Dremel 3D20 Idea Builder im Test: Consumer-3D-Drucker macht Laune

Dremel 3D20 Idea Builder im Test: Consumer-3D-Drucker macht Laune

Dremel, ein amerikanisches Unternehmen, das seit einigen Jahren zur Deutschen Robert Bosch GmbH gehört, ist normalerweise eher für Schleif-, Schneide-, und etliche andere Multifunktionswerkzeuge bekannt. Seit einiger Zeit strecken die ihre Fühler aber auch in Richtung 3D-Drucker aus und haben in den US of A schon einige Zeit den Dremel 3D20 Idea Builder auf dem Markt. Und da das Dingens nun im Mai auch in Deutschland zu kaufen sein wird, wurden geile Blogger gesucht, die über das Produkt schreiben. Netterweise haben sie uns also den 3D Drucker zur Verfügung gestellt.

Allerdings soll das hier kein Bauchpinseln werden, denn wir haben das Gerät genau unter die Lupe genommen und erzählen euch offen und ehrlich was der Drucker kann, was nicht und was nervt. Aber zuerst einmal fix die technischen Daten:

Tech Specs des Dremel 3D20 Idea Builder:

  • Maße: 48,5 x 40,0 x 33,5 cm und 8.85 kg schwer
  • Display: 3,5 Zoll großes resistives Touchpanel
  • Interner Speicher: 4 GB ROM
  • Kompatible Betriebssysteme: Ab Windows Vista, Mac OS X 10.8 und  Ubuntu 14.04
  • Konnektivität: SD-Karten-Slot, USB-Anschluss
  • Filament (Material): 1,75mm dickes Dremel PLA in 0,5 kg Rollen
  • Druckbereich: 23 cm x 15 cm x 14 cm
  • Temperatur Druckkopf: 220 Grad beim Drucken
  • Dichte der Schichten: 0,1mm
  • Preis: ab 999 Euro ab Mai 2015

Lieferumfang: Immerhin eine Rolle

Schaut euch einfach mein Unboxing-Video des Dremel 3D20 Idea Builder an, dann seht ihr was Dremel alles mit in die „Tüte“ packt. Für den Test bekam ich noch 9 weitere Rollen mit Filamenten dazu, die kosten normal noch extra Geld. Ergo bekommt man mit dem Kauf des Dremel 3D20 nur eine Rolle mit weißem Filament dazu, die 190 Meter misst und 0,5kg wiegt. Mit dieser Menge an „Plaste“ kann man so in etwa 20 kleine Modelle drucken, 10 mittlere oder 4-5 große. Kommt immer drauf an wie viel Fläche bedruckt werden muss. Und das Material ist eben so ein Knackpunkt. Man muss sich die Frage stellen: Will ich ein qualitativ hochwertiges Mateiral verwenden oder Plastik, dessen Dämpfe mir sofort die Atemwege zerfressen. Das Zeugs von Dremel richtig wirklich nicht und ich nehme stark an, dass die gutes Zeugs verkaufen. Ab und an lüften, schadet dennoch nicht.

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Ansonsten gibt es im Lieferumfang noch Anleitungen, eine SD-Karte mit 4 GB, einen Schaber aus Plastik und einen Metallstab, um den Druckkopf zu Säubern.

Aufbau: Anschließen und Go

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Wer kein Stress mit ewig Aufbauen will, der ist mit dem Dremel 3D20 gut bedient. Kiste aufklappen, Drucker auspacken, Styropor rausnehmen, Filament einbauen, Schutzmatte aufkleben, Druckkopf justieren und schon kann es losgehen. Und für den ersten Druck braucht man noch nicht einmal einen Computer, denn Dremel liefert direkt einige Modelle auf der SD-Karte mit.

Bedienbarkeit: Easy as fork

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Nicht nur der Aufbau geht einfach von der Hand, auch die Bedienung über das kleine Display ist eingängig und erklärt sich von selbst. Zu Beginn gibt es nur zwei Auswahlmöglichkeiten: „Drucken“ und „Extras“. Unter „Drucken“ erscheint die Möglichkeit ein Modell von dem internen Speicher des Druckers oder von der SD-Karte auszuwählen und auszudrucken.

Unter „Extras“ stehen folgende Optionen zur Verfügung: Filament, Stufe, Pos1, Position, Einstellungen, Vorheizen und Info. Bei Filament gibt es die Möglichkeit die PLA-Spule zu wechseln (falls man bunt drucken will oder die eine Spule leer ist). Dabei wird einfach der Druckkopf erhitzt, dass man den Faden rausziehen kann. Wird aber alles ausführlich erklärt.

„Stufe“ ist ein sehr wichtiger Punkt für den Erstbetrieb. Dort muss man den Abstand von Druckkopf zu Druckplatte eingestellt werden. Hierfür gibt es einen orangenen Schieber, der zwischen Platte und Kopf gesteckt wird. Nun dreht man an den Schrauben an der Unterseite der Druckplatte und dreht nun so lange, bis es einen leichten Widerstand beim Hin- und Herschieben des orangenen Schiebers gibt. Finde ich cool gelöst und stellt sicher, dass der Druck nicht schief geht.

