Acer Aspire S3 im Test: Wie ein Ultrabook sein sollte

Acer Aspire S3 im Test: Wie ein Ultrabook sein sollte

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Auch wenn ich nicht auf der CeBit dabei war, und das Ultrabook daher nicht unbedingt gebraucht habe, durfte ich die neue Gattung von Intel testen, genauer gesagt das Acer Aspire S3. Das S3 kostet neu 999€ und ist damit schon im mittleren Bereich der Preisspanne der Ultrabooks. Aber muss man wirklich die 999€ raushauen? Man kann sich ja auch einen Laptop mit den Klassifikationen selber zusammenbasteln, muss es da wirklich ein Ultrabook für so viel Schotter sein? Ich habe mir das Ding mal genauer unter die Lupe genommen.

Erstmal ein paar technische Daten für euch:

  • Display: 13,3″ Full-HD-Display mit IPS-Panel
  • Auflösung: 1.920 x 1.080 Pixel, 16:9-Format
  • Prozessor: Intel® Core ™ i5-4200U  (2,60 GHz, 0,3 MB Intel® Smart-Cache)
  • Grafik: Nvidia® GeForce® GT 735M mit 1024MB DDR3 VRAM
  • Arbeitsspeicher: 4 GB DDR3-RAM 1333MHz
  • Festplatte: 1.000 GB S-ATA (5.400rpm) / 20GB Acer Green Instant On SSD Cache
  • Laufwerk / Card Reader: 2-in-1 SD-Card-Reader
  • Netzwerk: Intel® Centrino® Advanced-N 7260, 802.11 a/b/g/n Wi-Fi, Bluetooth 4.0
  • Anschlüsse: 2x USB 3.0, 1x USB 2.0, HDMI, Displayport
  • Eingabegeräte: Acer FineTip Tastatur mit Hintergrundbeleuchtung, Multi-Touchpad
  • Akku: 6280 mAh / Li-Polymer Akku (4 Zellen), Laufzeit bis zu 6,5 Stunden
  • Abmessungen (B x T x H) / Gewicht: 323,5 x 225 x 15,5/17,8 mm / 1,65 kg
  • Betriebssystem: Microsoft® Windows® 8.1 (64 Bit)

Lieferumfang: Spärlich bestückt – aber völlig OK

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Ich glaube, dieses minimalistische Verpackungssystem haben wir Apple zu verdanken, die haben nämlich damit angefangen, nur das nötigste einzupacken. So findet man auch beim S3 selbstverständlich das Netzteil, das aus 2 Teilen besteht, und einen VGA-to-MiniDisplayport-Adapter. Zusätzlich noch irgendein unnötiger Zettelkram und einen einseitigen Setup-Guide, falls man nicht weiß, wie man einen Laptop anmacht. Das wars dann auch schon.

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Der VGA-Adapter ist ganz nett und durchaus mal zu gebrauchen, das Gezettele brauch man eigentlich nicht wirklich. Ich war wirklich froh, dass keine 1000 Seiten lange, komplett überflüssige Gebrauchsanleitung dabei war. Die Teile belasten bei mir irgendwie immer den ersten Gesamteindruck. Gut gemacht Acer.

Damit steht fest: Viel ist nicht dabei, aber weniger ist manchmal mehr und das reicht völlig für den Normalverbraucher.

Aussehen & Handling: Sehr sexy, dazu noch top verarbeitet

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Erst noch kurz zur Verarbeitung: Das S3 besteht aus schönem Aluminium und teilweise Magnesium und die weiße Oberseite wird noch von kratzfestem und robustem Gorilla Glass 3 geschützt. So tight wie sich das Ganze anhört, fühlt es sich auch an, einfach geil. Das S3 macht einen sehr wertigen Eindruck und man findet nirgendwo Plastik (bis auf die Tastatur natürlich). Das Glas auf der Oberseite finde ich persönlich hammer, ’ne gelungene Abwechslung zu anderen Materialien.

Zusammengeklappt ist das S3 nur etwa 18mm dick und 1,6kg schwer. Die 1,6kg spürt man deutlich, ist aber keinesfalls zu schwer. Das kleine Übergewicht kommt auch höchstwahrscheinlich vom Alu und dem Glas und ist deswegen durchaus vertretbar.

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Die Tastatur hat einen schönen Druckpunkt und ähnelt sehr einer MacBook-Tastatur. Das komplette S3 ähnelt eigentlich sehr einem MacBook, schaut aber nicht wie eine billige Kopie aus, da Acer doch ein paar Sachen anders gemacht hat.

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Das Multi-Touchpad tut, was es tun soll. Es reagiert schnell und ist etwas größer als andere Touchpads, was das Navigieren zusätzlich leicht macht.

Der einzige kleine Minuspunkt ist der Touchscreen. Ihr könnt’s euch wahrscheinlich schon denken: Fingerabdrücke. Wenn man nicht gerade beim Chicken-Wings fressen auf dem Bildschirm rumbatscht, ist es nicht so schlimm, aber alle paar Tage muss man das Display mal sauber machen, sonst sieht’s irgendwann nicht mehr so schön aus.

