Huawei Ascend P6 im Test: Schicker Chinese mit teilweisen Problemen

Huawei Ascend P6 im Test: Schicker Chinese mit teilweisen Problemen

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Das Technik aus China mittlerweile nicht mehr billig sein muss und als Ramsch gilt, hat uns Huawei jetzt schon des öfteren bewiesen. Wir hatten für euch bereits das Huawei Ascend Y300 (Testbericht) und das Huawei Ascend G615 (Testbericht) getestet – in beiden Fällen haben die Smartphones ganz ordentlich abgeschnitten. Und als nächstes habe ich die Möglichkeit das Huawei Ascend P6 zu testen, quasi das Aushängeschild der Chinesen. Ich erzähle euch jetzt also, ob das Flaggschiff für den günstigen Preis von 289€ Angst vor der Konkurrenz haben muss oder alle in den Boden stampft.

Technische Daten vom Huawei Ascend P6

  • Abmessung: 132,6 mm x 65,5 mm x 6,18 mm und 120 Gramm schwer
  • Display: 4,7 Zoll IPS+ LCD Display mit 1280 x 720 Pixel
  • Prozessor: 1,5 GHz Quad-Core Hi-SiliconK3V2
  • Betriebssystem: Android™ 4.2 Jelly Bean + Emotion UI 1.6
  • Kamera: Hinten: 8 Megapixel mit Autofokus – Vorn: 5 Megapixel HD
  • Akku: Li-Polymer 2000 mAh
  • 3,5mm Klinke, micro USB, HSPA+, Bluetooth 3.0
  • Interner Speicher: 8GB, davon etwa 4,7GB nutzbar – erweiterbar mit MicroSD
  • Farben: Schwarz, Weiß, Pink

Erster Eindruck

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Da ein Freund von mir das Ascend P6 schon seit ner ganzen Weile hat, wusste ich erstmal, was mich erwartet. Dennoch kannte ich die Verpackung vorher nicht und war etwas irritiert, als das DHL-Paket total flach war und nicht in einem Karton kam. Die Verpackung des P6 ist nämlich echt ordentlich flach, dafür eben etwas höher und breiter als bei anderen Herstellern.

In der Verpackung finden wir dann den üblichen Kram und eine kleinere Überraschung: Kopfhörer, Netztteil, USB-Kabel. Soweit zum Standardkram. Aber Huawei packt auch noch eine transparente Hülle mit rein für das Smartphone. Logischerweise ist das jetzt nicht die geilste Hülle unter der Sonne, aber für Lau ist das Ding echt ordentlich.

Das Gerät selber ist angenehm leicht, könnte für meinen Geschmack aber ruhig etwas mehr auf den Rippen haben, damit es noch etwas wertiger wirkt. Trotzdem liegt es meist gut in der Hand. Doch dazu gleich mehr. Jetzt erstmal der erste Schwung Bilder vom Zeug in der Box.

Handling: Im Regelfall schnell, manchmal aber unerklärlicherweise arschlahm

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Was soll ich sagen, beim Kumpel war das Ascend P6 immer schnell und schön flüssig. Dementsprechend hohe Erwartungen hatte ich an mein Testgerät. Also, ausgepackt, Gmail-Daten eingegeben und erstmal paar Apps installiert und die veralteten Versionen aktualisiert. Da war das Gerät dann erstmal für ne viertel Stunde gar nicht mehr zu benutzen, weil alles geruckelt hat. Das kann ich eventuell noch verzeihen, wenn die ganzen Downloads anstehen. Wobei da auch nur einer nach dem anderen läuft und nix parallel passiert.

Ich mir also erstmal nix weiter bei gedacht, brav gewartet und das Ding erst wieder in die Hand genommen, nachdem die Downloads durch waren. Danach ging es dann weiter mit Hangouts, erstmal den Kollegen schreiben. Und ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber ich finde alle Tastaturen bis auf die Originale von Android zum kotzen. Da macht auch Huawei keine Ausnahme. Fühlt sich total überladen und langsam an. Also fix noch die Google-Tastatur besorgt.

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Und dann schon der erste Rückschlag. Ich schreib also hin und her mit den Kollegen und schon beim Schreiben ruckelt das Smartphone. Umso schneller ich schreibe, umso mehr ruckelt es. Und ich dachte im Jahr 2014 sollte es damit keine Probleme mehr geben. Danach hab ich mir dann mal kurz den Browser zu Gemüte geführt und den besten Blog der Welt angesurft. Aber auch hier hat alles nur vor sich hingeruckelt.

