Kamals Kolumne: Fascho-Musik auf Deezer und Spotify

Kamals Kolumne: Fascho-Musik auf Deezer und Spotify

Hey, wie wäre es mit ein bisschen Rechtsrock aka Fascho-Mucke, um den Nachmittag gebührend einzuleiten? Idealerweise als Stream, dann muss man mit den knackigen, ausländerfeindlichen Parolen nicht seinen guten deutschen (in Asien gefertigten) Speicherplatz belegen. Nicht möglich? Dank populären Streaming-Dienste wie Deezer und Spotify ist das überhaupt gar kein Problem.

Ach ja, die liebe Musik. Ausdruck der eigenen Gefühle, Ansichten, Vorstellungen, Hoffnungen. Und natürlich auch ein Sprachrohr für Schmutz, Fremdenhass, Rassismus, Hass und Rechtsextremismus. Musik, die unter einen solchen Deckmantel fällt, bekommt es schnell mit dem Verfassungschutz zu tun und wird verboten. Offenbar scheinen davon ein paar Online-Streaming-Dienste aber nichts zu wissen.

Deezer feat. Störkraft

Sucht man etwa bei Deezer nach der allseits beliebten Band „Störkraft“, werden tatsächlich zwei ganze Alben sowie zwei EPs angeboten, in die man auch ohne Abo reinhören kann. Liebevoll gemeinte Titel wie „Mörder ohne Reue“, „Kraft für Deutschland“ oder „Blut und Ehre“ lassen hier sicherlich jedes braune Herz vor Freude den rechten Arm mit ausgestreckter Hand zum nationalen High-Five in die Höhe schnellen.

Und wie praktisch ist hier der „Ähnliche Künstler“ Button, vielleicht findet sich da noch mehr ähnlicher Abfall. Aber was ist denn das: Westernhagen, Unheilig und sogar Herbert Grönemeyer, Kraftklub, Schwesta Ewa und Bushido werden hier aufgelistet… Was ist den jetzt los? Da hat der Algorithmus wohl ein bisschen was falsch verstanden und wirft einfach alles in den braunen Sumpf, was deutsch spricht/singt oder irgendwas mit Gitarren zu tun hat. Toll.

störkraft

Spotify ist auch dabei

Schauen wir doch mal bei Spotify vorbei. Auch hier wird Störkraft gefunden, zu hören gibt es dabei allerings (zum Glück) nichts. Aber wenigstens werden hier tatsächlich ähnliche Künstler mit solch bezeichnenden Namen wie „Division Germania“, „Nordwind“, „Freikorps“ oder auch die wohlbekannte britische Band „Skrewdriver“ . Zu hören gibt es von den wenigsten etwas, aber wer suchet, der findet. Zum Beispiel „Endstufe“ mit dem wunderbaren Album „Glatzenparty“ lassen sich hier hören. Ebenfalls toll.

Störkraft-Spotify

Ganz im Ernst: Was verdammt nochmal hat diese braune Scheiße in solch populären Musik-Streaming-Diensten zu suchen? Nein, eine solche „Musik“ hat in meinen Augen keinerlei Daseinsberechtigung, der Dreck gehört direkt entfernt, ohne jeglichen Hinweis auf seine Existenz. Scheiß auf Meinungsfreiheit, das gilt nicht für eine solche „Meinung“. Klar, wer nach so einem Schund sucht, wird ihn auch finden, aber man muss es den Leuten doch nicht ganz so einfach machen. Und wie war das noch mit dem Verfassungsschutz?

Ich mag das Internet, aber wegen genau solchem Müll hasse ich es auch. Was sagt Ihr dazu?

Nachtrag: Deezer hat sich gerade direkt bei mir gemeldet und mitgeteilt, dass es durchaus sein kann, dass diese Musik von einem auswärtigen Aggregator hochgeladen wurde, was Deezer nicht immer überwachen kann. Die betroffene Musik soll aber umgehend aus dem Angebot entfernt werden. Und damit habe auch ich endlich mal einen kleinen Beitrag zu einer besseren Welt geleistet!

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Kamal

Chaosforscher/Alltagspedant
Menschenfreund und Misanthrop, Technik gehört zu seinen größten Freuden und Leiden. Mobile Telefone kamen erst relativ spät in sein Leben, davor ging es auch irgendwie. Die letzten Jahre fanden vor allem im Internet statt, die Welt draußen war nur noch ein Platz zur Nahrungsaufnahme. Heute ist alles anders.