Bose In-Ear IE2 Kopfhörer im Test: Wer oder was ist Beats by Dr. Dre?

Bose In-Ear IE2 Kopfhörer im Test: Wer oder was ist Beats by Dr. Dre?

Ich werde Menschen die Standardkopfhörer von Herstellern wie Apple, Samsung und Co. nutzen nie verstehen. Mit diesen Dingern Musik zu hören ist in etwa so wie mit Plastikbesteck essen. Selbst für die vollkommen überteuerten und fettigen Fritten, der ebenso fetten Frittenverkäuferin im Freibad ist dieses Besteck einfach ungeeignet. Dementsprechend sollte man bei Besteck und Kopfhörern etwas mehr auf den Tisch legen und auf Qualität setzen. Eine Firma, die sich eben diese Qualität ganz groß auf die Fahne schreibt, ist Bose und so schauen wir uns mal die Standard In-Ear Kopfhörer IE2 an und finden heraus, ob sie was können oder auch nur Plastikbesteck mit Silberanstrich sind.

Handling: One size fits all

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Meine omnipräsente Bosheit nimmt starken Einfluss auf mein äußeres Erscheinungsbild und in 5 Jahren sehe ich vermutlich aus wie der Kobold aus The Amazing Spider-Man 2. Noch hält sich aber meine physische Deformation in Grenzen und so sind lediglich meine Ohren von diesem voranschreitenden Prozess betroffen. Reguläre Kopfhörer, wie sie zum Beispiel die Apple Ear Buds, passen mir nicht und fallen ständig heraus. Genau deshalb wurden In-Ear Kopfhörer erfunden, aber auch mit diesen komme ich, bzw. mein Gehörgang, nicht wirklich klar. Meistens drücken sie unangnehm oder fallen wie die regulären Kopfhörer einfach aus dem Ohr. Ich will nicht leugnen, dass dies aber auch einfach an meiner eigenen Dummheit liegen könnte.

Die Vorgänger der aktuellen In-Ear Kopfhörer von Bose waren da aber ( für mich ) ein echtes Novum. Sie waren quasi ein Hybrid aus regulären Kopfhörern, die in der Ohrmuschel lagen und gleichzeitig durch eine kleine Erweiterung leicht in den Hörkanal vorgedrungen sind. Diesen Ansatz hat Bose mit seinen aktuellen Kopfhörern fortgeführt und erweitert. Nun befinden sich nämlich noch Haken an den Ohrstöpseln (nennt man die so?), wodurch die ganze Konstruktion eher an ein Mittellalterliches Folterinstrument erinnert als an einen Kopfhörer, aber lasst euch davon nicht abschrecken.

Durch diese Haken liegen die In-Ear Kopfhörer von Bose bombenfest im Ohr, fallen nicht heraus und liefern einen fast geschlossenen Raum, sodass sich der Sound optimal entfalten kann. Gleichzeitig spürt man diese Dinger aber nicht. Etwas was mir bei normalen In-Ear Kopfhörern oftmals missfällt. Bereits nach einer Minute vergesst ihr, dass ihr Kopfhörer tragt. Im Lieferumfang sind mehrer Aufsätze aus Silikon mitgeliefert und somit dürfte sich für jedes Ohr der passende Aufsatz finden lassen.

Ein negativer Punkt im Handling: Der Klinkenstecker ist eine Unart vor dem Herrn, denn dieser verläuft nicht gerade, sondern ist abgeknickt. Wieso es heutzutage immer noch Hersteller gibt, die ihre Klingenstecker abknicken, ist mir ein absolutes Rätsel und bisher hat sich mir hier noch nicht die höhere Logik dahinter erschlossen. Ein gerade Stecker ist im Alltagsgebrauch viel praktischer und auch weit weniger anfällig gegen Brüche.

Design: Prolliges Understatement

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Das Design bei Kopfhörern interessiert mich nicht sonderlich, solange sie nicht pink sind und kein 5cm x 5cm großes Logo an die Seite geklatscht wurde ( Siehe Beats ). Bose hat hier einen geschickten Weg gewählt. Einerseits sehen die Kopfhörer sehr schlicht aus, auf der anderen Seite fallen sie einem Kenner durch die markante Schwarz-Weiße Gestaltung sofort ins Auge. Das ist natürlich Geschmacksache, ich finde es ganz schick.

Ein Problem gibt es aber mit dem Weiß. Meine alten Kopfhörer waren in der selben Farbe gehalten und nach 2 Jahren Gebrauch wirkt das Weiß nicht mehr strahlend, sondern leicht vergilbt. Das ist bei Alltagsgegenständen natürlich abzusehen und dementsprechend wäre ein einheitliches Schwarz die bessere Wahl gewesen.

Sound: Ich glaube er ist gut

Ich will euch nichts vorspielen. Ich habe von Audio absolut keine Ahnung. Wenn sich die Nerds in Foren darüber unterhalten wie satt doch die Tiefen und wie klar die Höhen sind, dann schüttel ich lediglich mit dem Kopf und beruhige mein Selbstbewusstsein damit, dass ich schon 2 mal Sex in meinem Leben hatte, doppelt so viel wie alle Leute in solchen Foren zusammen. Doch mein ganz persönlicher Eindruck ist, dass die Kopfhörer einen extrem guten Klang liefern.

Die Bässe wirken nicht übertrieben, die Vocals kommen gut raus und allgemein hört man einfach viele Details und Feinheiten. Zwar habe ich keine Ahnung von der Materie, jedoch höre ich überdurchschnittlich viel Musik und meistens über meine Kopfhörer und bin mit dem Sound der Bose In-Ear Kopfhörer mehr als zufrieden. Noch bessere Qualität würde ich vermutlich nicht heraushören, weniger Qualität, wie zum Beispiel die der Apple Ear Buds, höre ich aber definitiv. Dementsprechend ist der Sound für mich ideal.

Großer Nachteil: Falls dies eure ersten hochwertigen Kopfhörer werden, müsst ihr wohl oder übel anfangen eure Musik in 320kbit/s herunterzuladen, alles darunter hört sich mit diesen Dingern einfach nur furchtbar an. Besonders wagemutige können ja mal einen Mp3-Titel in 64 kbit/s mit diesen Teilen anhören. Ich wache manchmal heute noch schweißgebadet von diesem Erlebnis auf.

Fazit: Beats by Dr. Dre, falls der Hype gerechtfertigt wäre

Für 99 Euro erhaltet ihr hier in meinen Augen die perfekten Kopfhörer. Einziger Kritikpunkt ist für mich die Gestaltung des Klinkensteckers, aber das kann ich ohne Weiteres verschmerzen. Der Sound ist für mich genau das was ich brauche und haben will, gleichzeitig wirken die Kopfhörer aber nicht so prollig wie die der Konkurrenz von Beats by Dr. Dre. Falls ihr Musik wirklich mögt, dann solltet ihr zu den In-Ear Kopfhörern von Bose greifen und selbst falls ihr einen überdurchschnittlichen Anspruch an Soundqualität habt, dann könnt ihr bedenkenlos zu diesen Kopfhörern greifen.

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Marcel

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