Techlove: Smart Living und was da so auf uns zukommt

Techlove: Smart Living und was da so auf uns zukommt

Als ein Gast der diesjährigen CES, Marcel und Philipp berichteten, konnte ich mir so ziemlich alle Trends für die Zukunft mal etwas genauer anschauen. Besonders präsent war das Thema Smart Living/Home – und was das genau bedeutet werde ich euch heute in meinem TechLove mal ein wenig erklären.

Aber erstmal vorab: Marcel ist ein Otto und muss deswegen immer haten. Gut, ich hate auch gerne, aber ich muss mich gelegentlich durch anti-Hate auch entotton. In diesem Fall ist Techlove mein entotto Ventil mit dem ich eher über die positiven Dinge quatschen werde.

Was ist Smart Home?

Smart Home ist keine greifbare Technologie. Teilweise existiert diese Art von „Zuhause“ auch heute schon, wie die alten Nokias ist aber alles proprietär und die Kompatibilität ist jeweils auf nur sehr wenige Geräte eines einzigen Herstellers begrenzt. Aber die Frage habe ich ja noch immer nicht beantwortet: Technologie im häuslichen Umfeld die auf die Aktionen des „Besitzers“ reagiert. Merkt die verbundene Technologie im Haus etwa, dass mein Wecker jeden Morgen um 6 Uhr klingelt, so schaltet sich das Licht einfach ohne irgendein Zutun von mir an.

Unter anderem bietet ein smartes Zuhause auch die Option von unterwegs etwa die Temperatur der Heizung, die Öffnung oder Schließung der Rollos, die Regulierung des Lichtes und vieles mehr zu steuern. Fährt man etwa in den Urlaub kann man einfach von Dubai/Hongkong/Utopien aus das Licht mittags für ein paar Stunden einschalten damit die bösen Einbrecher Buben denken, dass jemand zuhause ist.

Was ist Smart Living?

Smart Living nimmt die Vorteile des Smart Home und erweitert die Möglichkeiten noch mal signifikant. Wenn vorher beim Aufwachen das Licht eingeschaltet wurde, so übernimmt die Technik auch jetzt die Weckfunktion und misst verschiedene Körperwerte um die optimale Uhrzeit für das persönliche Erwachen zu ermitteln. Als passionierter Kaffeetrinker wird auch das Aufbrühen des Kaffees perfekt getimt – die Zeit soll also effektiver werden.

Das zieht sich dann so weit, dass der Monitor am Arbeitsplatz sich ausschaltet sobald dieser durch den Stuhl registriert, dass ich mich von diesem abgewandt habe. Setze ich mich wieder auf meinen Stuhl und drehe mich Richtung Monitor, schaltet sich dieser auch sofort wieder ein. Das bringt im Endeffekt wohl keine höhere Effektivität, aber in einem riesigen Bürokomplex sollte sich solch ein Feature definitiv auf der Stromrechnung bemerkbar machen.

Und was gab es jetzt auf der CES zu sehen?

Viel! Da ich über AllAboutSamsung nach Vegas kam, war meine primäre „Pflicht“ Content für eben diesen Blog zu besorgen – ich stand also meistens in der Samsung Booth. Aber es gibt ja immer ein paar nette Leute mit denen man über sowas quatschen kann. So etwa Robin von Smints – ein Blog über diese ganze Smart Home/Living Geschichte. Im Gespräch habe ich dann ein bisschen über Techniken gelernt die man in Zukunft wohl als selbstverständlich und unverzichtbar ansehen wird.

Am simpelsten wäre hier wohl das smarte Türschloss. Ja, ein Türschloss, das simpelste der Welt. Folgendes Szenario: Ein Freund kommt von weit weit weg und möchte dich besuchen, du musst während seiner Ankunft aber in deinem 5 Km entfernten Büro arbeiten. Du könntest zwar einfach einem Nachbarn deine Schlüssel geben sodass dein Kollege die dort abholen kann, aber alle deine Nachbarn sind sabbernde Ottos und du willst nicht, dass irgendeiner von diesen noch evtl. durch deine Wohnung stöbert.

So, was machste jetzt? Richtig, da du ein smartes Schloss eingebaut hast, ist das kein Problem mehr. Deine Tür hat jetzt nämlich ein Ziffernfeld und ist mit dem Internet verbunden. Du als Host kannst jetzt einfach einen Code auswählen und diesem dann Zutrittsrechte gewähren – dieser ist dann nur für einen bestimmten Zeitraum gültig. Den sendest du dann an deinen Freund und alles ist tutti.

Genau dasselbe kannst du mit/für die Handwerker machen. Wie oft mussten schon Leute in deiner Bude sitzen und für dich auf die Handwerker warten weil du Arbeiten musst. Auch denen kannst du einfach einen einmaligen Zugangscode zusenden und feddich ist.

Und was geht sonst noch?

Alles! Bei der Keynote von Samsung ging es nur um Smart Living – oder anders auch „Internet of Things“ genannt. Durch smarte Vernetzung soll das komplette Leben quasi automatisiert werden, allerdings nicht verallgemeinert sondern auf jeden einzelnen Menschen einzigartig zugeschnitten. Als Kooperationspartner ist zum Beispiel Jawbone am Start. Jawbone ist durch die smarten und schönen Fitnesstracker schon länger bekannt und beliebt. Mit solch einem schönen und schlauen Gadget am Handgelenk, die in Zukunft bestimmt noch mit viel mehr Sensoren ausgestattet werden, kann man sich quasi selbst überwachen lassen ohne Aufwand.

Was für Datenschützer alarmierend klingt, ist eigentlich halb so schlimm. Nehmen wir mal an Google hat wirklich ein Bewegungsprotokoll von dir angefertigt und weiß relativ genau wann du wo bist. Hast du jetzt Angst, dass „man“ dir Killer auf den Hals hetzt weil du letzte Woche mal wieder bei TechNews gehatet hast? Stattdessen kann solch ein Bewegungsprofil dazu genutzt werden um dir zusammen mit deiner Internethistorie passende Werbung anzuzeigen. Nichts ist nerviger als Werbung die man nicht brauch, so etwa die für Penisverlängerungen.

Ein weiterer Vorteil: Du gehst jeden Morgen um 10 Uhr auf dem Weg zur Arbeit kurz beim Starbucks vorbei. Da du aber total verottot bist, hast du vergessen, dass da ja ab heute Bauarbeiten stattfinden und die Bude deswegen geschlossen ist. Kurz bevor du also den Umweg Richtung Starbucks einschlägst, gibt dir dein Smartphone Bescheid, dass der Laden heute geschlossen ist. BAM, Zeit gespart. Kaffee bekommst du aber trotzdem nicht.

Samsung möchte die Seifenblase der proprietären „Lösungen“ durchbrechen und durch offene Geräte eine Schnittstelle für jedes Fabrikat und jeden Entwickler schaffen. Ziehen andere Entwickler mit, könnte man bald etwa Smart Home Elemente von Phillips mit denen von Samsung verbinden – und zwar auf eine funktionelle Art und Weise.

Smart Living existiert, ist aber auch noch lange nicht richtig angekommen. Die Zukunft ist spannend, und ich freue mich drauf.

The following two tabs change content below.

Dustin

Star-Blogger, Multimillionär, Samsung Fanboy und beliebt - zumindest am Gegenteiltag. An den normalen Tagen lasse ich mich dann auf die Jungs von TechNews und AllAboutSamsung ein - ein Wandel zwischen Himmel und Hölle.