Marcels TechHate: Warum OxygenOS der richtige Weg (für alle Hersteller) ist

Marcels TechHate: Warum OxygenOS der richtige Weg (für alle Hersteller) ist

Zwischen Cyanogen und OnePlus herrscht aktuell dicke Luft. Der Entwickler der CyanogenMod hat OnePlus schön beschissen als sie ihren exklusiven Deal mit Micromax in Indien geschlossen haben und so mit einem Schlag OnePlus in diesem Markt aus dem Rennen gekickt haben. Doch aus den Tränen und dem Hass dieses Streits wächst OxygenOS, das neue OS für die Smartphones von OnePlus.

In meinen Augen ist OxygenOS der Königsweg für Hersteller. Hierbei rede ich nicht einmal davon, dass ich denke, dass OxygenOS das Über-OS wird, das lässt sich aktuell eher schwer abschätzen. Jedoch ist die Idee, als Basis Android zu nutzen und dann ein OS mit eigenem Touch zu entwickeln, großartig und bietet genug Vorteile, dass ich mich frage, wie blind die Menschen bei Samsung und Co. eigentlich sein können, dass sie es nicht auch machen.

Zu viel UI, zu wenig CustomROM

Im heutigen Mainstream-Markt sind die einzigen Unterscheidungskriterien von Smartphones die Hardware, Äußerlichkeiten und vielleicht eine Handvoll Software-Features. Grundlegend ist irgendeine Version von Android installiert und Hersteller tanzen hier Wohl oder Übel nach der Pfeife von Google. Einerseits ist dies nicht wirklich schlecht, da so ein gewisser Standard eingehalten wird, was besonders für die Nutzung von Apps entscheiden ist. Aber schauen wir uns doch mal an, was Hersteller sonst noch aus Android machen.

Die größten Negativbeispiele sind hier sicherlich Samsung (Touchwiz) und HTC (HTC Sense). Die Smartphoneproduzenten nehmen die reine Android-Software, passen sie an ihre Hardware an und verpassen ihnen eine gar nicht mal so schöne eigene UI. Dadurch sieht das Telefon individuell (scheiße) aus und unterscheidet sich so vom hässlichen Rest. Doch Hersteller werden hier immer in der Rolle des Reagierenden bleiben. Immer muss geschaut werden, was Google diktiert und dahingehend wird dann TouchWiz angepasst. Statt eigene Ideen und eigene Kreativität zum Einsatz kommen zu lassen, passt man eine Software an, welche designtechnisch dem Standard von vor 3 Jahren entspricht. Android 5.0 und Material Design sind schon eine Weile im Umlauf, Hersteller kommen aber teils erst jetzt auf diesen Trichter.

Damit habe ich gleich das negativste aller negativen Beispiele herausgekramt, aber es gibt auch Hersteller, die ihre UI nicht hoffnungslos versauen. Doch selbst LG wird immer in der Rolle des Reagierenden sein, statt wirklich etwas eigenes zu entwickeln. Früher oder später wird dann auch die LG-UI veraltet sein, einfach weil man keine eigenen innovativen Konzepte und Ideen durchdrücken kann oder will.

2015-02-04

Chatheads können eine coole Sache sein, so wie es hier gelöst wurde erinnert das an eine süße Imitation der ersten Versionen von iOS mit irgendwie Material Design.

Nerds bestimmen, was gekauft wird

Dieses „Duckmäusertum“ ist aber vermutlich gar nicht mal so schlau. Man könnte argumentieren, dass Samsung und LG mit ihrer Mainstream-Ware sehr gut ankommen und das Durchschnittskunden wenig an einem innovativen und modernen Design interessiert sind. Das mag stimmen, aber eine besondere Sorte von Kunden ist an so etwas durchaus interessiert: Nennt sie Early Adopter, Technikfreaks, Nerds, Handyverkäufer, was auch immer, vermutlich haben sie einen WOW- und Twitter-Account, dafür aber keine Freundin. Diese Menschen werden immer ein Herz für Technik haben und wenn sie nicht gerade für All about Samsung schreiben, die UI von Samsung vermutlich ziemlich hässlich finden. Deshalb neigen solche Leute dazu das iPhone, das OnePlus One oder Geräte mit reinem Android zu lieben.

Diese Menschen bestimmen in meinen Augen zu einem nicht unerheblichen Teil, was als „cool“ angesehen wird oder eben auch nicht. Online und Offline. Solche Leute werden ständig von ihren sogenannten „Freunden“ genervt, wenn es mal wieder Zeit ist ein neues Smartphone zu kaufen, schreiben Blogs, verklingeln  Handys usw, sprich: sie haben durchaus etwas zu melden und Einfluss darauf, was gekauft wird und was nicht. Erinnere ich mich an meine Zeiten als Handyverkäufer (2010), dann habe ich immer erst ein iPhone empfohlen, nicht etwa weil man damit viel Provision verdient (Mobilfunkanbieter verdienen so gut wie nichts an einem verkauften iPhone), sondern einfach weil es in meinen Augen das schönere Produkt war und man Produkte, die man selbst als schön empfindet, besser verkaufen kann.

Warum die CustomROM der bessere Weg ist

Mit OxygenOS löst sich OnePlus nicht von Google, das wäre auch dumm, da hier auf die komplette Bandbreite an Apps verzichtet werden müsste. Dennoch zieht das Unternehmen hier eine Art CustomRom hoch, die das Potential hat, noch schöner als CyanogenMod zu werden. Hierbei unterwirft sich das Unternehmen kaum irgendwelchen Vorgaben von Google und kann eben auch ein eigenständiges und rundes Design durchdrücken, ohne hinterherzuhinken oder irgendeine hässliche Frankensteingeburt aus Android 5.0 und Designstandards von vor 3 Jahren zu erschaffen.

Eine hauseigene CustomRom würde, abseits vom Design, die Türen zu wirklichen Softwareneuerungen öffnen und endlich mal wieder etwas Diversität in den Android-Markt bringen. Aktuell sieht es leider so aus, dass man die wirklich coolen Softwareinnovationen an einer Hand abzählen kann. Alles was Hersteller machen, ist das Design von Android abzufucken, statt sein Potential wirklich zu nutzen.

Würden Hersteller weg vom Gedanken der UI und stärker hin zum Gedanken der CustomRom gehen, wären Smartphones wesentlich schöner, schneller, leichter und wir hätten alle mehr Sex. Der Entwicklungsaufwand ist höher, aber die Chancen mehr Produkte zu verkaufen eben auch. Ein Weg, den Samsung sicherlich überdenken sollte, wenn man sich die letzten Quartale so anschaut. OnePlus befindet sich hier auf einem goldrichtigen Weg und ich glaube, dass das neue OS viele Fans begeistern wird. Alternativ könnte man es auch wie Motorola machen und einfaches Android installieren, doch Lösungen wie HTC Sense, TouchWiz und Co. sind maximal halbgar, hässlich, verursachen Haarausfall und Akne.

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Marcel

Der Reißverschluss, das Internet und Ketchup waren meine Ideen. Bist du cool, dann folgst du mir bei Twitter.