Gut, für Menschen mit Kindern dürfte das sicher ein gutes Sicherheitsfeature sein, aber das ist ein einfacher PIN-Code ebenfalls. Irgendwann hackt sich das Kind sowieso in das Android-System und bekommt dafür 10.000 Dollar von Google. Daher ist ein Scanner im Tablet für mich ein relativ nutzloses Feature, das es das Tablet nur unnötig teuer macht.

Auch die Gestensteuerung über den Fingerabdruck-Scanner ist mehr störend als nützlich. Will ich das Tablet mit der linken Hand einmal vertikal halten, so komme ich ständig auf diese Gestensteuerung und gehe zurück in die App-Übersicht. Das ist echt nicht cool und ist mir sicherlich schon 18x passiert. Habe auch nirgends die Funktion gefunden wie ich das abstelle.

Harman-Kardon: Warum?

Harman-Kardon klingt immer sehr imposant, schließlich machen die boombastischen Sound. Allerdings ist er in dem MediaPad M2 etwas zu boomig, weshalb es immer etwas blechern klingt, wenn das Tablet nicht auf einem Resonanz-Körper liegt. Halte ich das Tab in der Hand wackelt einfach alles und es klingt wie eine Blechbüchse.

Kamera: Ganz gut, wenn man sie braucht

NIEMAND SOLLTE MIT EINEM TABLET FOTOGRAFIEREN und schon gar nicht in aller Öffentlichkeit. Es ist das einzige was für mich Schlimmer ist als das Vertical Video Syndrome und ja es existiert in dieser Welt: Menschen die mit Tablet fotografieren. Fürchterlich. Menschen die mit einem Tablet filmen wären sogar noch schlimmer. Aber immerhin filmen sie damit eher selten vertikal.

Und ja doch, die Kamera des MediaPad M2 macht passable Bilder, aber ich will einfach nicht damit fotografieren. Es ist bestimmt praktisch, wenn ich schnell ein Bild machen wollen würde, um das dann fix mit einem Stift zu bearbeiten. Aber ganz ehrlich, wie oft passiert euch genau diese Situation im Leben?

Und ja, die Frontkamera ist ganz brauchbar für Videotelefonie. Die ergibt aber auch Sinn!

HUAWEI MediaPad M2: Test-Fazit

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Das MediaPad M2 ist wirklich ein schönes Tablet, das muss ich neidlos zugeben. Die Verarbeitung ist geil und das Alu fühlt sich sehr gut an und ist sauber verarbeitet. Aber im Großen und Ganzen weiß ich nicht was dieses Tablet nun besser macht als ein iPad, Yoga Tab oder Galaxy Tab. Yep, it’s something.

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Florian Fritz

Essperimentalphysiker
Philanthrop und Handyfetischist der ersten Stunde. Alles begann mit dem Sagem MC-939. Später folgten das Siemens MT50, Sony Ericsson K300, BenQ Siemens S88, Motorola Defy, Samsung Galaxy Note 2 und das neue, dicke Ding in seiner Hose ist das OnePlus One. In seiner Freizeit identifiziert er liebend gerne Smartphones in freier Wildbahn und ruft deren technische Daten aus dem Gedächtnis ab. Über Twitter findet ihr noch mehr geilen Shizzle von mir.

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