Marcels TechHate: PornHub-Jahresrückblick 2014 und wie die Zukunft der Pornografie sein wird

Marcels TechHate: PornHub-Jahresrückblick 2014 und wie die Zukunft der Pornografie sein wird

Das Internet bringt uns weit entfernten Menschen näher, optimiert unseren Alltag, bildet uns. Doch neben all diesen Nebensächlichkeiten, und ich denke da sind wir uns einig, liegt der Hauptnutzen in diesem sogenannten „Internet“ darin, dass es dort kostenlose Pornografie gibt. Ein Hoch auf das Internet.

Eine der bekanntesten Streaming-Seiten in diesem Business, PornHub, veröffentlicht immer interessante Statistiken und gibt uns so einen vollkommen nüchternen und unekelhaften Einblick darin, wozu, wie und wie lange die Welt masturbiert. Was verrät uns der Überblick?

Überblick

Erst einmal zu den kalten und harten (interessanten) Fakten: Im Schnitt nimmt PornHub eine Bandbreite von 50 GigaByte pro Sekunde ein. Das bedeutet, dass letztes Jahr insgesamt 78,9 Milliarden Videos geschaut wurden. Unsere Zivilisation saß also letztes Jahr 78,9 Milliarden mal vor dem Computer/Smartphone/Tablet und hat dabei vermutlich auch das Video mit dem ansprechenden Titel „3 on 1 Gina Gerson Total Anal Humiliation“ gesehen.

In Zeiten in denen eine ganze Kinderarmee von Beauty-YouTubern, mit einem IQ eines leicht unterdurchschnittlichen Sonderschülers, mehrere Millionen Klicks pro Woche generiert, mag die oben genannte Zahl zwar beeindruckend, aber nicht so vollkommen übertrieben wirken. Doch rechnet man diese Pornklicks mal auf die Bevölkerung herunter, dann hat jeder einzelne Mensch (auch deine Mutter und deine Großmutter) im letzten Jahr insgesamt 11 Videos auf der Streamingplattform angeschaut und sich dabei vermutlich unsittlich berührt. Natürlich hat nicht jeder Mensch PornHub besucht und während des Jahres 11 Videos geschaut, denn in der Verteilung gibt es genügend Ausreißer wie mich, die pro Jahr vermutlich irgendwas zwischen 3 und 5 Millionen Pornoclips schauen.

Was erregt unsere Gesellschaft?

Sigmund Freud hätte bei einem kurzen Blick auf die häufigsten Suchanfragen seine wahre Freude gehabt und sicherlich gerne mit jedem Einzelnen darüber gesprochen, wieso er ausgerechnet nach „teen“ oder „mom“ gesucht hat und wie eigentlich so die Beziehung zu seiner Mutter ist. Die unangefochtene Nummer 1 im Searchranking ist und bleibt „teen“. Auf dem zweiten Platz haben wir einen Aufsteiger, denn „lesbian“ konnte ganze 7 Plätze gutmachen. Ich bin mir nicht so ganz sicher, ob das die Gleichberechtigung ist, für die LGBTQ-Szene im vergangenen Jahr gekämpft hat.

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Platz 3 bis 5 zeigen, dass es scheinbar doch einen stark ausgeprägten Ödipuskomplex gibt. Platz 3 wird von dem politisch vollkommen korrekten Begriff „MILF“ besetzt, während Platz 4 von dem schon etwas fragwürdigeren Term “ Step Mom“ eingenommen wird, während man dann auf Platz 5 dann „Mom“ findet. In den Top 20 findet sich übrigens nicht einmal der Begriff “ Blowjob“, was ich etwas schade finde. Dafür sucht man auch den Term „Rape“ vergebens. Wenigstens etwas.

Auch Frauen schauen Pornos

Dass Frauen Pornografie konsumieren ist mir zwar bewusst, dennoch muss ich zugeben, dass dies immer noch ein Vorstellung ist, die mir irgendwie fremd ist. Man bekommt die gesellschaftliche Erziehung halt nur schwer aus dem Kopf. Nichtsdestotrotz trägt auch das schönere Geschlecht zum immensen Traffic auf PornHub bei, wenngleich Frauen auch einen eher kleinen Anteil an der Nutzerbasis ausmachen.

