1&1 Doppel-Flat 50.000 mit Sofort-Start-Option im Test

1&1 Doppel-Flat 50.000 mit Sofort-Start-Option im Test

Fertig studiert, neue Arbeitsstelle gefunden, ausgezogen, umgezogen in eine neue Wohnung und schon stand ich vor der größten Frage meines Lebens: Welchen Internet-Anbieter nehme ich zukünftig? Da ich leicht außerhalb von der City (quasi auf dem Berg) wohne, gibt es leider nur eine begrenzte Auswahl von Anbietern. Schlussendlich entschied ich mich für 1&1, da diese einen recht günstigen Preis fürs erste Jahr boten und mit ihrer Sofort-Start-Option mein Interesse weckten. Diese sollte sich jedoch noch als kleine Krux an der Sache herausstellen.

Der anfängliche Bestellprozess über die Webseite war und ist noch immer etwas verwirrend, da es nur sehr wenige DSL-Only-Tarife gibt. Ständig muss eine Festnetznummer dazu genommen werden. Sowas braucht kein Mensch in meinem Alter, denn ich nutze mein Smartphone als eigentliches Telefon. Nach etwas längerer Einlesephase, entschied ich mich schlussendlich doch für die 1&1 Doppel-Flat 50.000 mit Sofort-Start-Option und Festnetznummern dazu.

Funktionsumfang: Doppelflat 50.000

Aber warum habe ich mich überhaupt für die Variante 50.000 entschieden? Nun, ich surfe gerne schnell und bei Streaming ist eine gute Datenrate ebenfalls von Vorteil. Was ist also bei der Doppelflat alles dabei.

  • Festnetzflatrate
  • 9 Rufnummern inklusive
  • Flat in das 1&1 Mobilfunknetz
  • Alle anderen Mobilfunknetze kosten jedoch 19,9 Cent/Minute
  • Internet-Flat ohne Drosselung (46.083 Kbit/s und 2.938 Kbit/s)
  • Inklusive 100 GB Online-Speicher

1&1 Sofort-Start: Was das denn?

sofort-start-2

Wählt man, wie ich, bei Abschluss des Vertrages die Sofort-Start-Option aus – die es augenscheinlich bei vielen Verträgen kostenlos dazu gibt – dann schickt euch 1&1 meist am nächsten Tag ein Paket mit Modem und HSPA-Stick + SIM-Karte zu. Wie man das Ding einrichtet ist einfach und verständlich in einer kleinen Broschüre beschrieben und macht keine Probleme. SIM in den Stick, Stick in Modem, Modem an Strom und Go. Danach das WLAN ganz normal einrichten und ab geht die Lutzi.

Hier ein großes VORSICHT bei der SOFORT-START-OPTION. Es gibt wohl eine kleine Preisfalle, versteckt im Kleingedruckten. Auf den ersten Blick wird einem immer wieder vorgesetzt, dass man den normalen monatlichen Tarif des DSL-Tarifs zahlen müsse. Hier impliziert 1&1 in meinen Augen, dass man nur den besagten DSL-Tarif zahlen muss. Denkt man etwas weiter weg, dann kommt man vielleicht darauf, dass die Option zusätzlich so viel wie der DSL-Tarif kostet und oben drauf gehauen wird. Das war aber noch nicht das Problem, da der Sofort-Start-Tarif abgeschaltet werden sollte, sobald die DSL-Leitung eingerichtet ist. Ergo würde ich sowieso nur normal den Tarif zahlen, da der eine Tarif beginnt, wenn der andere beendet wird. Zumindest in der Theorie.

„1&1 Sofort-Start für Ihren DSL-Anschluss ohne Aufpreis“

sofort-start

Ohne Aufpreis? Leider nicht ganz. Denn es wurde mir ein kompletter Monat für den Sofort-Start-Tarif in Rechnung gestellt (21.03. – 21.04.), obwohl die Option ab dem Tag der Freischaltung deaktiviert hätte sein müssen. Ich sollte also 29,99 Euro dafür zahlen, dass ich nur die ersten 3 Wochen (21.03. – 10.04) mit 10GB Datenvolumen (HSPA+) auskommen musste und die nächsten 11 Tage sollte ich ebenfalls noch zahlen, obwohl ich den Tarif nicht mehr nutzte. Finde ich persönlich frech, zumal mein normaler DSL-Tarif ab dem 10.04. zur Verfügung stand. Bei Vertragsabschluss stand klipp und klar:

Preis: monatlicher Preis Ihres DSL-Tarifs, tagesgenau bis zur DSL-Schaltung.“

Jedoch findet sich im letzten Schritt der Bestellung noch diese Information zu dem Sofort-Start-Paket, versteckt hinter kleinen, unscheinbaren Info-Button.

„Keine Mindestlaufzeit, die 1&1 Sofort-Start-Option endet 3 Kalendertage nach erfolgreicher DSL-Schaltung, jedoch spätestens nach 3 Monaten ab Bestellung bzw. mit dem DSL-Vertrag bei frühzeitigerem Vertragsende. Kündigungsfrist: 4 Wochen zum Monatsende.“

Es wird irgendwie nirgends klipp und klar kommuniziert was nun an Kosten entstehen und so gibt es keine wirkliche Kostentransparenz im Bestellprozess.

