Harman/Kardon Esquire Soundbox im Test: Ist der Klang so gut wie das Design?

Harman/Kardon Esquire Soundbox im Test: Ist der Klang so gut wie das Design?

Bluetooth-Soundboxen gibt es wie Sand am Meer. Ob am See, beim Grillen oder im Bad, die kleinen Lautsprecher sind praktisch und dadurch beliebt wie nie. Auch die Edel-Marken wie Bose und Harman/Kardon haben das erkannt und ihre eigenen Boomboxen herausgebracht. Ich habe mir mal die Esquire Soundbox von Harman/Kardon schicken lassen und sie für euch getestet.

Erster Eindruck

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Der erste Eindruck ist viel mehr wert, als man meint. Meistens entscheidet sich beim ersten Aufeinandertreffen von Mensch und dem kleinen Haufen Technik innerhalb von 0,7 Sekunden, ob das Gerät gekauft wird oder nicht.

Hier hat Harman/Kardon alles richtig gemacht. Die Box sieht top aus, fühlt sich gut an und lässt sich unkompliziert direkt nach dem ersten Auspacken mit dem Smartphone paaren. Keine nervige Konfiguration. Nichts. So soll das sein.

Design

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Das Design ist zweifellos überdurchschnittlich. Das erwartet man von einer Marke wie Harman/Kardon natürlich irgendwo auch, aber die Esquire sieht wirklich verdammt gut aus. Hinten braunes Leder mit eingeprägtem Schriftzug, vorne ein „Gitter“ im Retro-Radio-Style und am Rand Aluminium mit geschliffenen Kanten, sehr geil.

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Die Verarbeitung lässt auch keine Wünsche offen. Nichts knarzt oder wackelt, alles sitzt perfekt.

So schön das Design auch sein mag: Wenn man will das es so bleibt, sollte man die Box nur bedingt im Outdoor-Bereich verwenden. Die Esquire ist kein typischer See-Lautsprecher, sie schreit eher nach gemütlichem Terrassenbetrieb beim Grillen mit der Familie am Wochenende. Was natürlich nicht heißt, dass sie am See nichts verloren hat. Ich hatte sie des Öfteren beim Baden dabei, aber meistens hatte ich Bange um das Ding, sie war mir da fast ein bisschen zu schade.

Klang

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Jetzt aber genug Design-Geplänkel, kommen wir zum wichtigsten Teil: dem Klang. Wie in der Überschrift schon angedeutet, war ich ein bisschen skeptisch, ob mir die Esquire den Sound bietet, den ich erwarte. Nämlichen kraftvollen Bass mit weichen Mitten und ausgeglichenen Höhen.

Alles in allem hat die Esquire mich nur teilweise überzeugt. Mir fehlten besonders die Bässe und die scharfen Höhen. Versteht mich nicht falsch, der Sound ist im Allgemeinen sehr ausgewogen und angenehm, wie man es von Harman/Kardon gewohnt ist, und auch bei hohen Lautstärken gibt es keine Verzerrungen oder komische Töne, aber das ist leider nicht das, was ich erwartet habe. Hier ist man z.B. mit einer Bose SoundLink Mini Soundbox besser bedient.

Auch schade: Bei niedriger Lautstärke kommen die Bässe fast gar nicht zum Vorschein. Ich zum Beispiel höre in der Arbeit meistens Deep House und da muss leider auch bei niedriger Lautstärke der Bass wummern, ansonsten kann ich mir auch ein Küchenradio hinstellen.

Bedienung

Die Bedienung ist kinderleicht. Über die Buttons an der Oberseiten könnt ihr pausieren, wiedergeben, lauter und leiser machen und das Gerät Pairing-bereit machen. Ganz praktisch: Mit dem Telefon-Button könnt ihr Anrufe über die Soundbox annehmen und dank des eingebauten Mikrofons auch mit der anderen Person reden, ohne euer Handy in die Hand nehmen zu müssen.

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Hier kommt aber das nächste Manko: Um zum nächsten oder vorherigen Lied zu springen, müsst ihr euer Handy in die Hand nehmen. Hier hätte man ruhig noch zwei Knöpfe draufbauen können, dann wäre das Handsfree-Prinzip vollendet.

An der Seite findet man neben der Akkuanzeige, die leider nur beim Einschalten der Box aufleuchtet, einen AUX- und einen Micro USB-Anschluss, falls euch die Musikqulität über Bluetooth zu sehr flöten geht.

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Das Pairing erwähne ich hier jetzt nicht im Speziellen: Pairing-Taste drücken, Bluetooth am Handy einschalten, Esquire auswöhlen und zack, ist man verbunden. Beim nächsten Einschalten verbindet sich die Box dann natürlich automatisch.

Hier hat Harman/Kardon richtig mitgedacht: Sie haben nicht nur Bluetooth, sondern auch NFC eingebaut. So müsst ihr nur ein NFC-fähiges Handy oder Tablet in die Nähe der Rückseite heben und schon verbindet sich alles ganz automatisch, ohne Bluetooth. Das ist nice (und funktioniert auch problemlos).

Reichweite und Akku

Harman/Kardon gibt eine Laufzeit von 10 Stunden an. Im Test kam ich bei ca. der Hälfte der Lautstärke auf 6 Stunden. Das ist noch akzeptabel, zumal die Angaben vom Hersteller meist dezent ungenau bis utopisch sind.

Was mich aber gestört hat: Die Ladezeit ist unfassbar lang. Man muss die Esquire fast so lange an den Strom halten, wie man nachher Musik spielen will. Eine volle Ladung hat bei mir ca. 5 Stunden gedauert, das geht gar nicht.

Die Reichweite kann sich sehen lassen: Ca 25 Meter sind bei freier Fläche kein Problem. Das ist zwar sehr gut, aber auch keine Meisterleistung.

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Kleiner Zusatzpunkt: Der USB-Adapter vom Ladegerät hat drei USB-Anschlüsse. So könnte ihr gleichzeitig noch euer Handy und sogar euer Tablet laden, wie man an den kleinen Icons neben den Anschlüssen sieht.

Fazit

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Die Harman/Kardon Esquire ist wohl einer der schönsten Bluetooth-Lautsprecher auf dem Markt, keine Frage, der Klang lässt dafür aber leider zu wünschen übrig. Schade, wo doch Harman/Kardon und JBL durchaus bewiesen haben, dass sie hochperformante Kompaktlautsprecher herstellen können. Hier kann aber auch der Akku und die leichte Bedienung nichts mehr rausholen. Für einen Preis von knapp 150€ wird die Esquire also wohl nur bei Harman/Kardon Liebhabern oder Design-Enthusiasten ein Plätzchen finden, mir persönlich ist der Klang einfach zu viel wert.

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Mario

Azubi, Technikallrounder und Autor für TechNews vom Chiemsee. Seit dem ersten iPhone in der Smartphone-Szene unterwegs und immer up-to-date.