Marcels TechHate: Wie grenzdebil ist #AskDagi eigentlich?

Marcels TechHate: Wie grenzdebil ist #AskDagi eigentlich?

Es wird Zeit endlich mal den Hate in TechHate zu bekommen und welches Thema bietet mehr Sprengpotential als bekannte deutsche YouTube-Stars und deren Fans zu dissen? Hat bei Jan Böhmermann geklappt, also warum sollte es TechNews nicht auch gelingen, sich am Namen großer Internetpersönlichkeiten hochzuziehen? Um mich mit Kleinvieh abzugeben fehlt mir die Bescheidenheit, also gibt es für mich nur einen wirklichen Gegner: Den T-Rex unter den Internetstars, das gottverdammte Alphatier an der Spitze der Beauty Vlogger: Dagi Fucking Bee.

Why so famous?

Wie hat es die junge YouTuberin geschafft zu einer der bekanntesten deutschen Teeniestars zu avancieren und gleichzeitig pro Woche mehr zu verdienen als ich in einem halben Jahr? Ihr Erfolgsgeheimnis hat sie sich von Kony abgeschaut, der damit nicht nur ganz Zentralafrika in Angst und Schrecken versetzt, sondern gleichzeitig auch noch weiße Wohlstandsbürgern in Westeuropa und den USA zu Tränen rührt: Kindersoldaten.

Dagis Kindersoldaten sind jedoch keine afrikanischen Jugendlichen, die von Zuhause verschleppt werden, sondern pickelige Hormonbomben auf deren Waffen nicht „AK-47“, sondern „iPhone“ und „Samsung Galaxy“ prangert. Auch die Kriegsgebiete sind nicht Zentralafrika und Uganda, sondern Twitter, Facebook und Instagram. Trotz dieser Unterschiede arbeiten Dagis Votingarmeen jedoch nicht weniger tödlich und präzise. So befeuern sie mit unendlicher Ausdauer, wie sie nur Pubertierende haben können, die mit ihrer Zeit nichts besseres anzufangen wissen, ihre sozialen Netzwerke und verbreiten die Botschaft von YouTubes Bienenkönigin

Der Ruhm am seidenen Faden

Man darf aber nicht vergessen, dass das Internet unnachgiebig ist und man sich nur dann an der Spitze behaupten kann, wenn man auch mit seinen Zuschauern interagiert.  Keine leichte Aufgabe bei 1,4 Millionen „Bienchen“ ( So nennen sich Dagis Kindersoldaten ). Dank based Jack Dorsey gibt es Twitter und eine Möglichkeit, wie die Bienchen mit ihrer Bienenkönigin in Kontakt treten können: Die Zauberformel ist der Hashtag #AskDagi, unter dem man rein theoretisch jeder Zeit die Chance hat von DagiBee gesehen zu werden. Ist das nicht traumhaft? Aber was fragen die Bienchen ihre Königin eigentlich?

#AskDagi

Hat man einmal die Chance in seinem Leben, seinem Star und absolutem Vorbild fast hautnah zu sein, dann darf man ruhig aufgeregt sein. Vor lauter Nervosität kann es dann auch durchaus passieren, dass man eine etwas eigenwillige Frage stellt:

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Natürlich sollte einem das nicht peinlich sein, es könnte schlimmer sein. Man könnte seinem Star zum Beispiel eine Frage stellen, die den Eindruck erweckt, dass man in Wahrheit kein 14 Jähriges unschuldiges Mädchen ist, sondern ein 43 Jahre alter Handelsfachpacker mit einem BMI weit über der Durchschnittstemperatur Saudi Arabiens und einem besonderen Fetisch für  die Füße junger blonder Damen:

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Natürlich fragen die Bienchen auch Fragen bei denen es um komplexe Emotionen ( Timo ist ihr Freund ) geht:

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Manche wollen auch einfach nur herausschreien, wie sehr sie ihre Bienenkönigin verehren und verlieren

dabei

jeglichen

Sinn

für die

Enter-Taste

und Satzbildung.

Dummheit:

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Man kann es aber nicht jedem Recht machen und so gibt es auch enttäuschte Stimmen, die ein wehleidiges Lied von gebrochenen Herzen singen:

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Auch tiefe und dunkle menschliche Abgründe kommen zu Tage. Schwärzeste Momente voller Depressionen. Wer kennt es nicht, dieses Gefühl für alle um einen herum unsichtbar zu sein? Und was drückt dieses Gefühl der absoluten Leere besser aus als ein trauriger Smiley und ein trauriger Smiley der weint?

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Mit dem Ruhm kommen auch die Hater. Natürliche könnte man DagiBee vorwerfen, dass sie mit ihrem Easy Content ungefähr auf Bild-Niveau herumschippert, ein Jumpcut kein wirkliches Stilmittel ist und, dass sie pausenlos über belanglose Scheiße redet, manchmal schnürt es einem vor lauter giftiger Galle und Hass aber die Kehle einfach zu und am Ende kann man nur stumpf provozieren ( ich habe es mal zensiert, da ich glaube, dass das strafrechtlich relevant sein könnte, ich denke ihr wisst, wie die Phrase endet ):

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Manche haben ihren Hass besser unter Kontrolle und schaffen es ihn auf bissige und zynische Art und Weise zu kanalisieren. Twitter-Kabarett auf hohem Niveau:

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Wer sich mit der Bienenkönigin anlegt, der bekommt den Hass ihrer Soldaten zu spüren und sollte sich in Acht nehmen. Kindersoldaten auf Twitter geben prima Bodyguards ab, die nur zwei Charaktereigenschaften kennen: kompromisslos und knallhart:

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Teil des Problems oder Teil des Problems?

Ihr seht: Dagis Fans und Dagis Hater verbindet ein sehr beschränkter Horizont und eine krankhafte Obsession mit ihrem Liebling/Hassobjekt. Bei der Recherche wurde mir klar, dass ich grundlegend kein Problem mit der quirligen Blondine ( aktuell mit violetten Haaren, nennt man das jetzt Violettine?  ) habe. Irgendwo finde ich es respektabel was sie sich da aufgebaut hat und zweifelsohne steckt da viel Blut, Schweiß und Bienchenpower dahinter. Dennoch bleibt ein Schloss aus Scheiße eben immer ein Schloss aus Scheiße, ganz egal wie sehr es funkelt.Doch auch damit habe ich ehrlich gesagt kein Problem. Leben und leben lassen, Namaste und so.

Was ich jedoch nicht unkommentiert lassen kann, ist die ganze aufgebauschte und selbstgehypte Kultur und Anhängerschaft von YouTuber. Eigentlich dachte ich immer, dass in Sachen Narzissmus keiner die etablierte Bloggerpersönlichkeiten überbietet, Sami Slimani und Co. haben mich da eines besseren belehrt. In meinen Augen habe ich also durchaus das Recht, nein, die Pflicht, mich darüber lustig zu machen. Dazu aber mehr in einer anderen Ausgabe von TechHate.

Marcels 0 Minuten Ruhm

Übrigens habe ich es mir nicht nehmen lassen auch eine Frage an DagiBee zu stellen:

Leider habe ich bis heute keine Antwort erhalten. Siehst du mich Dagi? Ich gebe mir so viel Mühe….

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Marcel

Der Reißverschluss, das Internet und Ketchup waren meine Ideen. Bist du cool, dann folgst du mir bei Twitter.