Bei Pos1 und Position lässt sich die Druckplattform bewegen. Bei Einstellungen gibt es die Möglichkeit die Sprache zu ändern, das auditive Feedback auszuschalten (TON AUS) und den Drucker auf Werkseinstellungen zurückzusetzen. Unter Vorheizen kann man einfach den Druckkopf aufheizen. Und bei Info gibt es Daten zur Firmware.

Im Grunde erklären sich die Menüpunkte alle von selbst, man muss eben ein wenig rumprobieren. Ich hatte nie Probleme einen Punkt zu verstehen und musste auch nie in der Anleitung nachschauen.

Software: Sehr viele Möglichkeiten

In meinem kurzen Erklär-Video zeige ich kurz wie ich 3D-Modelle korrekt baut und an den Dremel 3D-Drucker sendet. Generell hätte Dremel natürlich gerne, dass ihr nur auf die Angebote auf ihrer Webseite klickt, aber mal ehrlich: Es gibt noch zig andere 3D-Libraries wo ihr kostenlos 3D-Modelle laden könnt. Und das geile ist, dass die sich alle importieren lassen, wenn sie im Format .SLT vorliegen. Und es sieht sogar ganz geil aus. Habe mir etwa ein Smartphone-Stand für mein OnePlus irgendwo geladen, kurz importiert, ein paar Stützstreben mit Meshmixer zugefügt und schon hab ich ein geiles 3D-Modell vor mir stehen gehabt.

Dauer: Nicht immer ganz akurat angezeigt

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Und hier sehe ich ein großes Problem. Der Drucker zeigt zwar immer den aktuellen Druckzustand in % an und gibt immer die noch anstehende Druckdauer an, doch diese stimmt nicht immer. Ich hab nun schon versucht in allen Auflösungen zu drucken (fein, grob, normal) und nur bei fein stimmte die angegebene Zeit relativ genau. Bei beiden anderen Auflösungen dauerte es bis zu 1h länger. Daher drucke ich nun immer in fein, sieht besser aus und spart mir Nerven.

Beispiel-Drucke: Handy-Halterung, R2D2, T-Rex

Das sind meine bisherigen Modelle. Werde ab und an ein paar neue Beispiele zufügen, habe aktuell nur nie viel Zeit dafür. Ihr dürft auch gerne Vorschläge in den Kommentaren machen. Vielleicht drucke ich das ja und sende es euch sogar zu. Besonders ist bei dem Drucker, dass man während des Druckprozesses einfach die Spule wechseln kann. Wie das funktioniert, erfahrt ihr im Video:

Lautstärke: Dremel 3D20 klingt wie R2D2

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Leider ist der 3D-Drucker Dremel 3D20 nicht gerade eine Flüsterliesel. Wenn man im gleichen Raum sitzt, stören die R2D2-ähnlichen Geräusche (PIEP-DIDI-DPIEP) mit der Zeit doch etwas. Interessanterweise hört man davon nichts mehr, wenn man sich in einem Raum daneben befindet. Aber ich gehe davon aus, dass sich niemand einen Drucker in das Schlafzimmer stellen will, sondern eher in die Werkstatt oder ins Büro. Da kann man ja gemütlich über Nacht was drucken.

Fazit: Funktioniert halt

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Leider fehlen mir im Bereich 3D-Drucker die Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Druckern. Dennoch empfinde ich die Ergebnisse des Dremel 3D als wirklich hübsch und detailliert. Es gibt hin und wieder ein paar eklige Ecken am Rand, das passiert aber nur wenn der Druckkopf absetzt und über eine Leerfläche fahren muss. Denn das Zeugs läuft dann ja weiter raus und muss irgendwo absetzen. Mit einer Feile oder einem Nagelknipser lassen sich diese Schönheitsfehler aber gut korrigieren.

Geil finde ich insbesondere die Software-Lösung und dass man sehr einfach sehr viele Modelle an den Drucker senden kann. Das macht wirklich Bock und ist einfach zu verstehen.

Dennoch empfinde ich 999 Euro als eine stattliche Nummer für einen 3D-Drucker, zumal jede weitere Rolle PLA satte 30 Euro kostet. Aber irgendwo steckt da wohl auch eine dicke Menge Geld an Entwicklung und Zeugs drinne. Aber grundsätzlich sollte man sich schon gut überlegen was man immer druckt: Geburtstagsgeschenke, einzigartige Figuren oder sowas. Denn das kostet alles Geld, so in etwa: 15 Cent/Meter. Zu kaufen gibt es den Dremel 3D bisher nur über deren Online-Shop.

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Florian Fritz

Essperimentalphysiker
Philanthrop und Handyfetischist der ersten Stunde. Alles begann mit dem Sagem MC-939. Später folgten das Siemens MT50, Sony Ericsson K300, BenQ Siemens S88, Motorola Defy, Samsung Galaxy Note 2 und das neue, dicke Ding in seiner Hose ist das OnePlus One. In seiner Freizeit identifiziert er liebend gerne Smartphones in freier Wildbahn und ruft deren technische Daten aus dem Gedächtnis ab. Über Twitter findet ihr noch mehr geilen Shizzle von mir.

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