Beyerdynmaic Custom One Pro im Test: Nichts ganzes und nichts halbes, aber was tolles!

Beyerdynmaic Custom One Pro im Test: Nichts ganzes und nichts halbes, aber was tolles!

Kopfhörer sind immer so’ne Geschichte. Der eine mag es extrem basslastig und der andere steht darauf wenn nur wirklich dann die Tiefen zum Zug kommen, wenn es wirklich notwendig ist. Aber was ist mir den Leuten die irgendwo dazwischen sind und gerne mal von Klassik (oder so) zu Dubstep wechseln wollen ohne zwei paar Kopfhörer mittragen zu müssen?

Hier setzt Beyerdynamic an und versucht mit einem Mechanismus dem Nutzer quasi den Bass an und ausschalten zu lassen. Aber nicht nur das ist besonders an den Kopfhörern, sondern auch die Art wie man sie personalisieren kann. Ob nun Ohrpolster, Kopfpolster oder die Außenseite der Ohrmuscheln – wer möchte kann jedes Teil ohne große Mühe nach belieben austauschen.

Spezifikationen

  • Frequenzband: 5 – 35.000 Hz
  • Impedanz: 16 Ohm
  • dB SPL/mW: 116
  • Gewicht (ohne Kabel): 290 Gramm
  • Kabellänge: 1,5 Meter
  • Preis: 160-180 Euro

Bastelt euch was draus, die Praxis zählt hier mehr.

Personalisieren

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Wie oben schon erwähnt könnt ihr die Custom One Pro ganz einfach komplett personalisieren. Fangen wir mit dem Kopfpolster an: Hier ist man lediglich einen Zug am Klettverschluss entfernt um statt der schwarzen Polsters ein weißes zu haben. Oder ein rotes. Oder ein graues. Oder viele viele mehr, wenn ihr denn das Geld habt. Ein „Kopfband“ wie es auf der offiziellen Seite heißt, kostet pro Stück 15 Euro und benötigt etwa 3 – 4 Werktage für den Versand.

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Als nächstes dann die Cover für die Rückseite der Ohrmuscheln. Hipster Dreiecke, Totenköpfe, Autos, Lederoptiken, Carbon und sonstige spaceigen Dinge kann man hier als Protest für die schlipstragende Umwelt anbringen. Dauert pro Seite etwa 5 Minuten und kostet pro Paar 10 Euro. Auch nicht wirklich wenig, aber ich zum Beispiel stehe unglaublich darauf meine Sachen zu personalisieren und habe deswegen auch noch bevor die Kopfhörer aufgesetzt hatte die Cover getauscht. Wohl das geilste Feature für Kopfhörer seit langem.

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Zu guter letzt dann die Ohrpolster. Hier brauch man im Gegensatz zu den Covern kein Werkzeug. Die Polster sind einfach über das gebotene Gestell der Kopfhörer gestülpt und halten da auch gut – manchmal zu gut um eben diese mal fix auszutauschen. Aber wer macht das schon spontan wenn er unterwegs ist? Mit ein bisschen Feingefühl geht aber auch das ganz fix.

Hier noch ein Video in dem ich euch zeige wie man das alles macht.

Sound

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Auch wenn die Personalisierung ein wichtiger Punkt bei den Custom One Pro ist, bleibt der Sound trotzdem noch der wichtigste Aspekt – und genau das ist auch die Stelle auf die ich die Überschrift bezogen habe. Dank der Mechanismen an den beiden Ohrmuscheln kann man spontan zwischen starken und schwachen Bass wechseln, je nachdem welcher Song denn gerade läuft und was da so zu passt.

Wer sich aber mal ein bisschen mit dieser ganzen Soundgeschichte auseinandergesetzt hat sollte wissen, oder zumindest den Verdacht haben, dass man mit „irgendeinem“ Gehäuse nicht immer das Maximum an Bass rauskitzeln kann. Vor allem nicht, wenn auch Musik ohne Bass gut klingen soll. Fehlenden bzw. anders ausgelegten Raum kann man auch nur teilweise mit Software ersetzen, aber Beyerdynamic ist ja nicht doof.