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Das FullHD Display macht seinen Job und stellt alles kristallklar dar und auch die Farben sind perfekt abgestimmt. Mehr muss man dazu nicht sagen.

Multimedia: Windows 8 mit unnötigen Zusatzapps

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Diesen Punkt möchte ich gar nicht so übertrieben ausführen, da gibt es nicht viel zu sagen bzw. nichts Acer-spezifisches. Es ist Windows 8.1 vorinstalliert (64-bit) und das läuft alles wunderbar geschmeidig über die Bühne. Wovon ich noch nie ein Fan war (und es auch nie sein werde) sind irgendwelche vorinstallierten Apps, wie Zinio, Tune-In, Fresh Paint, newsXpresso, Evernote oder Music Maker Jam. Wahrscheinlich sind euch die Apps beim durchlesen schon komisch vorgekommen und glaubt mir, in echt sind sie nicht besser. Komische Menüführung, unübersichtlich und vor allem finde ich an keiner der Apps irgendeinen Nutzen.

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Was man dem Acer aber wirklich lassen muss, sind seine Lautsprecher. Acer hat nämlich ein Dolby Home Audio System verbaut, das für so ein dünners Ultrabook wirklich geilen Sound bringt. Da können eigentlich alle Laptops auf dem Markt einpacken. Erwartet jetzt hier keinen Bose-Sound, aber zum Videos oder Filme schauen sind sie definitiv geeignet.

Ausdauer: Schulnote 1-

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Wenn ich mich nicht komplett irre, gibt Acer selbst dem S3 eine Laufzeit von 6,5 Std. Die erreicht das Ultrabook auch, selbst bei vollster Nutzung. Ich konnte sogar teilweise von 12 Uhr mittags bis abends um 8 auf der Terrasse sitzen und bloggen und erst nach 8 Stunden kam der Akku-Hinweis.

Warum jetzt nur eine 1-? 6,5 Std Akkulaufzeit ist zwar gut, aber da gibt es bessere. Klar, der Akku hat bei mir mehr geschafft, als der Hersteller verspricht, aber das wissen die Leute ja nicht, wenn sie nicht den Test hier lesen oder das Teil ausprobieren können. Und für viele, die sich heutzutage ein Ultrabook kaufen wollen, ist die Akkulaufzeit ein entscheidendes Kaufargument.

Von dem her eine halbe Note Abzug, aber trotzdem noch sehr gut!

Performance: Roadrunner auf Drogen

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Das Aspire S3 hat einen Intel Core i5 der 4. Generation verbaut und geht ab wie Schmidt’s Katze. Durch den Turbo Boost ist das Teil in etwa 15 Sekunden hochgefahren und voll funktionsbereit. Andere Notebooks sind vielleicht auch schnell hochgefahren, aber meistens dauert es dann noch ’ne halbe Stunde bis wirklich alle Dienste gestartet sind und man irgendein Programm öffnen kann. Beim Acer war ich wirklich sehr zufrieden, hochgefahren und losgelegt.

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Auch aus dem Mittagsschlaf erwacht das S3 ziemlich flott. Klappt man den Bildschirm zu, geht es in einen Energiesparmodus. Hier kommen jetzt die 20GB Acer Green Instant On SSD Cache ins Spiel. Denn die 20GB könnt ihr zwar nicht effektiv als Speicher für Dateien benutzen, aber sie helfen, dass das Acer wieder schnell einsatzbereit ist, wenn ihr es aufklappt. Und mit schnell, meine ich richtig schnell! Etwa 2-3 Sekunden nach dem Aufklappen könnt ihr weiter arbeiten, sehr angenehm!

Fazit: In der Preisklasse definitiv JA!

Das Acer ist eigentlich genau das, was man unter einem Ultrabook versteht: Geiles Design, schneller Prozessor, großer Speicher und alles läuft wie es soll.

Für 999€ gibt es also ordentlich was zum Gaffen und dazu ist es auch noch pfeilschnell. Wer mal eben ’nen Tausender übrig hat, dem kann ich das Ding wärmstens empfehlen. Alle anderen, die gerade keinen Tausender haben, müssen eben etwas sparen.

Natürlich könnte man die gleiche Technik schon für etwa 600€ bekommen, aber dann habt ihr eben irgendein fetten Notebook-Klopper, der 3,5KG wiegt, keinen Touchscreen hat, keine Luft bekommt wenn er auf der Couch steht (der Lüfter beim Acer ist hinten, zusätzlicher Pluspunkt!) und wegen dem ganzen Plastik bei jeder Berührung knarzt, wie der Schaukelstuhl meiner Oma.

In dieser Preisklasse habe ich kein einziges vergleichbares Ultrabook gefunden,  egal wo ich gesucht habe. Für diese Technik muss man normalerweise über 1000€ hinblättern. Wer also auf der Suche nach einem guten Ultrabook ist und für die nächsten Jahre aussorgen, aber nichts falsch machen will, eine klare Kaufempfehlung!

Amen.

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Mario

Azubi, Technikallrounder und Autor für TechNews vom Chiemsee. Seit dem ersten iPhone in der Smartphone-Szene unterwegs und immer up-to-date.