Jetzt weiß ich nicht genau, ob ich einfach nur Pech hatte oder was da quer geschossen hat, jedenfalls habe ich das Gerät einfach mal zurückgesetzt. Weil das war wirklich nicht normal. Nach dem Zurücksetzen war es dann endlich flüssig und alles ging zügig von statten. Allerdings glaube ich manchmal, dass das Huawei allen anderen Geräten das Wlan klaut. Jedes mal streikte plötzlich das Wlan am Rechner, wenn ich mich mit dem P6 eingewählt hatte. Also neuer Reset, danach ging alles so, wie es sollte.

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Dann macht das Gerät auch Spaß, wobei mir die Abrundung an der unteren Seite gehörig auf die Eier geht. Ich halte mein Handy in der rechten Hand und nutze den kleinen Finger als Ablage. Das geht beim P6 nicht, es rutscht einfach drüber hinweg. Nervige Sache und bei 4,7 Zoll ist es durchaus legitim, dass Gerät noch mit einer Hand halten zu wollen. Aber vielleicht liegt das auch nur an meiner superweichen Alabasterhaut.

Ausdauer: Reicht, aber kein Überflieger

Der Titel sagt eigentlich alles: Ich bin damit ganz gut durch den Tag gekommen. An manchen Tagen wurde es etwas knapper, an anderen hatte ich abends noch genug Strom um gegen Fashion-Blogger zu wettern. Aber was soll bei 2000mAh denn großartig außergewöhnliches passieren? Wer das Ding ständig in der Hand hat, YouTube runterlädt und nebenbei noch Candy Crush suchtet sollte vielleicht sein Ladekabel mitnehmen oder einfach gleich zu Hause bleiben, da stört einen wenigstens keiner beim Ablenken.

Multimedia: Bilder? Schnappschüsse trifft es wohl eher

Das leidige Thema der Kameras in Smartphones. Die einen wollen unbedingt eine, die anderen brauchen einfach nur irgendwas, um halbwegs brauchbare Schnappschüsse zu machen. Ich zähle zur letzteren Kategorie und mache extrem selten Fotos. Deswegen ist mir das immer total egal, wenn die Kamera scheiß Bilder macht. Getestet habe ich das für euch natürlich trotzdem.

Ihr dürft selber entscheiden, was ihr von den Bildern haltet. Ich finde sie eher schlecht, aber wenigstens gibt es einen Blitz. Wobei der die Qualität vom Bild nicht unbedingt verbessert. Und der interne Speicher mit 4,7GB ist natürlich recht schnell voll, wenn ihr viel Mukke mit euch herumschleppt und trotzdem Bilder schießt wie die Kaputten. Eine MicroSD wäre also durchaus angebracht.

Leistung: Kein Überflieger, trotzdem lässt sich gut spielen damit

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Ich hab ja schon im Bereich Handling erwähnt, dass ich anfänglich krasse Probleme mit der Geschwindigkeit hatte. Doch selbst als alles andere geruckelt hat, ging Riptide 3G (Das ist schon vorinstalliert), komplett ohne Probleme über die Bühne. Alles lief flüssig, die Grafik war okay. Der Grafik-Chip und der Prozessor können also durchaus was. Und wenn Riptide läuft, laufen auch die ganzen Casual-Games wie Candy Crush und Simpsons. Zocker sollten hier also ihre helle Freude haben.

Fazit: Nach anfänglichen Problemen ein echt gutes Gerät

Trotz der anfänglichen Geräte hat mir das Hauwei Ascend P6 gegen Ende immer besser gefallen. Wenn es dann einmal läuft und eingerichtet ist, gibt es keinerlei Probleme mehr. Allerdings hat mir die Oberfläche von Huawei nicht so sehr gefallen, da die Apps alle direkt auf dem Homescreen angeordnet werden. Ich stehe mehr auf einen App-Drawer. Dafür gibt es schon von Haus aus verschiedene Designs und es können noch welche nachgeladen werden.

Für den Preis von 289€ könnt ihr also nicht wirklich viel verkehrt machen mit dem Gerät. Schönes Design, wertige Verarbeitung und ein angenehmes Gewicht. Damit braucht sich Huawei mit dem P6 nicht vor der Konkurrenz verstecken, vor allem nicht bei dem Preis. Und jetzt gibt es hier noch ein paar abschließende Bilder vom Gerät.

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Philipp

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