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Bisher bin ich nämlich extra noch nicht auf die Mechanik hinter den Reglern an den Ohrpolstern gekommen. Der ein oder andere hat wahrscheinlich damit gerechnet, dass dieser Regler einfach ein Rad ist mit dem man quasi den Kopfhörern ein Signal gibt wie stark oder schwach der Bass sein soll – „Mimimi das kann ich auch mit den Equalizern auf meinem Handy machen, da brauch ich keine besonderen Kopfhörer“. Hier sieht die Geschichte aber ein bisschen anders aus. Unter der Schiene, die man mit den Regler bewegt, befinden sich nämlich verschieden große Löcher. Bewegt man nun mit dem Regler die Schiene, öffnet man diese Luftlöcher und der Bass kann – ich nenne es mal so – mehr atmen.

Kurzgefasst: Schon mal einen Subwoofer mit ordentlichem Bass, aber ohne Ausgang für die bewegte Luft gesehen? Nein? Könnte daran liegen, dass es sowas nicht gibt. Außer vielleicht von Bose, denn Bose ist King. Und ja, das ist was anderes als das doofe Stellrad bei alten Kopfhörern die bei meiner Geburt vielleicht noch In waren. Man muss also keine Verluste befürchten weil eine ominöse Software mal wieder mehr als nur den Bass rausgfiltert – töfte.

Jetzt aber wirklich zu Sound: „Schaltet“ man den Bass aus hat man schöne Kopfhörer für Musik mit Instrumenten die wenig tiefe Töne abgeben – bei Kopfhörern die von Haus aus auf Bass konzipiert sind ist sowas ja eher immer semi-geil. Wenn man den Bass auf das Maximum regelt ist das zwar auch ein gutes Ergebnis, aber an Kopfhörer die von Vornherein für Bass konzipiert sind kommen sie nicht ganz ran. Nein ich rede nicht von Beats Kopfhörern sondern von meinen Sony Over-Ears die in einem ähnlichen Preissegment liegen und halt schon optisch zeigen, dass die auf Bass aus sind. Vom Gefühl her würde ich sagen, dass man bei den Custom One Pro einen guten Druck drauf hat, jedoch ein bisschen das Wummern vermisst. Ihr wisst schon, dieses dunkle Vibrieren.

Fazit

Puh, schweres Ding. Leute die auf ein ordentliches „HAU MIR DIE OHREN WEG MADAFACKA“ stehen, werden nicht ganz auf ihre Kosten kommen. Leute die da so gar nicht drauf stehen werden für die Möglichkeit den Bass anzustellen aber quasi unnötig draufzahlen – also wat nu? Die beiden beschriebenen Arten sollen sich woanders umschauen, wer beides gerne hört kommt hier aber auf ein gutes paar Kopfhörer für unterwegs. Lange Zugfahrt und du weißt nicht ob du basslastige oder bassarme Kopfhörer mitnehmen sollst? Dann nimm entweder beide mit oder hol dir die Beyerdynamic Custom One Pro.

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Apropos lange Zugfahrt: Auch da sind die Dinger absolut nicht störend geschweige denn schmerzhaft. Weder aufm Kopf, noch an den Ohren macht sich was bemerkbar. Für gut 154 Euro in der Standard Edition also ein gutes Paket für Leute die sich nicht entscheiden können. Wer ein paar extra Cover haben möchte kauft sich diese extra oder bestellt sich direkt die PLUS Variante für 179 Euro bei Beyerdynamic.

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Dustin

Star-Blogger, Multimillionär, Samsung Fanboy und beliebt - zumindest am Gegenteiltag. An den normalen Tagen lasse ich mich dann auf die Jungs von TechNews und AllAboutSamsung ein - ein Wandel zwischen Himmel und Hölle.