CAT B15 im Test: Das Smartphone aus Adamantium

CAT B15 im Test: Das Smartphone aus Adamantium

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„Was ist gelb, hat einen Arm und kann nicht schwimmen? Ein Bagger.“ Mit dem schlechtesten Witz der Rap-Geschichte hat Savas John Bello Story 2 eingeläutet und so leite ich den Testbericht zum CAT B15 ein. Was klingt wie ein Atombomber, ist ein ultra stabiles Smartphone aus dem Hause Caterpillar, die eher für ihre großen gelben Bagger bekannt sind ( Jetzt erkennt ihr die Brücke zur Einleitung ! ). Kostenpunkt: 279,00 €. Ausgelegt auf Outdoor-Aktivitäten bzw. für Leute, die es gerne härter mögen, habe ich das B15 auf Herz und Nieren geprüft und geschaut, ob es auch als Schutzschild gegen Schuss- und Laserwaffen dient.

( Wie euch auffallen wird, gibt es diesmal keine selbst gemachten Bilder. Grund: Meine Festplatte war schwer deppressiv und hat seinem Leben ein Ende gesetzt. Wäre das nicht schon traurig genug, so hat es die geschossenen Fotos vom B15 mit sich in den Tod gerissen, deshalb gibts „nur“ Pressebilder. )

Technische Daten CAT B15:

  • Maße: 125 x 69,5 x 14,95 mm und 170 Gramm schwer
  • Display: 4 Zoll WVGA mit 480 x 800 Pixel
  • Prozessor: MediaTek MT 6577 Cortex A9 Dualcore 1 GHz-Prozessor
  • Akku: 2.400 mAh
  • OS: Android 4.1 Jelly Bean
  • Arbeitsspeicher: 512 MB
  • Interner Speicher: 4 GB ( erweiterbar um max. 32 GB )
  • Kamera:  5 Megapixel Rückkamera, VGA Frontkamera
  • Konnektivität: W-LAN, Bluetooth, USB
  • Sonstiges: Extrem robust, stoßfest, Wasser- und Staubdicht, Temperaturbeständig ( -22°C bis 55°C ), Dual-SIM

 Handling: Backstein mit dem Style-Faktor

Wenn man das B15 zum ersten Mal in den Händen hält, merkt man, dass dies definitiv anders ist als die Smartphones die man sonst so kennt. Versuchen die großen Hersteller schlanke und elegante Telefone herzustellen so setzt CAT ganz auf Brachialgewalt. Ein bildlicher Vergleich: Wenn das neue Galaxy S5 Kate Moss ist, dann ist das B15 Harley Morenstein aka Sauce Boss. Das ist aber definitiv nicht falsch zu verstehen, denn das B15 ist nicht dazu gedacht, um im Club besonder chic auszuschauen, oder allgemein einen guten Eindruck zu hinterlassen. Das B15 ist dafür da, um in Vulkane abzusteigen, mit Bären zu catchen ( geilstes Wort ever! ) und in Bäume zu beißen. Da kann es auch ruhig mal brachial sein.

Insgesamt liegt es aber durch die relativ kleine Größe gut in der Hand und die Verarbeitung macht einen guten Eindruck. Besonders das große abgesetzte „CAT“-Logo auf der Rückseite hat mir gut gefallen, obwohl ich eigentlich eher auf dezentere Telefone stehe. Um das Telefon wasser- und staubdicht zu bekommen muss die Rückseite sehr exakt eingesetzt werden. Dies kann sich ab und zu etwas schwierig und fummelig gestalten, funktioniert in den meisten Fällen aber durchaus gut. Die Seitenverkleidung ist nicht komplett aus Plastik, sondern teilweise aus Metall gefertigt, was das Smartphone doch etwas hochwertig(er) daherkommen lässt.

Meine erste Befürchtung war, dass der Touchscreen die reinste Katastrophe wird, da das Display ja kratzfest sein muss. Jedoch war ich hier durchaus positiv überrascht und CAT hat gezeigt, dass man doch nicht allzu viele Kompromisse eingehen muss, falls man ein stabiles Smartphone bauen will.

Ausdauer: Gemacht für die Endzeit

Wie ihr dem Datenblatt sicherlich schon entnommen habt, steckt in dem B15 eine ziemliche Wuchtbrumme von Akku. Und das muss es auch, denn wir sprechen hier immer noch von einem Outdoor-Handy. Und Outdoor hat zwar viele Vorteile ( frische Luft, Natur, Hundekot, usw. ) doch eben auch einen großen Nachteil: Keine Stromquelle weit und breit. Somit wäre ein Outdoor-Smartphone mit schwachem Akku so sinnvoll wie ein „Pimmel am Pabst“ ( Zitat Planet Terror ), denn was bringt euch euer multimedialer Begleiter auf einem 3-Tage-Camping-Trip, wenn er nach einem halben Tag den Geist aufgibt. Das hätte auch seine Vorteile, so könnte man zur Ruhe kommen, sich mit seinen Liebsten unterhalten, aber wer will das schon?

