Wenn BILD noch zu sozial ist: YIGG verdient am schlechten Gewissen

Wenn BILD noch zu sozial ist: YIGG verdient am schlechten Gewissen

Alles fing mit einem kleinen, unscheinbaren Tweet von @GillyBerlin an. Er hat sich mal erkundigt was aus dem Online-Magazin YIGG geworden ist – der scheinbare Protagonist in unserer Geschichte. Es ist natürlich (wie 90 Prozent aller älteren Medien) eine übertriebene SEO* Bude geworden.

Ich kannte YIGG bis dato nicht, daher kann ich auch nichts zu der Vergangenheit des Magazins sagen. Dem Anschein nach wurde der Laden aber von dem Online Handel „Fashionfly“ aufgekauft, auf der Facebook Seite von YIGG ist nämlich alles voll mit Werbung.

*SEO = Search Engine Optimization. Bestes Beispiel dafür ist wohl Ukonio. Da wird bei jedem Artikel direkt der halbe Smartphonemarkt in die Überschrift gepresst damit der Artikel auch bloß bei jeder Suchanfrage angezeigt wird.

Die Facebook Seite

Fangen wir mit dem leicht verdaulichen an. Kurz den aktuellen Zeitstrahl von oben nach unten analysiert: Werbung für eine Seite voller Sportwetten, Werbung für Fashionfly (ab jetzt nur noch FF genannt), Video von FF geteilt, Werbung für FF und dann der erste Post der wirklich auf einen eigenständigen, „redaktionellen“ Inhalt von YIGG verlinkt. Es geht um die Beautymarke „AOK“ und ein vermeintliches eingestehen von Tierversuchen.

„SCHOCK für alle[…]“

Ich interessiere mich herzlichst wenig für Beautymarken. Zudem glaube ich, dass das Team von einer Seite wie YIGG nicht mal in der Lage ist sich selbst überhaupt ein Toastbrot zu schmieren. Aber gut, ich interessiere mich für so extreme SEO Seiten und lache mich gerne an der Vorhersehbarkeit der Satzstruktur und der Wortwahl kaputt. Dass „Schock“ komplett in Caps geschrieben wurde ist nur der Anfang und in der großen Buzzfeed Schule nur Stoff der ersten Woche.

Aber gut, kommen wir zu dem entsprechenden Artikel. Auf der Seite angekommen muss man nur kurz den Werbebanner von FF oben rechts ignorieren, die Verlinkungen auf andere Artikel in der rechten spalte ausblenden, die Werbeunterbrechung im eigentlich Artikel überlesen und schon kann man sich vom Skandal überrollen lassen.

Kurze Predigt an die geile Schnecke die der Autor angeblich Freundin nennen darf und dann geht es los: „Was schmiert sich meine Freundin eigentlich jeden morgen ins Gesicht?“ Auch ohne Foto hätte ich hier eine überteuerte Creme von einer scheiß Marke erwartet, zur Sicherheit gibt es aber auch noch ein Foto damit auch der letzte BILD Abonnent versteht was gemeint ist.

Firstbeauty – der Teufel?

Es geht nicht um Inhaltsstoffe oder so, sondern nur um einen Link der auf der Rückseite der „AOK – First Beauty – Cooling Line“ Verpackung zu finden ist. Ein Produkt das gegen 2006 raus kam und mittlerweile nicht mehr beworben wird. So kommt es auch zu dem Punkt der mich zum rasen bracht. Der besorgte Autor von YIGG folgte also dem Link auf der Rückseite der Verpackung: „www.firstbeauty.de“. Damit das nicht als Werbung abgestempelt wird: Geht fucking nicht auf die Seite.

Er landet dann auf einer schwarzen Seite, nur ein dicker Banner prangert dort: „STOPPT TIERVERSUCHE“. Klar, als Hersteller lädt man immer solche Banner auf die Seite seines Produkts. Der Autor gibt sich unbehelligt und erzählt was von „vielleicht wurde die Seite gehackt oder so“. Sehr schön, das weckt Neugierde beim Leser und dieser möchte der Sache gerne selbst auf den Grund gehen. Jetzt ratet mal wo man landet wenn man dem Link folgt. . . . . . Natürlich bei Fashionfly.

Skandal gegen doppelt Klicks.

Wie dreist ist das? Sagen wir mal ich interessiere mich aktiv für das Thema und lande irgendwie auf der Seite von YIGG. Natürlich folge ich dem Artikel auf der Facebook Seite. Ich sehe eine klare, leider gefakte, Message auf der Seite und möchte diese erkundigen und gebe die URL ein, nur damit ich auf einer fucking Shopping Seite lande.

Ich habe auf Denic mal geschaut wem die URL „www.firstbeauty“ denn gehört. Tadaaaaaa, dem Inhaber vom Fashionfly gehört die angebliche Skandal Internetseite. Ekelhafte Menschen, ich wünsche euch Warzen und Pickel zwischen die Beine.

*Sorry dass ich weder Namen der Autoren, Bilder von irgendwelchen Seiten oder irgendwelche Links (außer einen) gesetzt habe. Der Laden ist einfach unfassbar dreist und ich habe keine Lust, dass die mich da rechtlich anfahren.

Beitragsbild von: SeniorLiving

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Dustin

Star-Blogger, Multimillionär, Samsung Fanboy und beliebt - zumindest am Gegenteiltag. An den normalen Tagen lasse ich mich dann auf die Jungs von TechNews und AllAboutSamsung ein - ein Wandel zwischen Himmel und Hölle.