24 Monate oder lieber ohne Mindestvertragslaufzeit?

vergleich

Fritz!Box 7362 SL heißt das Modem a.k.a. 1&1 HomeServer VDSL, das man sich zuschicken lassen konnte/musste. Ansich ein cooles Gerät, weil direkt alles an einem Ort ist: WLAN-Router, Telefon-Steckplatz, microSD-Steckplatz und USB-Port für SIM-Surfstick. Nun aber die Krux. Wollt ihr die Fritzbox für umme, dann seid ihr 24 Monate lang an den Vertrag gebunden. Falls nicht, dann müsst ihr 49,99 Euro zusätzlich für die Fritz-Box zahlen. Ansonsten sind die Konditionen genau gleich. Drei Monate Kündigungsfrist sind bei beiden Optionen festgelegt. Ich bekomme ergo 50 Euro geschenkt, wenn ich mich für 24 Monate binde. Why not.

Lieferung: Pünktlich wie vereinbart

Das Paket mit Modem, Stick und SIM kam wie vereinbart ein paar Tage später und der Anschluss von Sofort-Start-Stick und Fritz-Box ging flott von der Hand. Speed des Sticks war auch okay, allerdings sind 10 GB etwas wenig für 3 Wochen. Man muss sich schon sehr hart zurückhalten.

Warten auf den Techniker: 3 Wochen

Vergleichsweise schnell war der Techniker bei mir vor Ort und machte die Leitung bereit. Keine Ahnung was der da groß machen musste, da ich nicht zu Hause war als die Magie passierte. Laut vertrauenswürdigen Aussagen, fummelte dieser nur kurz an einem Kabel am POST-Verteiler im Keller rum und schon lief alles. Da frage ich mich echt wie viele Termine ein Techniker pro Tag hat und wie viel Geld er für jedes Kabel-Zupfen kassiert. Denn satte 39,90 Euro kostet der Techniker-Einsatz und wird von 1&1 ebenfalls auf die erste Rechnung gesetzt. Der Techniker selbst stammt aber von der Telekom.

Speed: Doppelflat 50.000

11067966_10200190409198937_1474881895_o

Mit der Geschwindigkeit der Leitung bin ich bisher mehr als zufrieden und hatte noch keine Ausfälle. Pluspunkt!

Fazit: Verwirrende Vertragsstruktur, schnelle Abwicklung und hartnäckiger Service

Alsbald schrieb ich den Support von 1&1 auf Twitter an und wurde darauf verwiesen mein Anliegen per Mail zu schreiben, da man wohl auf Twitter keine personenbezogenen Daten verbreiten dürfe und sowas. Ich schilderte also in einer ausführlichen Mail mein Anliegen und bekam sogar recht schnell, nach 2 Tagen, eine Antwort-Mail. Darin stand, dass sie sich bei mir bedanken für die Rückmeldung und man mich doch persönlich anrufen wolle, um die Sachlage zu klären. Man bot mir an einen Termin zu nennen. Ich schlug 18 Uhr am nächsten Tag vor, da ich normalerweise den ganzen Tag auf der Arbeit bin.

Leider hatten die wohl etwas Schmutz auf der Brille, weshalb sie mich fortan jeden zweiten Tag um 11 Uhr anriefen. Nach dem dritten abgewiesenen Anruf, kam dann erneut eine Mail, in der man mir erneut die Funktionsweise des Sofort-Start-Tarifes erklärte und dass das alles tagesgenau ablaufen würde. Auf meine Sachlage ging man leider nur bedingt ein. Im letzten Satz wurde noch kurz erwähnt, dass man möchte, dass ich zufrieden bin und erließ mir doppelten 29,99 Euro. What? Okay, Problem also in meinen Augen gelöst.

Alles in allem bin ich mit dem Service und der schnellen DSL-Abwicklung zufrieden. Leider wird das Glück durch die nervige Sofort-Start-Preis-Kacke getrübt, da ich mir dort mehr Transparenz und einen fähigeren Service wünschen würde. Für den ersten Monat sollte ich nun 99,88 Euro zahlen, weil ich 2x die Grundgebühr und zusätzlich noch den Techniker zahlen muss. Nach Erlass der doppelten Gebühr waren es dann nur noch Grundgebühr und die für den Techniker. Das zahl ich ja gerne.

PS: Der 1&1-Service riefmich alle zwei Tage um Punkt 11 Uhr an, bis ich mal ran ging und sagte, dass ich keinen zusätzlichen Handyvertrag will. Seitdem ist Ruhe.

The following two tabs change content below.

Florian Fritz

Essperimentalphysiker
Philanthrop und Handyfetischist der ersten Stunde. Alles begann mit dem Sagem MC-939. Später folgten das Siemens MT50, Sony Ericsson K300, BenQ Siemens S88, Motorola Defy, Samsung Galaxy Note 2 und das neue, dicke Ding in seiner Hose ist das OnePlus One. In seiner Freizeit identifiziert er liebend gerne Smartphones in freier Wildbahn und ruft deren technische Daten aus dem Gedächtnis ab. Über Twitter findet ihr noch mehr geilen Shizzle von mir.

2 Pingbacks/Trackbacks