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Der 2.400 mAh-Akku tut definitiv seinen Dienst. Bei normaler Nutzung von diversen Apps, bisschen telefonieren und surfen hält der Akku locker 2 Tage.

Multimedia: Schlechter Witz, ohne Blitz

Ich fände es jetzt ungerecht über die 5 Megapixel-Kamera zu haten oder auch nur ein Wort über die VGA Frontkamera ( VGA!) zu verlieren da der Fokus des B15 einfach nicht auf Multimedia liegt. Und zumal sind 5 Megapixel noch vertretbar für Schnappschüsse auf der Wanderung, oder im Vulkan, oder 16 km unter der Erdoberfläche. Jedoch muss ich kritisch anmerken, dass das Smartphone zwar unter 300 € liegt, sich aber in der gleichen Preisklasse befindet wie das Nexus 4, wo die Kamera eindeutig mehr hermacht.

Weiterhin macht das Display mit seiner Auflösung von 480 x 800 Pixeln wirklich keinen Spaß und man fühlt sich ein wenig in die Zeiten zurückversetzt, in denen Nokia noch ein Name im Mobilfunksektor war.

Aber wie gesagt, es wäre unfair Rick Ross daran zu messen wie lange er braucht, um 100 Meter zu rennen. Was ich jedoch kritisiere ist, dass das B15 kein Kamerablitz besitzt. Dies ist mir in erster Linie egal, da belichtete Fotos eh immer grottig aussehen, aber ein Outdoor-Handy ohne integrierte Taschenlampe? Das ist schwach und wird wohl viele Naturburschen aufstoßen.

Leistung: Bobby Car mit Aufzug

512 MB Ram und 1 GHz-Prozessor. Da kann nicht viel dabei rumkommen, doch die Entwickler haben hier wohl klar auf mehr Saft, statt mehr Bums gesetzt. Aufwendige Programme und 3D-Spiele sind mit dem B15 mehr Qual als Spaß, jedoch ist die Navigation durch das Telefon relativ ruckelfrei und auch beim Surfen halten sich die Wutanfälle aufgrund von Lags in Grenzen.

Der relativ schwachen Hardware kommt definitiv zu Gute, dass Android hier fasst unberührt geblieben ist und somit den Nutzer keine hässliches firmeneigenes und ressourcenfressendes UI erwartet. Lediglich ein paar vorinstallierte Apps finden sich auf dem Telefon. Diesmal finde ich die Apps sogar ganz nützlich. So kann man auf einen Gebrauchtmarkt für Bagger ( natürlich von CAT ) zugreifen, oder über eine App einen Bagger für einen oder mehrer Tage leihen. Fuck Yeah, wenn das mal nicht der Traum eines jeden kleinen Jungens ist.

Die wahre Leistung des B15 liegt in seiner Widerstandsfähigkeit und deshalb nehme ich diesen Punkt noch unter der Rubrik „Leistung“ mit auf. Das Smartphone ist nahezu unzerstörbar, jedoch nur nahezu. Stürze aus 1,8 m auf Beton steckt das B15 ohne Probleme weg, genauso wie den Aufenthalt unter Wasser ( 1 Meter bei 30 Minuten laut Hersteller ). Leider gab der Panzer des Smartphones nach, als ich versucht habe die Beständigkeit gegen Lichtschwerter zu testen. Schade eigentlich.

Fazit: König der Nische

Vergleicht man das B15 in seiner Preisklasse direkt mit der Konkurrenz ( Nexus 4, Moto G und vielleicht sogar noch Nexus 5 und Moto X ), dann hat das Ding keine Chance. Zu Langsam, zu eigenwilliges Design und teilweise Hardware von vorgestern. Würde man jedoch besagte Konkurrenz-Modelle mit dem B15 in seiner Nische vergleichen, dann würde sie alle hoffnungslos dagegen abschmieren.

Das B15 ist ein fast perfekter Begleiter für alle Outdoor-Aktivitäten und bietet hierbei sogar noch ein relativ aktuelles Betriebssystem, sodass der Technik- und Naturfreund nicht gänzlich auf die Wunderer unserer neuen Zeit verzichten muss. Hätte Aron Ralston das B15 bei seinem Unfall dabei gehabt, so hätte er die 5 Tage im Canyon locker Flappy Bird zocken können, um danach den Stein einfach mit dem B15 zu zertrümmern. Also Klare Kaufempfehlung für all die, die nach einem Zweithandy für den Aktivurlaub suchen, oder für Leute die in rauer Umgebung arbeiten und die dennoch ein Smartphone brauchen ( wollen ).

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Marcel

Der Reißverschluss, das Internet und Ketchup waren meine Ideen. Bist du cool, dann folgst du mir bei Twitter.