Marcels TechHate: Apples Quartalszahlen und warum Tim Cook der bessere CEO ist

Marcels TechHate: Apples Quartalszahlen und warum Tim Cook der bessere CEO ist

Apple hat vor einigen Tagen seine Quartalszahlen vorgelegt und meine erste Reaktion war etwas in der Art wie: „Alter Fickschwede!“ 18 Milliarden Dollar Gewinn, 74,6 Milliarden Dollar Umsatz, das ist ein Ergebnis, was sich sehen lassen kann.

Muss ich das eigentlich noch kommentieren? Am Ende ist das Rekordergebnis eben immer noch ein Quartalsergebnis und ist für mich eher als Fakt interessant, weniger als emotionales Thema, wo ich wirklich eine Meinung habe. Dann habe ich aber einige Kommentare im Netz zum Thema gelesen und fand sie alle ziemlich halbgar und so vollkommen überflüssig, dass ich dachte: Hey Marcel, das kannst du besser.  Namen werden nicht genannt, ich hoffe inständig, dass diese Leute selbst wissen, was für eine Scheiße sie da fabrizieren. Der Beweis folgt jetzt:

Apple hat Gazprom auf dem Platz 1 der gewinnstärksten Quartale abgelöst und befindet sich aktuell an der Spitze eines sehr elitären Clubs. Aber woher kommt dieser Erfolg? Wie kann ein ausbeuterisches Technikunternehmen, welches am Ende des Tages „lediglich“ Smartphones und Computer verkauft, einen ausbeuterischen Energiekonzern ablösen, dessen Margen auf seiner Quasimonopolstellung und finsteren Machenschaften beruhen? Apple hat sich über die Jahre ein solides Fundament aufgebaut, denn iPhones waren schon immer over the top-Smartphones, über die Zeit haben auch immer mehr Leute dies erkannt und wurden treue Fans der Marke. Dieses Fundament hat die Firma zu großen Teilen Jony Fucking Ive und Steve Jobs zu verdanken, die über die Jahre Apple zu einer Kultmarke ausgebaut haben.

Und jetzt kommt eine unpopuläre Meinung: Es ist gut, dass Steve Jobs nicht mehr CEO ist. Damit will ich nicht sagen, dass ich es gut finde, dass der Firmengründer verstorben ist, Gott bewahre. Rest in Peace. Doch wenn wir ehrlich sind, dann war Steve Jobs vermutlich ein ziemlich engstirniges Arschloch, dessen reales Ich ähnlich viel mit dem medial zelibrierten Bildnis gemeinsam hat wie die Legenden um Kim Jong Ill mit dem eigentlichen Kim Jong Ill. Ich will damit auch nicht sagen, dass Steve das Unternehmen nicht in den Erfolg geführt hätte, doch ich halte es am Ende des Tages für ziemlich unwahrscheinlich. Tim Cook hat frischen Wind gebracht, wurde dafür gehatet und am Ende haben ihm die Zahlen Recht gegeben. Im Gegensatz zu Steve ist er sogar ganz sympathisch, so sympathisch wie ein CEO von Apple eben sein kann.

In der diffusen Zwischenzeit als Steve verstorben war und Tim als neuer Chef bekannt gegeben wurde, hatten Fanboys und Hater Schaum vorm Mund und stellten die wirrsten Prognosen im Internet auf. Sie sahen Apple nicht als individuelles Unternehmen, sondern als Erweiterung von Steve Jobs, die ohne ihn nicht funktionieren konnte. Dass dies falsch gedacht war und ist, zeigt die jüngste Vergangenheit und dieses brachiale Ergebnis, welches besonders dem iPhone 6 zu verdanken ist. Ein Smartphone, welches Steve Jobs vielleicht niemals zugelassen hätte (“ there is no need for a bigger phone“).

Vielleicht fehlt Tim dieser Gründer- und Innovationsgeist, der ein Unternehmen wie Apple aus dem Boden stampfen kann, das braucht er aber nicht zum Führen eines solchen Unternehmens, dafür braucht es andere Fertigkeiten, die er definitiv besitzt. So funktioniert das Bizness nun einmal. Und Tim hat das Bizness gefickt.

Und noch eine Nachricht an die ganzen loyalen Blogger und Autoren die felsenfest hinter Apple stehen: Es gibt einen guten Grund, wieso euch nur die Menschen aus eurer Apple-Blase cool finden. Immer wenn solche Erfolgsmeldungen kommen und das Unternehmen aus Cupertino neue Produkte vorstellt, dann habt ihr so einen arroganten Unterton, der den Eindruck vermittelt als ob ihr irgendetwas damit zu tun hättet. Habt ihr nicht. Weder habt ihr einen Rekordgewinn erwirtschaftet, noch habt ihr irgendein cooles Produkt entwickelt. Ihr sitzt nur vor eurem zugestickerten MacBook und hackt irgendeinen Schwachsinn in die Tastatur und lasst euch von anderen Fanboys dafür beklatschen, also kommt mal klar. (Ausnahmen bestätigen die Regel, Peace an die wenigen coolen Apple-Blogger)

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Marcel

Der Reißverschluss, das Internet und Ketchup waren meine Ideen. Bist du cool, dann folgst du mir bei Twitter.