Brasilien ist hier Spitzenreiter (Wortspiel nur halb beabsichtigt), dort sind 29 % aller Besucher Frauen. Hierzulande sind es weitaus weniger, gerade einmal 13 % aller Nutzer aus Deutschland sind Frauen, womit Weltmeisterschland weit unter dem weltweiten Durchschnitt von 23 % liegt.

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Frauen konsumieren andere Pornografie als Männer, bzw. der Durchschnitt. Dies spiegelt sich insbesondere in den Suchergebnissen wieder. So ist die Top 1 „Lesbian“ gefolgt von „pussy licking“, „tribbing“ und „lesbian scissoring“. Ich gebe zu, dass ich die beiden letzten Begriffe nachschlagen musste ( hier und hier SFW ). Doch auch in den Suchergebnissen von Frauen tauchen fragwürdige Begriffe wie „old man“, „step dad“ und „daddy“ auf.

Wie sich Porno-Streaming verändert hat

Smartphones und Tablets halten immer stärkeren Einzug in unser Leben und haben mittlerweile auch Mobile Banking und Shopping für sich vereinnahmt, eigentlich zwei erzkonservative Kategorien bei denen ich nicht geglaubt hätte, dass sie auch mobil ausgeführt werden. Ebenso dachte ich aber auch, dass Pornografie hauptsächlich an einem festen PC oder Laptop geschaut wird. Man macht sich romantische Teelichter an, öffnet einen guten Wein, lümmelt sich in den Bürostuhl vor dem PC und startet die Schniedel/Mumu-Action. So stelle ich mir den typischen PornHub-Nutzer vor.

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Doch in einer globalisierten Welt, in der alles möglich ist und jeder Moment digitalisiert werden kann, haben wir für solch entspannende Momente keine Zeit – und so verlagert sich auch der Pornografiekonsum ins Mobile. Gerade einmal 44 % der Nutzer befinden sich am PC, 11 % onanieren mit dem Tablet in der Hand und ganze 45 % mit dem Smartphone. In den USA sind es sogar ganze 56 %, die in der linken das Smartphone haben während sie mit der rechten Hand ihr primäres Geschlechtsmerkmal knechten.

Natürlich hat PornHub auch nach den einzelnen Systemen gefiltert und siehe da: 49% der mobilen Nutzer benutzen Android, während 40, 2 % der Nutzer iOS nutzen.

Pornografie im Wandel

Was bedeutet dies für die Pornografie der Zukunft? Hätte man vor 10 Jahren jemanden erzählt, dass man heutzutage Pornografie jederzeit kostenlos, superschnell, sicher und legal konsumieren kann, dann hätte man denjenigen als Verrückten oder Visionär bezeichnet. Doch bei der Entwicklung heraus aus den schmuddeligen Videotheken, hinein in die heimischen Wohnzimmer wird es nicht bleiben. Dass Pornografie mobil wird, ist erkennbar, aber was kommt danach?

Ich denke der Wearable-Trend wird auch vor PornHub und Co. nicht halt machen. Wir machen unsere Armbänder und Uhren smart, also wieso nicht auch unser Sexspielzeug? Wie wäre es denn mit einem Vibrator, der an den Herzfrequenzmesser der Smartwatch gekoppelt ist und sich an das abgespielte Video anpasst? Oder einen AutoBlow 2, mit den gleichen Features? Das große Problem vor denen Unternehmen wie PornHub stehen ist aber, dass wir unsere Daten solchen „Schmuddel“-Anwendungen nicht so bereitwillig zur Verfügung stellen werden, wie wir es  zum Beispiel bei einer Fitnessapp tun. Dennoch denke ich, dass hier enormes Potential brach liegt und bin gespannt, wie Pornografie in 10 Jahren aussehen wird.

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Marcel

Der Reißverschluss, das Internet und Ketchup waren meine Ideen. Bist du cool, dann folgst du mir bei Twitter.

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