Marcels TechHate: Apple war nie innovativ also hört auf das nächste große Ding zu erwarten

Marcels TechHate: Apple war nie innovativ also hört auf das nächste große Ding zu erwarten

Ich mag kontroverse Themen, denn nur dort wo Reibung entsteht, kann Fortschritt geboren werden. Dementsprechend würde ich am liebsten Bücher mit mit den Titeln „Abtreibungen und Feminismus im Gazastreifen“,“ Scheiße sein mit System: Was sie von Bernd Lucke, Hans-Werner Sinn und Thilo Sarrazin lernen können“ oder “ Wie die Frauenquote Vorstände endlich sexy macht“ schreiben würde. Aktuell fehlt mir für solche Mammutprojekte leider der Ehrgeiz, also schreibe ich lediglich eine kleine Kolumne und behaupte einfach mal, dass der so hochgelobte Innovationsgott Apple in Wahrheit nie ein wirklich innovatives Unternehmen gewesen ist.

Das alte und das neue Apple

Ich kann förmlich spüren wie ihr mit eurem 128 GB goldenen iPhone 6 Plus, für das ihr tatsächlich 999 Euro ( in Worten: ZWEITAUSEND MARK! ) ausgegeben habt, auf dem Klo sitzt und mit Schaum vorm Mund die Einleitung gelesen habt. Akribisch werdet ihr diesen Beitrag nach Logikfehlern durchsuchen und wenn ihr inhaltlich nichts findet, dann werdet ihr euch wenigstens über meine Rechtschreibung beschweren. „Wie kann dieser Appe-Hater so etwas behaupten? Apple ist das innovativste Unternehmen und hat mein Leben nachhaltig verändert! STEVE JOBS SAVED MY LIFE DU FOTZE!“ Beruhigt euch, lest meinen Beitrag und vergesst das entspannte drücken nicht, dafür seid ihr gerade auf dem Klo.

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Wenn ich das Unternehmen „Apple“ in meiner Headline nenne, so rede ich von dem modernen Unternehmen Apple, welches es seit der Vorstellung des ersten iPhone in 2007 gibt, alles was davor geschehen ist wird kein Bestandteil meiner Ausführung sein.

Was ist eine Innovation?

Laut Lehrbuch sind Innovationen monetarisierte Erfindungen. Falls ich also einen Blowjobroboter erfinde und ihn nur im Privaten benutze ( Eine lächerliche Vorstellung, ich würde das Teil selbstverständlich überall mit hinnehmen und jedem zeigen ) dann ist es eine Erfindung, falls ich es aber verkaufe, eine Innovation.  Hierbei kann man nochmal in eine anpassende Innovation und revolutionierende Innovation kategorisieren. Der Blowjobroboter an sich wäre ein revolutionäre oder sprunghafte Innovation, da es sowas bisher noch nicht gibt. Verpasse ich dem bereits existierenden Blowjobroboter aber neue Features, dann wäre es eher eine anpassende Innovation.

Da die Grenzen zwischen den zwei Arten von Innovationen oftmals fließend sind, ist es schwer genau zu definieren, was wir als „innovativ“ bezeichnen. Mein Gefühl sagt mir aber, dass wenn Audi seinem neuen A6 lediglich ein Facelift verpasst und neue Technik reinstopft, es zwar ein „neues“ Auto entworfen hat, aber nicht wirklich innovativ war. Genauso wenig sehe ich es als innovativ an, wenn HTC, Samsung und Co. jedes Jahr ihr aktuelles Flaggschiff verbessern und in einer neuen Version herausbringen, auch wenn die Hersteller euch das gerne vorspielen. Interessanter Nebenfakt: Aus diesem Grund erhöhen sich übrigens auch die Modelnummern bei Smartphones ( Galaxy S2, S3, S4 usw. ), damit ihr denkt, ihr hättet etwas wirklich neuartiges gekauft.

Als Gegenbeispiel: Die erste Smartwatch war innovativ, auch das erste Telefon mit Touchscreen war innovativ und selbstverständlich wäre mein Blowjobroboter innovativ.

Nachtrag: Ich musste bei meiner Bildrecherche feststellen, dass es bereits einen Blowjobroboter gibt. Den Autoblow 2 aus England.

Warum das erste iPhone nicht innovativ war

Der 09.Januar.2007, das Datum an dem das erste iPhone vorgestellt wurde und an dem Apple angeblich die Smartphone-Welt mit seiner Innovation nachhaltig geprägt hat. Hat das Unternehmen aus Cupertino mit seiner Vorstellung den kompletten Markt umgeworfen? Definitiv. Mit einer Innovation? Ganz bestimmt nicht. Ihr fragt warum? Gegenfrage: Was soll am iPhone 2G innovativ gewesen sein?

Bereits 1992 hat IBM ein Telefon mit dem Namen „Simon“ präsentiert, welches auf Toucheingabe basierte und im Endeffekt ein großes hässliches PDA mit Telefonfunktion war. Graustufen-Display, Toucheingabe mit Stift und Faxfunktion, dass lies die Nerds damals nass werden. „Simon“ war eine Innovation und gilt vollkommen gerechtfertigt als das erste Smartphone, Apple hat lediglich auf Basis dieses Klotzes ein eigenes Smartphone entwickelt, genauso wie jeder andere heutige Smartphonehersteller.

Selbstverständlich war die Qualität, das Design und die Funktionalität des ersten iPhone 2007 ungesehen und veränderte die Smartphone-Landschaft in einer nie da gewesenen Art und Weise, dennoch ist es einfach nicht innovativ wenn man vorhanden Technologie verbessert.

Apple war in den letzten 7 Jahren nicht innovativ und das ist auch nicht schlimm

Heute haben wir 2015 und das iPhone gibt es mittlerweile in der 6. Generation, Apple verkauft eigene Tablets unter dem Namen iPad und bald sehen wir auch die erste Smartwatch aus Cupertino. Man hat all diese Produkte auf Basis vorhandener Produktkategorien gebaut und dabei keineswegs etwas neuartiges erfunden oder wirklich innovativ gehandelt.

Aber so etwas kann man von einem Unternehmen mit der Größe von Apple auch nicht erwarten und Konzerne wie Samsung, LG und HTC sind genauso wenig innovativ. Das liegt in der Natur von Innovationen, denn sie sind eben „neu“ und neue Dinge sind nicht unbedingt gesellschaftsfähig, egal wie genial sie sind. Dementsprechend spezialisieren sich Unternehmen die Massenware verkaufen ( wie Smartphonehersteller ) darauf vorhandene Technologie schrittweise anzupassen, die wirklichen Innovationen kommen jedoch von anderer Seite. Meistens sind große Technologieunternehmen, die eher im B2B-Bereich unterwegs sind, und kleine Startups wirkliche Innovationsträger. Eben Unternehmen die sich (teilweise) eher auf Nischen spezialisieren. Wirklich innovativ zu sein wäre das Todesurteil für Hardwareproduzenten von Massenware, ihre Anpassung muss zwingend schrittweise erfolgen, denn neuartige Produkte werden niemals wirklich Abnehmer finden. „Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.“

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Jedoch ist es schlimm Apple als innovativ zu bezeichnen

Ich bin eine Person, welche ohne mit der Wimper zu zucken diesen langen Text nur schreiben würde, um provokativ zu haten. Doch dieses mal ist es anders. Ich schreibe diese Ausgabe von TechHate auf meinem MacBook und versende nebenbei Nacktfotos von mir via WhatsApp auf meinem iPhone 6, also habe ich wenig Grund einfach nur gegen Apple zu schießen.

Was ich euch zeigen will, ist, dass der Gedankengang, dass Apple innovativ sei nicht nur falsch ist, sondern auch eine missliche Lage erzeugt. Ihr seid in einer Erwartungshaltung. Ihr glaubt, dass Apple irgendein cooles und innovatives Produkt vorgestellt hat, wodurch ihr natürlich auch beim nächsten „One more thing“ etwas Cooles und Innovatives erwartet. Medien und Blogs gießen mit ihren völlig irrelevanten und überflüssigen Analysen und Prognosen zusätzlich noch Öl ins Feuer. Beispiel hier und hier.

Aber wie soll Apple bitte innovativ sein, wenn es das noch nie war? Die Strategie war immer etwas Vorhandenes zu nehmen und in neuem Gewand und technisch aufgemöbelt zu präsentieren. Mit solchen Beiträgen und Meinungen von ach so schlauen Journalisten/Bloggern tut man Apple einfach unrecht und ja, ich muss die Spinner jetzt einfach mal in Schutz nehmen.

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Marcel

Der Reißverschluss, das Internet und Ketchup waren meine Ideen. Bist du cool, dann folgst du mir bei Twitter.